Bewertung: 5
Antoine Fuqua

Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest

"Heute wird eine Frau geschlagen, morgen ist es Mord. Nimm die Arbeit nicht mit nach Hause. Sie macht dich nur fertig."

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Inhalt

Wir befinden uns in New Yorks Brennpunkt - Brooklyn. Dies ist der Arbeitsplatz von drei Polizisten und ihren eigenen Vorstellungen der Zukunft. Eddie (Richard Gere) ist Streifenpolizist, und steht kurz vor der Pensionierung. Kurz davor erhält er jedoch noch den Auftrag, einen jungen Polizisten in die Arbeit einzuführen und auszubilden. Tango (Don Cheadle) arbeitet schon seit Jahren als Undercover-Polizist im Drogenmilieu von Brooklyn. Dieser Auftrag sollte ihm einen besseren Arbeitsplatz im Büro verschaffen, doch hat sie ihm bis jetzt nur seine Ehe gekostet. Sal (Ethan Hawke) arbeitet in einer Spezialeinheit, welche die Umschlagplätze des Drogenhandels überwacht, und zu passenden Gelegenheiten die Drogen und das Geld aus dem Weg schafft.

Nachdem Caz (Wesley Snipes) wieder aus dem Gefängnis kommt, und seine Geschäfte übernimmt, möchte er den nächsten großen Coup planen. Bei einer verhängnisvollen Razzia kreuzen sich die Wege aller drei Polizisten.

Kritik

Drei Leben und eine Geschichte. Eine Geschichte um drei Schicksale, deren Leben nur durch die Drogenkriminalität verkümmert wurde, und aus der sie sich versuchen herauszuschlagen. Gleich zu Beginn des Filmes tritt Ethan Hawke als Polizist der Antidrogeneinheit auf, und erschießt zugleich einen Drogenkurier, um an das Geld zu gelangen, welches dieser bei sich hat. Dieser Vorfall findet heimlich in einer stillen Nacht an einem Friedhof statt. Im ersten Moment vielleicht überraschend, doch schnell wird dem Zuschauer die Situation des Polizisten klar, auch wenn diese nicht sehr einfallsreich oder neu klingt.

Dann hätten wir als nächstes den Altstar Richard Gere, welcher mit seinen 60 Jahren immer noch ziemlich fit wirkt, dafür aber einen arbeitsmüden Streifenpolizisten spielt, dessen Routine sich für ihn schon so anfühlt, wie Bill Murrays täglicher Gruß an das Murmeltier. In all seiner Routine grüßt sich Eddie jeden Morgen mit demselben Ritual. Er steht auf, trinkt Alkohol, zieht seine Pistole, steckt Sie sich in den Mund, und drückt ab.

Als letztes gibt es den Undercover-Cop, welcher von Don Cheadle gespielt wird. Dieser ist mitten in der Drogenszene unterwegs, denn er führt die Geschäfte weiter, so lange sein bester "Freund" im Gefängnis seine Haft absitzt. Aus diesem Zwiespalt möchte er entkommen, was für ihn aber nicht leicht ist, da er von beiden Seiten großen Druck bekommt. Seine Gang möchte, dass er brutaler gegen die Feinde vorgeht, und das FBI möchte, dass er noch tiefer in die Geschäfte einsteigt, um einen großen Deal zu arrangieren. Und um diese Konfrontation gut schauspielern zu können, bedarf es nun einmal eines ausgesprochen guten Talentes, welches Cheadle vielleicht besitzt, jedoch nicht in diesem Film. Ansatzweise kauft man ihm seine Rolle ab, jedoch war es das auch schon.

Die beste Arbeit leistet im Film immer noch Ethan Hawke, der durch seinen Wahn, seiner Familie etwas besseres geben zu können, sich in die pure Gier hineinsteigert, und dabei jeglichen Sinn für Ordnung, Sitte und seine unter Eid versprochenen Regeln, seines Amtes Folge zu leisten, vergisst. Es ist eine einfach beeindruckende Verwandlung, welche sich im Film darbietet.

Für die Charaktere sind aber nicht die Schauspieler verantwortlich, sondern der Regisseur Antoine Fuqua, der unter anderem für den Film "Training Day" verantwortlich war, in welchem auch Ethan Hawke mitspielte. Womöglich ist das der Grund, warum Hawke die wohl schwierigste Rolle erhalten hat. Fuqua wusste einfach, welchen Schauspieler er tatsächlich bekommt.

Doch genug der Schauspieler, wie wichtig ist die Geschichte, die zum Showdown führt? Sie ist zwar relevant, aber vermag keine sonderliche Spannung aufzubauen, wie man sie sich die ganze Zeit gewünscht hätte. Dazu trägt nicht nur die zum Teil unpassende Filmmusik bei, sondern auch die gesellschaftskritischen Punkte, die immer nur kurz angesprochen oder gar nur angedeutet werden, aber keinerlei Tiefgang aufweisen. Rassismus, Drogen, Prostitution, anfängliche Apartheid, Bildungsmangel oder Straßengewalt - Themen die schon in vielen Filmen behandelt worden sind, unter anderem in "Hooligans", und zu einem mehr oder minder schlüssigem Ergebnis geführt haben. Jedoch fehlt hier das schlüssige Ergebnis, und auch die Verflechtung aller drei Charaktere zu einem gemeinsamen Nenner führt irgendwie ins Leere, wodurch einem in rasanter Schnelle unzählige Fragen aufgeworfen werden.

Fazit

Ein durchweg ansprechender Film für einen gewissen Personenkreis, bei dem aller guten Dinge wirklich nur drei sind. Es überlebt nämlich nur der Letzte.

Ignat Kress - myFanbase
20.04.2010

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