Bewertung
Michael D. Sellers

Beneath the Blue - Geheimnisse der Tiefe

His duty. Her calling. One unforgettable adventure.

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Inhalt

Auf den Karibischen Inseln erforschen Alyssa (Caitlin Wachs) und ihr Vater in ihrem eigenen Institut das Verhalten und die Kommunikation der Delfine. Dabei ist der Delfin Rasca Alyssas bester Freund und einer der zahlreichen freilebenden Delfinen vor der Küste. Die Harmonie wird getrübt, als mehr und mehr Leichen von Walen und Delfinen an die Küsten geschwemmt werden. Alyssa geht dem Fall nach und entdeckt, dass die Experimente der US-Navy den Tieren Schaden zufügen. Plötzlich verschwindet auch Rasca und gemeinsam mit Craig (Paul Wesley) setzt sie alles daran, Rasca und die anderen Delfine zu retten.

Kritik

Delfine können so ziemlich jeden begeistern. Kein Wunder, dass durch den Klassiker "Flipper" der Beliebtheitsfaktor der Delfine noch weiter angestiegen ist. So kommt man auch nicht um die zahlreichen Delfinfilme rum, die es seitdem en masse gibt und die oftmals dasselbe zu bieten haben, nämlich schöne Wasser- und Tieraufnahmen und ansonsten rein gar nichts. Erwartungsgemäß läuft "Beneath the Blue Geheimnisse der Tiefe" nach demselben Muster ab.

Angefangen mit der Vorhersehbarkeit des Films. Filme, in denen Delfine die Hauptrolle spielen, zeigen grundsätzlich ein ähnliches Schema auf. Man zeigt freie Delfine, aber der Frieden der Natur wird durch geldgierige und skrupellose Männer gestört, die den Tieren letztendlich Schaden zufügen. Um das zu verhindern, gibt es natürlich die Helden des Films, die sich rein zufällig auch noch ineinander verlieben und neben unzähligen Rettungsaktionen, Streitereien und ganz großen Gefühlen ein Happy End herbeizaubern. An sich würde ein wenig Vorhersehbarkeit nicht stören wenn dafür andere Elemente stimmen würden.

Doch auch da kann "Beneath the Blue" nichts aufweisen. Die eingebaute Liebesgeschichte zwischen Craig und Alyssa kann nicht im Geringsten überzeugen. Das liegt nicht an den Schauspielern, sondern an den oberflächlichen Charakteren, die sich von den Delfinen ein wenig Tiefgang hätten abschauen können. Da Paul Wesley und Caitlin Wachs sowieso die meiste Zeit des Films in Shorts oder Bikini hantieren, um gut auszusehen, sind ihre Rollen anspruchslos und jederzeit ersetzbar durch x-beliebige Schauspieler. Zudem geht die Freundin von Alyssa, die unbedingt in jeder Szene auf dumm tun muss, einem ziemlich auf die Nerven. Das Mysterium um Craig und die US Navy weckt jedoch kurzzeitig Interesse und Abwechslung, so dass die Liebesgeschichte selbst zwar unglaubwürdig erscheint, Craig aber immerhin etwas Schwung mitbringt und noch der interessanteste Charakter ist. Leider sind die Szenenwechsel nicht geglückt, sodass sich die Szenen am Ufer oft ziehen, ebenso wie die Kennenlernphase zwischen Alyssa und Craig. Man verharrt zu lange an einer Stelle, statt insgesamt mehr Antrieb in die Handlung zu investieren. Ganz zu schweigen von dem lächerlichen Computer, der angeblich die Delfinsprache in unsere Sprache zu übersetzen vermag.

Von Spannung kann hier deshalb kaum die Rede sein, denn man weiß im vornherein, wie der Film enden wird. Es bleiben ja immer noch die Delfine, die für einige tolle Szenen sorgen. Das ist aber weder der Verdienst des Regisseurs, noch die Leistung des Drehbuchs und schon recht nicht die der Tiertrainer, die mit perfekt synchronen Delfinparaden sowohl dem Film als auch den Tieren viel an Natürlichkeit wegnehmen. Einige Male kommt dennoch die wunderbare Ausstrahlung der Tiere zum Vorschein. Zudem bekommt man oftmals Fernweh, denn die paradiesische Karibik als traumhaft schöne Kulisse weckt Urlaubsgefühle. Diese Tatsache und ein paar wirklich gelungene Delfinaufnahmen sind leider schon das einzige, was man an dem Film positiv vermerken kann. Wer wirklich etwas über Delfine erfahren und keine kitschige 0815-Story anschauen möchte, sollte sich stattdessen lieber "Die Bucht" anschauen.

Fazit

"Beneath the Blue" setzt auf schöne Naturaufnahmen und den Niedlichkeitsfaktor der Delfine, doch das macht noch lange keinen guten Film aus.

Tanya Sarikaya - myFanbase
01.06.2011

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