Bewertung: 4
John Inwood

ExTerminators

Sperre einen Haufen wütender, verletzter Frauen in einen Raum und etwas Furchtbares wird passieren.

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Inhalt

Nachdem die schüchterne Buchhalterin Alex (Heather Graham) erst ihren Job verloren und dann auch noch ihren Freund mit einer anderen Frau im Bett erwischt hat, dreht sie beim Einkaufen durch und schlägt einen unfreundlichen Mann nieder. Daraufhin wird sie vom Gericht zur Teilnahme an einem Wutbewältigungskurs für Frauen verdonnert. Dort freundet sie sich mit Stella (Jennifer Coolidge) und Nikki (Amber Heard) an, die beide eine Mordswut auf Männer haben. Eines Abends wollen Alex, Stella und Nikki dem gewalttätigen Ehemann einer weiteren Kursteilnehmerin eine kleine Lektion erteilen und töten ihn versehentlich mit ungeahnten Folgen. Plötzlich werden sie von zahlreichen misshandelten und betrogenen Frauen angeheuert, deren Ehemänner zu beseitigen. Alex will mit der Sache nichts zu tun haben, während Stella und Nikki bald dick im Mordgeschäft sind. Als der fiese Steuerberater Hutt (Sam Lloyd) dem Killer-Duo auf die Spur zu kommen droht, wird jedoch Alex' Hilfe benötigt.

Kritik

Sind Männer Schweine? Wenn man diesem Film glauben darf, dann ist eine solche Frage klar zu verneinen. Männer sind keine Schweine sie sind Ungeziefer! Unter dem Deckmantel eines Schädlingsbekämpfungsunternehmens töten die beiden rabiaten Damen Stella und Nikki fiese Männer, deren unglückliche Ehefrauen gerne dafür bezahlen. Die eigentliche Hauptprotagonistin des Films, Alex, verschließt davor zunächst die Augen, bis sie vollends in den Schlamassel hineingezogen wird.

Der Film "ExTerminators" bemüht sich, eine schwarze Komödie zu sein, was aber nur in wenigen Szenen wirklich gelingt. Die meiste Zeit präsentiert sich die Handlung harmlos, vorhersehbar und mit vielen Klischees beladen. Das beginnt schon damit, dass Heather Grahams Filmfigur Alex zunächst hinter einer riesigen schwarzen Hornbrille versteckt und mit einer unvorteilhaften Frisur versehen wird, um sie uns als graue Maus zu verkaufen, bis sie dann die Brille gegen Kontaktlinsen eintauscht, ihr Haar öffnet und wer hätte das gedacht zum schönen Schwan wird.

Daneben kommt in diesem Film das gesamte männliche Geschlecht schlechter weg als der Beruf des Walfängers in einer Greenpeace-Dokumentation. Die Frauen um Alex können sich keine zwei Minuten an einem Ort aufhalten, ohne von einem Mann sexuell belästigt, beleidigt oder verletzt zu werden. Schätzungsweise 98 Prozent der Männer, die länger als ein paar Sekunden im Bild zu sehen sind, erweisen sich als Grabscher, Unsympathen, Gewalttäter oder Stalker. Die große Ausnahme ist der Polizist Dan (Matthew Settle), in den sich Alex dann auch prompt verliebt, der aber nicht zuletzt wegen der unpassenden Synchronstimme recht dümmlich und fade wirkt. Im Gegensatz zu Alex glaubt man als Zuschauer keine Sekunde, dass Dan die rosarote Brille, mit der er Alex betrachtet, abnehmen und den Frauen auf die Schliche kommen könnte.

Die unterhaltsamsten Elemente sind letztlich die beiden Killer-Ladys Stella und Nikki, die auch in jenen Momenten, die schwarzen Humor offenbaren, eine wesentliche Rolle spielen. Ihr Hauptgegner Hutt, dem man ebenfalls eine extrem nervige Synchronstimme verpasst hat, wirkt zwar durch und durch widerlich schließlich ist er ja ein Mann - , doch stellt auch er im Endeffekt keine wirkliche Bedrohung dar und löst beim Zuschauer kaum Bangen um die Heldinnen aus.

Fazit

In einzelnen Momenten blitzt das Potential des Films auf, doch über weite Strecken bleibt er zu berechenbar und trivial.

Maret Hosemann - myFanbase
30.01.2011

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