Bewertung: 8
Isabel Coixet

Elegy

"The biggest surprise in a man's life is old age." - Tolstoi

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Inhalt

Der Film "Elegy", nach dem Roman "Das sterbende Tier" von Philip Roth, erzählt oberflächlich betrachtet eine Liebesgeschichte zweier nicht nur altersmäßig grundverschiedener Menschen. Da ist der flatterhafte, in die Jahre gekommene, nie in einer festen Beziehung gewesene Literaturprofessor David Kepesh (Ben Kingsley), der die Ehe als Gefängnis betrachtet, und auf der anderen Seite die heißblütige junge, wissbegierige, lebensfreudige, bildschöne Studentin Consuela (Penélope Cruz). Es entwickelt sich eine emotional aufwühlende Beziehung, die vor allem Davids Lebensvorstellungen zu ändern beginnt.

Kritik

Das zentrale Thema des Films ist aber weniger die sich entwickelnde Liebesgeschichte der ungleichen Partner, sondern die Endlichkeit des eigenen Lebens, das plötzliche Erwachen im Alter und die Erkenntnis, dass der Großteil des eigenen Lebens vorüber ist sowie der Unwille dies zu akzeptieren. Der Film erzählt seine Geschichte sehr langsam, sehr behutsam, in atemberaubend schönen ästhetischen Bildern und erreicht damit eine selten gesehene Eleganz.

Ein weiterer elementar wichtiger Punkt für die große emotionale Wucht, die der Film nach und nach entfaltet, sind seine Darsteller, allen voran Ben Kingsley und Penélope Cruz, die wohl hier die beste Leistung ihrer Karriere zeigt. Man kann in jeder Sekunde die Verehrung dieser atemberaubend schönen Frau nachvollziehen, die Kingsleys Charakter von der ersten Begegnung an vollführt, da Cruz ein Charisma ausstrahlt, das einen in jeder Minute fesselt. Auch die wechselseitige Interaktion und das Zusammenspiel der beiden Darsteller funktioniert prächtig. Trotz des immensen Altersunterschiedes stellt man die beiden als Paar nicht in Frage, sie passen zueinander, sie brauchen einander und sie lieben einander und das spürt der Zuschauer von der ersten Sekunde an.

Aber auch die Nebenrollen sind hochkarätig besetzt: Sei es Peter Sarsgaard als Davids verbitterter Sohn, Patricia Clarkson als Davids langjährige Geliebte und Freundin, oder der wunderbare Dennis Hopper als Davids bester, engster und einziger wirklicher Freund. Allesamt überzeugen und ihre Charaktere sind keine bloßen Stichwortgeber, sondern hinterlassen trotz der recht geringen Leinwandzeit Spuren und bleiben aufgrund der vielschichtigen Charakterzeichnung dem Zuschauer in Erinnerung.

Fazit

"Elegy" ist ein wahrlich tiefgründiges, toll erzähltes Charakterdrama, das berührt und einen über die eigene Vergänglichkeit des Seins und die Bedeutung von wahrer Liebe nachdenken lässt, und dies fernab von jeglichem Kitsch und Pathos.

Moritz Stock - myFanbase
15.06.2010

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