Bewertung: 7
Kyle Newman

Fanboys

"Und wenn der Film Schrott ist?"

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Inhalt

Gebannt und voller Vorfreude zählen die Fans der Star-Wars-Saga die Tage, bis es endlich so weit ist und "Star Wars: Episode I" ins Kino kommt. Zu den Erwartungsfrohen gehören auch Windows (Jay Baruchel), Hutch (Dan Fogler), Eric (Sam Huntington) und Linus (Chris Marquette). Letztere waren einst sehr gute Freunde, haben sich aber vor drei Jahren aus den Augen verloren. Auf einer "Star Wars"-Party treffen sie sich nun zufällig wieder. Was Eric nicht weiß, ist, dass Linus wegen einer Krankheit nicht mehr lange zu leben haben wird. Seine Freunde entscheiden deswegen, zum Anwesen von George Lucas zu reisen, um dort eine Kopie von "Star Wars: Episode I" zu stehlen und den Film somit vor allen anderen zu sehen. Einen solchen Plan haben sie eh bereits als Kinder geschmiedet. Besonders für Linus wäre das eine Riesenfreude, weil er den Kinostart nicht mehr erleben wird.

Die Jungs machen sich auf den Weg und ein irrer Roadtrip beginnt. Der Weg ist weit und nicht immer geradlinig. Doch alle sind entschlossen und überzeugt, dass die Macht mit ihnen ist...

Kritik

Was soll man von einem Film erwarten, der den Titel "Fanboys" trägt und sich mit "Star Wars" beschäftigt? Natürlich kann hier nur ein verrückter Film entstehen, dem man in jeder Minute anmerkt, dass er nur aus der Feder eines Fans stammen kann. Regiesseur Kyle Newman hat sich vor dem Film, aber vor allem mit dem Film als absoluter "Star Wars"-Fan geoutet. Der Film legt es entsprechend auch genau darauf an. Entweder man ist selbst ein absoluter Fan und genießt somit einfach jede dieser durchaus abgefahrenen 90 Minuten oder man bekommt als entfernter Beobachter zumindest ein Gefühl davon, was den "Star Wars"-Fans Luke Skywalker, Yoda und Chewbacca bedeuten.

Der Film schreckt dabei auch nicht davor zurück, die Jungs als teilweise weltfremd und nerdig darzustellen, was bei einem solch intensiven Hobby wohl einfach eine gängige Meinung ist und sicherlich auch zutreffen mag. Mit Kristen Bell präsentiert man aber auch das weibliche Pendant und gleichzeitig den Inbegriff der nächtlichen Träume eines jeden Fans. Eine attraktive junge Frau, die "Star Wars" genau so liebt wie man selbst. Diese muss es sich allerdings erst erarbeiten, Teil der Reise zu werden.

Dass diese Reise kein normaler Trip ist, braucht man wohl nicht zu erwähnen. Man lässt es sich nicht nehmen, in die Heimat der Trekkies zu fahren, um dort für Ärger zu sorgen. Wenn der Film ein durchgehendes Motiv hat, dann ist es die Auseinandersetzung zwischen Fans des "Star Wars"- Universums und den "Star Trek"-Fans. Hier nutzt man fast jede Gelegenheit. Aus einer Verlegenheit heraus muss man sogar auf die Hilfe von Gaststar William Shatner zurück greifen, der natürlich ganz eigene Ziele verfolgt. An Insiderhumor mangelt es also nicht und auch das "Star Wars"-Wissen wird ein ums andere Mal auf die Probe gestellt, denn die Reisenden müssen schließlich beweisen, dass ihre Mission nicht nur auf leeren Worthülsen beruht. Hilfe wird sich in Quizform verdient. Hier siebt der Film auch automatisch die Spreu vom Weizen aus. Als normaler Filmfan ist man froh, dass man zumindest weiß, wovon gesprochen wird.

So verläuft der Film kurzweilig, wenn auch nur selten kreativ, immer mehr Richtung Anwesen von George Lucas, wo es natürlich zum Showdown kommt. Durch die Krankheit schwebt auch immer noch eine ernste Komponente mit, die aber doch so manches Mal vom Zuschauer vergessen wird. Trotzdem geht es in dem Film grundsätzlich auch um Freundschaft. Das reicht letztlich alles nicht, um von großem Kino oder einer nachdrücklichen Empfehlung zu reden. Der Film macht einfach Spaß, will nicht zu viel, sondern erfüllt genau das, was er bezweckt und ist damit mehr wert, als mancher Film, der kein Maß findet.

Über den Film hinaus liefern dann die vielen Specials auf der DVD noch einen intensiven Einblick in die Fanwelt von "Star Wars" und die wohl sehr spaßigen Dreharbeiten zum Film. Nicht alles ist dabei empfehlenswert, aber die Fülle lässt jedes Fanherz von Zusatzmaterial auf einer DVD höher schlagen. Aber wenn nicht bei diesem Film, wann dann.

Fazit

"Fanboys" ist ein kurzweiliger Einblick in die Fanwelt von "Star Wars", der mit einfachen Mitteln und ohne den Anspruch, ein Film für Jedermann zu sein, auf dem Roadmovie-Niveau zu unterhalten weiß. Und genau das sollte der Film sicher auch nur sein.

Emil Groth - myFanbase
05.04.2010

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