Bewertung: 4
Richard Gabai

Ruf der Wildnis

Nach dem Roman von Jack London.

Foto: Copyright: Universal Pictures
© Universal Pictures

Inhalt

Ryann (Ariel Gade), neun Jahre alt und in der Großstadt Boston aufgewachsen, ist wenig davon begeistert, ihre Ferien bei ihrem Opa (Christopher Lloyd) im ländlichen Montana zu verbringen. Das ändert sich schlagartig, als ihr Opa und sie einen verletzten Wolfshund bei sich aufnehmen und sich eine innige Freundschaft zwischen dem kleinen Mädchen und dem Hund zu entwickeln beginnt.

Kritik

Jack Londons berühmtes literarisches Werk "Call of the Wild", im Deutschen "Ruf der Wildnis", war bereits Vorlage für einige filmische Werke, nun also eine weitere, familienfreundliche Fassung mit Christopher "Doc Brown" Lloyd in der Hauptrolle. Sein Kultcharakter des schrägen Wissenschaftlers in der legendären "Zurück in die Zukunft"-Reihe war wohl für Lloyd Segen und Fluch zugleich. Die Rolle machte ihn in Fankreisen zur Legende, seine Karriere verlief dann aber eher durchschnittlich weiter, kaum wirklich nennenswerte Filme folgten, zu sehr verbanden ihn die Zuschauer wohl mit seiner Paraderolle, ein Schicksal, das auch immer wieder gern beliebte Seriendarsteller ereilt.

So wundert es auch nicht, dass Lloyd sich für diese in allen Belangen durchschnittliche, höhepunktarme und überraschungsfreie Familienunterhaltung hergibt, die im Grunde nicht viel zu sagen und zu erzählen hat. Mädchen kommt aus der Großstadt, mag das Landleben nicht, findet Hund, mag Hund und plötzlich auch die Natur, die Bösen werden besiegt, die Guten siegen. Wunderbar, alle sind glücklich, Film ist aus, Abspann läuft, kurz darauf Film wieder vergessen.

Doch halt, man sollte nicht zu voreilig urteilen, sollte man die Zielgruppe dieses Filmes doch nicht vergessen: Der Film ist für Kinder gemacht, für eher kleine Kinder, die Hunde süß finden und die werden hier auch ganz gut bedient. Leider wünscht man sich dann aber doch, dass man Kindern mal ein wenig mehr zutraut, als in eingefahrenen Schwarz/Weiß-Strukturen die Geschichte zu inszenieren, bei der jedem Kleinkind sofort bewusst ist, wer hier der Böse und wer hier die Guten sind. Ein klein wenig mehr Differenziertheit würde nicht schaden und Kinder auch mal ein wenig fordern.

Hier wird niemand gefordert, der Verlauf der Gesichte ist nach fünf Minuten glasklar, es passiert nichts Unerwartetes oder irgendwas ansatzweise Aufregendes. Alles verläuft gemütlich in seinen Bahnen, die Welt ist gut. Schwierige Themen, wie der Umgang mit dem Tod eines Geliebten, werden aufgeworfen, angeschnitten, aber nie wirklich ausgearbeitet, es bleibt alles an der Oberfläche. Man will bloß keine Konventionen verletzten. Auch die Verknüpfung des Filmes mit dem Roman von Jack London hätte man geschickter und cleverer in die Geschichte einbinden können, hier läuft das alles so nebenher ab, ohne wirklich Akzente zu setzen.

Fazit

Der Film will einfach zu massenkompatibel, zu sehr ein "Film für die ganze Familie" sein und das führt dazu, dass er einfach zu glatt, oberflächlich und, man kann es ruhig so ausdrücken, öde ist.

Moritz Stock - myFanbase
07.04.2011

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