Bewertung: 6
Adam Green

Frozen - Eiskalter Abgrund

Niemand weiß, dass sie noch dort oben sind.

Foto: Copyright: Universum Film
© Universum Film

Inhalt

Das junge Pärchen Parker (Emma Bell) und Dan (Kevin Zegers) verbringt den Tag gemeinsam mit Dans bestem Freund Joe (Shawn Ashmore) am Mount Holliston, um Ski und Snowboard zu fahren. Da sie sich keinen Skipass leisten können, bestechen sie einen der Lift-Führer. Als die drei Studenten am Abend noch einmal den Berg hinauffahren, wird der Lift-Führer abgelöst und keiner weiß, dass Parker, Dan und Joe noch mit dem Sessel-Lift unterwegs sind. Die Anlage wird für mehrere Tage geschlossen und die drei jungen Leute sitzen in luftiger Höhe fest. Ein Schneesturm macht die Lage noch unerträglicher. Um sich und seine Freunde zu retten, nimmt Dan das Risiko auf sich, aus dem Lift zu springen - mit fatalen Folgen.

Kritik

Jeder, der den Film "Open Water" gesehen hat, kennt damit auch das Strickmuster von "Frozen - Eiskalter Abgrund". In "Open Water" waren es zwei Taucher, die mitten auf dem Ozean vergessen wurden, in "Frozen" sind es drei Wintersportler, die im Ski-Lift zurückbleiben. Während die beiden vergessenen Taucher im erst genannten Film mit der Naturgewalt Wasser zu kämpfen hatten und von Haien bedroht wurden, werden die Protagonisten hier von der Kälte gequält und von Wölfen terrorisiert. Wir können bei "Frozen" also definitiv nicht von einem originellen Konzept sprechen, aber doch von einem Konzept, das auf die Zuschauer wirkt.

In die Hilflosigkeit der drei Protagonisten kann sich jeder Zuseher mühelos hineinversetzen und nicht wenige Szenen lassen uns ordentlich mitleiden. Der Film zeigt uns die alles andere als angenehmen Folgen von extremer Kälte, von Sprüngen aus großer Höhe und vom Alleinsein in der Wildnis. Einige Faktoren, wie Hunger und Durst, kommen dabei allerdings etwas zu kurz. Dennoch wird recht eindrucksvoll vermittelt, wie schnell die scheinbar von uns beherrschte Natur, die wir für Freizeitaktivitäten nutzen, wieder zum unbesiegbaren Feind werden kann. Ist der Strom erstmal ausgeschaltet und der Kontakt zur Zivilisation abgeschnitten, schlagen die Naturgewalten gnadenlos zurück. Schnee, Kälte und die Tierwelt zeigen sich von ihrer tödlichen Seite. Mit hunderten von Menschen und ihren Maschinen legen sich Wölfe natürlich nicht an und bleiben im Verborgenen, doch drei wehrlose, verletzte, halberfrorene Zweibeiner, die im wahrsten Sinne des Wortes vom Himmel fallen, sind nichts anderes als gute Beute für die wilden Tiere.

Was die Interaktion zwischen den Charakteren betrifft, bekommt der Zuschauer hier ebenfalls sehr Ähnliches wie in "Open Water" und anderen Überlebensdramen geboten. Es gibt als Vorgeplänkel, bevor der Horror beginnt, ein paar kleine Konflikte und Eifersüchteleien sowie, als die Katastrophe ihren Lauf nimmt, einige gegenseitige Schuldzuweisungen. Eine echte Charakterstudie ist "Frozen - Eiskalter Abgrund" erwartungsgemäß nicht.

Fazit

Wer solche Filme wie "Open Water" mag, wird auch an "Frozen - Eiskalter Abgrund" seinen Gefallen finden. Statt Wasser und Haie sind es hier Schnee und Wölfe, die versehentlich zurückgelassenen Menschen das Leben wirkungsvoll zur Hölle machen.

Maret Hosemann - myFanbase
28.12.2010

Diskussion zu diesem Film