Bewertung: 7
Jonathan Liebesman

Experiment Killing Room

Es gibt keine Grenzen.

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Inhalt

Die junge Wissenschaftlerin Emily Reilly (Chloë Sevigny) erhält Einblick in ein streng geheimes Forschungsprojekt. Sie bekommt Aufnahmen vorgespielt, die zeigen, wie vier freiwillige Probanden Paul (Nick Cannon), Kerry (Clea DuVall), Crawford (Timothy Hutton) und Tony (Shea Whigham) einen Fragebogen ausfüllen. Plötzlich zückt der Leiter des Experiments, Dr. Phillips (Peter Stormare), eine Waffe und tötet einen der Teilnehmer. Die anderen drei entsetzten Probanden werden eingeschlossen und bekommen eine Schätzfrage gestellt. Wer weiter von der richtigen Antwort entfernt ist, stirbt als nächstes.

Kritik

Weiße Räume können unglaublich beängstigend sein, unter anderem auch, weil Blut darin den perfekten Kontrast bildet. In "Experiment Killing Room" ist besagter Killing Room ein weiß gefliester Raum mit einem Tisch und mehreren am Boden fest geschraubten Stühlen. Darin gefangen sind drei Probanden, die dachten, sie würden sich mit einer harmlosen medizinischen Studie ein bisschen Geld verdienen. Sie haben keine Ahnung, was mit ihnen passiert und wer ihnen das antut. Als Teil des Experiments werden ihnen mit einigen Tricks falsche Verdächtige suggeriert.

Wir Zuschauer sehen jedoch nicht nur die unglücklichen Testpersonen, sondern beobachten das Geschehen auch von außen aus der Sicht einer Wissenschaftlerin, die sich bewähren muss und zeigen soll, dass sie versteht, was es mit dem grausamen Experiment auf sich hat. Dieser Wechsel zwischen den Perspektiven ist sehr gelungen. Mal sind wir mit im Killing Room bei den Gefangenen, deren Angst sich in einigen Situationen gut auf den Zuschauer überträgt, und dann sind wir wieder bei den Wissenschaftlern, deren gefühllose Professionalität erschreckend und zugleich realistisch wirkt. So hören wir beispielsweise immer mal wieder den Funkverkehr zwischen den einzelnen Abteilungen, die für das Experiment benötigt werden, mit an, und können daraus ein paar Informationen entschlüsseln.

Natürlich hoffen wir, dass die Wissenschaftlerin Emily Reilly sich als moralische Instanz erweist und die Probanden rettet, zumal sie ja auch in gewisser Weise uns Zuschauer, die wir durch eine (Matt-)Scheibe auf das Experiment blicken, repräsentiert. Die Frage, wie sie sich entscheidet, trägt nicht unwesentlich zur Spannung bei. Mir hätte es allerdings besser gefallen, wenn der Leiter des Experiments nicht von einem so erfahrenen Bösewicht-Darsteller wie Peter Stormare dargestellt worden wäre, da dieser durch seine Ausstrahlung die Abneigung der Zuschauer überflüssigerweise noch mehr schürt. Ein etwas subtilerer Oberdoktor wäre vielleicht interessanter gewesen.

Die Auflösung, das heißt der Sinn und Zweck des Experiments, ist durchaus Zündstoff, der zum Nachdenken anregt, auch wenn manch ein Zuschauer vielleicht insgeheim einen größeren Storytwist erwartet.

Fazit

"Experiment Killing Room" ist ein durchaus mitreißender und anspruchsvoller Film, aus dem man sogar noch mehr hätte herausholen können.

Maret Hosemann - myFanbase
11.11.2010

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