Bewertung: 4
Miguel Arteta

Willkommen in Cedar Rapids

"Ich liebe dich." - "Oh mein Gott, ich liebe dich auch so sehr." - "Du kannst mich in den Arsch ficken, wenn du willst."

Foto: Copyright: 2011 Twentieth Century Fox
© 2011 Twentieth Century Fox

Inhalt

Tim Lippe (Ed Helms) ist ein erfolgreicher Versicherungsvertreter in seinem Ort. Ein noch viel besserer Vertreter in der Versicherungsgesellschaft, in der Lippe arbeitet, stirbt kurz vor einem wichtigen Kongress für Versicherungen bei einem Sexspiel. Daraufhin schickt Lippes Boss (Stephen Root) ihn zu diesem Kongress nach Cedar Rapids, wo er mit bestem Wissen und Gewissen den Preis für seine Versicherung mitbringen soll. Das Problem an Lippe ist, dass er absolut weltfremd ist. Er hat seinen Ort noch nie verlassen, ist noch nie in ein Flugzeug gestiegen oder hat auch nur einmal in einem Hotel übernachtet.

In Cedar Rapids angekommen macht er sogleich die Bekanntschaft mit den altgedienten Vertretern Dean Ziegler (John C. Reilly), Joan Ostrowski-Fox (Anne Heche) und Ronald Wilkes (Isiah Whitlock Jr.), welche ihm die Welt und das Leben aus einer ganz anderen Perspektive zeigen.

Kritik

Miguel Arteta und Phil Johnston sind nicht gerade Persönlichkeiten, welche im Filmgeschäft sehr bekannt sind, denn Vieles und Herausragendes haben sie beide noch nicht geleistet. Zwar hat Arteta als Regisseur schon so einiges an Erfahrungen sammeln können, besonders im Bereich von Fernsehserien, doch der große Durchbruch lässt noch auf sich warten. Gleiches gilt für Johnston, der als Drehbuchautor gut möglich auch in Zukunft ein Unbekannter sein wird. Was den Umstand aber nicht trübt, dass sie gemeinsam eine Komödie geschaffen haben, die einzig und allein durch den neuen Comedystar Ed Helms ("Hangover") lebt und vermarktet werden kann. Insbesondere, da es sich um eine Komödie um Versicherungsvertreter handelt. Ein Arbeitsbereich, welcher bei den meisten Menschen schon von vornherein extreme Langeweile auslöst.

Dieser Umstand wird dann auch noch dadurch verschlimmert, dass der Hauptcharakter ein komplett weltfremder Mensch ist, der nichts anderes als seine Versicherungspolicen im Kopf hat, sich benimmt wie ein Kind, das von Mamis Zitze nicht loslassen will und von seinem Boss herumkommandiert wird. Das erzeugt beim Zuschauer nicht nur das Gefühl von Mitleid, sondern es wirkt auch enorm peinlich und für viele womöglich eben absolut weltfremd. Bei wenigen wird der Humor zünden, bei den meisten aber komplett verblassen. In dieser Hinsicht helfen dann auch die in letzter Zeit zunehmenden Sexwitze nicht, aus dem Film das heraus zu holen, was eventuell möglich gewesen wäre.

Glücklicherweise weist der Film dann trotz allem keine Längen auf, was in allererster Linie am kurzen Plot liegt. Hin und wieder stechen dann die Nebendarsteller hervor. Beispielsweise Sigourney Weaver als Liebesgespielin von Lippe, aber auch nur, weil sie Sigourney Weaver ist, oder der in wenigen Kreisen bekannte Isiah Whitlock Jr., der seine beste Darstellung als Motherfucker Gangster in diesem Film inne hatte.

Fazit

Eine unterdurchschnittliche Komödie, die sich in den USA nicht durchsetzen konnte und es in Deutschland sicherlich auch nicht schaffen wird. Die Verantwortlichen haben zwar viel Wert auf Namen gesetzt, dafür weniger auf den Inhalt und die wichtigen lustigen Szenen, die diesem Film einfach fehlen.

Ignat Kress - myFanbase
11.05.2011

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