Bewertung: 5
Louis Leterrier & Corey Yuen

Transporter

"Rule 3: Never look in the package."

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Inhalt

Frank Martin (Jason Statham) ist der "Transporter", der sich auf eine sehr spezielle Art des Lieferservice spezialisiert hat: Für seine oftmals etwas zwielichtigen Kunden transportiert er "Pakete" durch ganz Frankreich. Waffenschmuggel, die Beute eines Banküberfalls, alles kein Problem für Frank, solange er sich nur an seine drei goldenen Regeln hält:

1. Verändere nie die Bedingungen einer getroffenen Vereinbarung.
2. Niemals Namen nennen.
3. Öffne nie, aber auch wirklich nie, ein Paket.

Und tatsächlich scheint alles glatt zu laufen bis Frank einen Auftrag für den geheimnisvollen Gangster Darren Bettencourt (Matt Schulze) annimmt und gegen seine eigenen Regeln verstößt. Er öffnet das Paket und findet die junge Asiatin Lai (Shu Qi) vor, eingesperrt in einer Sporttasche. Von nun an geht es für Frank um Leben und Tod, denn seine Beziehung zu Lai und der Zorn des betrogenen Kriminellen verwickeln ihn immer weiter in ungeahnte kriminelle Tiefen und drohen alles zu zerstören, was ihm wichtig ist...

Kritik

"The Transporter" ist der erste Teil der erfolgreichen Actiontrilogie von Drehbuchautor und Produzent Luc Besson, die 2005 mit "Transporter The Mission" und 2008 mit "Transporter 3" fortgesetzt wurde. Es handelt sich um eine außergewöhnliche Mischung aus amerikanischem, französischem und asiatischem Actionkino, die mit vielen, gut choreographierten und temporeichen Kampfszenen sowie spannenden Locations aufwarten kann. Ob in einer alten Lagerhalle oder auf dem Dach eines fahrenden LKWs: Langweilig werden diese Gefechte sicher nicht. Besonders sehenswert: Die französische Mittelmeerküste als traumhaftes Panorama vor strahlend blauem Himmel, die einen guten Kontrast zu den sonst eher düsteren Settings des Actiongenres darstellt.

Jason Statham überzeugt in der Rolle des Transporters, eines akribisch genauen Planers und coolen Bad-Boys, welcher dem Zuschauer zu Beginn noch verwirrend undurchsichtig erscheint und erst im Kontakt mit der selbstbewussten Lai etwas auftaut. Ein interessanter Charakter, dem man gerne bei seiner "Arbeit" zusieht, obwohl man sich sicherlich noch mehr menschliche Eindrücke des Filmhelden erhofft hätte. Hinter großen Explosionen und Schießereien drohen diese oftmals unterzugehen. Möglicherweise eine Aufgabe für die Fortsetzungen? Statham selbst gelingt die authentische Präsentation seiner Rolle dennoch sehr gut, seine Ausgeglichenheit und smarte Coolness glaubt der Zuschauer ihm ohne weiteres in jeder Sekunde, sie scheinen ganz und gar seinem Naturell zu entsprechen.

Großer Kritikpunkt des Actionspektakels ist letztendlich sein zeitlicher Rahmen: Fast scheint es, als habe Besson zwanghaft einen Zwei-Stunden-Film in nur 90 Minuten zu verstauen versucht, ein Unterfangen, unter dem die Handlung deutlich leidet. Insbesondere die Liebesbeziehung zwischen Lai und Frank wirkt flüchtig und erzwungen, überfällt den Zuschauer regelrecht aus dem Nichts.

Meckern kann man wohl auch über die Filmmusik, die an vielen Stellen mehr als unpassend gewählt ist und manch spannende Situation ins Lächerliche zieht. Wir wollen uns schließlich bei einem Actionfilm nicht an ein Super-Mario-Spiel erinnert fühlen. Schade, denn das Grundkonzept stimmt und eigentlich sind alle Zutaten für einen spannenden und abwechslungsreichen Plot gegeben, da sowohl Charaktère als auch Story sehr viel kreatives Potential zu bieten haben.

Fazit

Netter Actionstreifen mit kleinen Mankos in Musik und Timing. Für den lockeren DVD Abend daheim jedoch unbedingt geeignet, nicht zuletzt wegen Jason Statham, der als cool durchtrainierter Held wirklich eine gute Figur macht.

Vinona Wicht - myFanbase
14.10.2011

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