Bewertung: 4
Burr Steers

Wie durch ein Wunder

Life is for living.

Foto: Copyright: 2010 Universal Studios
© 2010 Universal Studios

Inhalt

Bis vor kurzem hat Charlie St. Cloud (Zac Efron) noch ein ganz normales Leben geführt. Er gewann ein Segelstipendium, machte seinen Abschluss und lebte mit seiner Mutter (Kim Basinger) und seinem Bruder Sam (Charlie Tahan) glücklich zusammen. Doch bei einem Autounfall kommen er und Sam ums Leben und schwören sich, für immer zusammen zu bleiben. Charlies Reanimierung verläuft aber in letzter Sekunde noch erfolgreich und er kommt ins Leben zurück. Dennoch ist er völlig aus der Bahn, hat das Segeln endgültig aufgegeben und wohnt abgelegen in der Nähe des Friedhofs. Charlie kann seit seinem Nahtoderlebnis Geister sehen und sogar mit ihnen reden. So trifft er seinen Bruder Sam jeden Tag um dieselbe Uhrzeit und spielt mit ihm Baseball. Als Charlie die Seglerin Tess (Amanda Crew) kennenlernt, muss er sich entscheiden, ob er ein Leben in der Vergangenheit mit Sam, oder in der Zukunft mit ihr leben möchte.

Kritik

Die Geschichte um Charlie und seinen Bruder Sam, der tot ist, aber doch jeden Tag mit Charlie Baseball spielt, ist eigentlich richtig spannend. Die Story erinnert ein wenig an "Ghost Whisperer - Stimmen aus dem Jenseits", denn nur Charlie kann die Geister sehen und mit ihnen reden. Man möchte unbedingt wissen, wie es weiter geht, denn es ist klar, dass irgendwas passieren muss. Vor allem stellt man sich die Frage, warum Charlie plötzlich Geister sehen kann und natürlich wie er damit umgeht. Nur leider geht "Wie durch ein Wunder" gar nicht auf diese Fragen ein, sondern lässt das Publikum im Dunkeln tappen. Nicht einmal Charlie selbst fragt sich, warum er Sam plötzlich sehen kann.

So plätschert die Story vor sich hin, und man wartet weiter, dass etwas Spannendes passiert. Und in der Tat, das Geschehen nimmt seinen Lauf, und das ist leider nichts Positives. Anstatt sich mit tiefgründigen Fragen zu beschäftigen, was nun mit Sam ist, macht der Film eine 180-Grad-Wendung und beschäftigt sich lieber mit Themen wie die erste Liebe und alles was damit verbunden ist. Zwar ist das schon recht interessant, aber nicht das, was man sich von dem Film versprochen hat. Man hätte mehr auf Charlies Konflikt eingehen sollen, der darin besteht, dass er einerseits ein neues Leben anfangen muss, andererseits an seinem toten Bruder festhält. Der Versuch ist gegeben, aber statt sich mit dem Thema ernsthaft zu befassen, wird einige Male auf die Tränendrüse gedrückt und gut ist's. Und damit noch was Tolles passiert, zaubert man einfach mal Katastrophengeschichten voller Klischees und das anschließend völlig enttäuschende Ende dazu. Jedoch hat man Charlies Traum, das Segeln, sehr gut gelöst und wenigstens hier ein wenig Tiefgang eingelegt. Trotzdem bleibt die Story sehr flau und enttäuschend.

Charlies schwacher Charakter liegt jedoch keinesfalls an Hauptdarsteller Zac Efron, der nach seiner "High School Musical"-Reihe viele Teenieherzen erobern konnte. Auch hier lässt er mit seinen blauen Augen seinen Charme spielen, aber es scheint, als hätten die Drehbuchautoren sich eher auf das Äußerliche konzentriert. Efron hat durch seinen lückenhaften Charakter nicht die Möglichkeit, tiefgründiger zu spielen. Er rackert sich ab und gibt sein Bestes, die emotionalen Szenen würde er bestimmt gut rüberbringen, wenn es doch welche geben würde. Ihm ist kein Vorwurf zu machen und seine Darstellung ist im Rahmen seiner Möglichkeiten überzeugend. Dagegen scheint es, als würden Schauspieler wie Kim Basinger, Ray Liotta oder Donal Logue rein werbetechnisch aufgelistet werden, denn sie sind wirklich unterforderte Nebendarsteller, genau so wie Amanda Crew, welche die nette Freundin spielen darf. Charlie Tahan kommt wenigstens einige Male zum Zug, aber auch er bleibt dank seiner schlecht konstruierten Figur blass.

Fazit

Die Geschichte um die zwei Brüder hat ein spannendes Grundkonzept, aus dem man viel mehr hätte machen können. Man kratzt nur an der Oberfläche anstatt näher auf Charlies Gefühle, seine Charakterzüge und der Geschichte zwischen Leben und Tod einzugehen. Immerhin konnte Zac Efron sich von einer anderen Seite zeigen und positiv überraschen.

Tanya Sarikaya - myFanbase
19.10.2010

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