Bewertung: 6
Bart Freundlich

Lieber verliebt

"Es ist nie zu spät für ein Happy End."

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Inhalt

Als Sandy (Catherine Zeta-Jones) geheiratet und Kinder bekommen hat, widmet sie sich ganz ihren Pflichten als Hausfrau und stellt ihre persönlichen Wünsche und Träume hinten an. Als sie aber durch einen Zufall herausfindet, dass ihr Mann eine Affäre hat, packt sie ihre Sachen, nimmt ihre zwei Kinder und zieht nach New York, um dort ein neues Leben fernab ihres untreuen Ehemanns zu führen. Ziemlich schnell findet sie auch eine passende Wohnung, oberhalb eines Cafés, indem der junge Aram (Justin Bartha) arbeitet - auch der wurde gerade verlassen und betrogen, von einer Französin, die durch eine Heirat mit ihm an eine Green Card kam und sich dann aus dem Staub machte. Sandy findet schnell Gefallen an dem wesentlich jüngeren Aram und stellt ihn als Babysitter für ihre zwei vorlauten Kinder ein, was zu weitläufigen romantischen Verwicklungen führt...

Kritik

Das Genre der romantischen Komödie wandert bereits seit Jahren auf ziemlich ausgetretenen Pfaden. Das Strickmuster ist grundsätzlich auch immer wieder dasselbe: Mann und Frau lernen sich kennen und lieben, stoßen auf für ihre Beziehung existenzielle Probleme, die das junge Glück gefährden und auseinanderbringen, bis sie in einem von Kitsch überzogenen, von großen Gesten und rauschender romantischer Musik begleiteten Finale merken, dass sie doch eigentlich Seelenverwandte sind und für immer das Leben miteinander teilen wollen.

In diesem vorhersehbaren, überraschungsarmen filmischen Strickmuster gefangen ist es nicht leicht, etwas Neuartiges, Kreatives, Außergewöhnliches zu kreieren. Auch Bart Freundlichs Film "Lieber verliebt" verharrt in diesem Muster, schafft es aber, dieses recht amüsant und charmant auszufüllen.

Eine romantische Komödie steht und fällt mit seinen Hauptdarstellern: Man muss das Knistern zwischen Ihnen spüren, mit ihnen mitfiebern und das Liebesglück gönnen. Im Punkt der Besetzung macht der Film alles richtig: Catherine Zeta-Jones, als geschiedene Mutter Anfang 40, die ihr Leben nochmal von vorne zu beginnen versucht, harmoniert mit dem wesentlich jüngeren und noch relativ unbekannten Justin Bartha perfekt. Selten hat die Chemie zwischen einem Leinwandpaar so gut funktioniert wie hier. Alle Szenen zwischen den beiden machen einen Heidenspaß, da sie so herrlich unverkrampft und locker-leicht miteinander interagieren.

Da Zeta-Jones auch mit Anfang 40 immer noch eine wunderschöne, attraktive Frau ist, fällt es dem Zuschauer leicht, nachzuvollziehen, warum sich der wesentliche jüngere Aram in ihren Charakter verliebt. Es ist wirklich eine Freude nach langer Zeit mal wieder eine gut aufgelegte, munter aufspielende Catherine Zeta-Jones zu sehen, die sich in letzter Zeit im Kino leider sehr rar gemacht hat.

Auch der Humor des Films ist ein wirklich witziger, charmant vermittelter, der zwar auch ab und an niveautechnisch etwas tiefer geht, aber nie wirklich dumm und einfältig wirkt. Dafür sind die Charaktere einfach viel zu liebenswert und sympathisch, und vermögen es, auch einen eher blödsinnigen Scherz charmant wirken zu lassen. Grandios witzig, weil entwaffnend ehrlich und direkt, sind die Kinder von Sandy, die wirklich einen Hammerspruch nach dem nächsten dem Publikum entgegenfeuern und dadurch für die humorvollsten Szenen des ganzen Filmes sorgen.

Leider vermag es der Film nicht, den sympathisch-witzigen Ton über die ganze Laufzeit zu halten. Das Ende ist eine Enttäuschung, da Regisseur Freundlich da zu sehr auf die üblichen abgedroschenen Genreklischees setzt und Probleme kreiert, wo eigentlich keine sind. Plötzlich ändert sich der Tonfall und aus dem heiteren, stellenweise aberwitzigen Film wird ein übertrieben kitschiges und rührseliges Theater, mit einem obligatorisch schwach inszenierten und arg konstruierten Ende.

Der Film erfindet das Rad mit Sicherheit nicht neu und das Grundkonstrukt des Films - ältere Frau trifft jüngeren Mann - ist in unserer aufgeklärten Zeit bereits wahrlich nichts besonders Innovatives oder Neuartiges. Dennoch macht der Film im Großen und Ganzen wirklich ungeheuren Spaß, was vor allem an den witzigen pointierten Dialogen und dem grandios harmonierenden Hauptdarstellern liegt. Leider kann sich der Film nicht aus dem Grundmuster der romantischen Komödie befreien und spult zum Ende hin Altbekanntes auf eine wirklich unglaubwürdig-konstruierte Art und Weise ab.

Fazit

In der Weihnachtszeit erfreut man sich doch gerne an liebenswerten, herzlichen kleinen Filmen, die kurzweilige sympathische Unterhaltung bieten und gleichzeitig ein wenig das Herz erwärmen. Dies bietet der Film, nicht mehr, aber garantiert auch nicht weniger!

Moritz Stock - myFanbase
24.12.2009

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