Bewertung: 9
Walter Salles

Dark Water - Dunkle Wasser

This Season, The Mystery Of The Darkness Will Consume Your Life.

Foto: Copyright: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Inhalt

Dahlia befindet sich im Sorgerechtstreit mit ihrem Mann um ihre Tochter Cecilia und versucht alles um die Richter überzeugen zu können, dass sie sich um ihre Tochter kümmern kann. Auf der Suche nach einer neuen Wohnung, die sie sich auch leisten kann, geht sie mit ihrem Anspruch weit nach unten. Sie findet schließlich eine Wohnung, die sich in der Nähe einer profilierten Schule befindet, auf die ihre Tochter gehen soll. Doch Cecilia ist nicht sonderlich begeistert von dem Haus.

Als sie allerdings einen Hello Kitty-Rucksack auf dem Dach findet, der beim Hausmeister abgegeben wird, ändert sich zur Freude der verzweifelten Dahlia ihre Meinung. Sie ziehen in das Haus ein, doch schon bald gibt es erste Probleme. Aus der Wohnung über ihnen tropft Wasser herunter, aber so richtig will sich weder der Hausmeister noch der Hausverwalter der Sache annehmen. Dahlia muss sich also selbst darum kümmern. Außerdem sagt ihr die Erzieherin, dass Cecilia in der Schule mit einem imaginären Freund reden würde. Zusätzlich hat Dahlia Alpträume, die im Zusammenhang mit ihrer unglücklichen Kindheit stehen und Cecilias Vater will sich auch nicht so einfach geschlagen geben. Eine schnelle Besserung der Situation scheint in diesem gruseligen Haus dabei nicht in Sicht zu sein...

Kritik

Wie schon bei "The Ring" gibt es auch bei "Dark Water" bereits eine japanische Verfilmung und wie bei "The Ring" war ich froh, dass sich Hollywood nochmals mit dem Buch auseinander gesetzt hat. Die Story gibt ja wirklich einiges her, aber die Jungs aus dem Land der aufgehenden Sonne haben auf mich keine Wirkung. Da ist die Hollywoodbesetzung schauspielerisch gleich ein riesiger Unterschied. Jennifer Connelly hat nicht umsonst schon einen Oscar bekommen, ihre Fähigkeiten stellt sie auch als allein erziehende Mutter in diesem Genre stark zur Schau. Und auch die weiteren Charaktere werden überzeugend dargestellt. Da ist zum einen John C. Reilly als Hausverwalter, der sich alle Mühe gibt die hässliche Wohnung schön zu reden (göttliche Szene), der Hausmeister (Pete Postlethwaite), der es immer von allen Seiten abbekommt, Dougray Scott als mit allen Mitteln kämpfender Vater, der ebenfalls das Sorgerecht für Cecilia haben will, Tim Roth als Anwalt, dessen Büro sein Auto ist, sowie Camryn Manheim, die als Erzieherin auch nur das Beste will. Nicht zu vergessen dann noch die beiden Kinder, Ariel Gade als sture Tochter, die einfach nur Kind ist und Perla Haney-Jardine als verlorenes Mädchen, die einfach nur nicht allein sein will.

Aber ein toller Cast macht natürlich noch keinen tollen Film. Hier kommt Walter Salles ins Spiel, der mit seinen Produzenten und Rafael Yglesias (Screenplay) für diesen Film verantwortlich zu machen ist. Es ist ihnen sehr gut gelungen immer wieder warm und kalt gegenüber zu stellen. Ich meine sogar, dass dies der rote Faden des Filmes ist. Wie Menschen miteinander umgehen um ihre Ziele zu verfolgen. Da ist der fiese Hausverwalter, dem es nur darum geht, seine Wohnungen loszuwerden, der Hausmeister, der einem zwar etwas leid tut, aber dessen Freundlichkeit auch nur gespielt ist. Man kann also sagen, alles, was mit dem Haus in Verbindung steht, stellt eine Gefahr dar.

Die Personen von außerhalb bilden dazu wieder einen Gegenpol. Die Erzieherin ist so freundlich, wenn nur alle Erzieherinnen so wären... Sie kümmert sich jedenfalls um die Kinder und gibt Ratschläge etc. Ebenso die Sekretärin der neuen Arbeitsstelle von Dahlia. Und ihr Anwalt im fahrenden Büro ist natürlich gut zu ihr. Muss er ja auch. Diese Szenen sind übrigens auch großartig komisch. Wie er auf die schnelle seinen Drucker vom Beifahrersitz räumt, damit Dahlia sich setzen kann und wie er mit seinem Handy Fotos von den Beschuldigten macht. Tolle Ideen.

Mittendrin steht da Dahlia mit ihrer Tochter Cecilia, die sie über alles liebt und nur das Beste für sie will. Natürlich will sie Cecilia behalten und nicht an ihren Vater abgeben. Die mütterliche Liebe wird hierbei herzerwärmend dargestellt. Ob der gemeinsame Einzug oder das Üben vor dem ersten Schultag. Da kann ich wieder nur sagen, wenn doch jede Mutter so wäre...

Ich bin immer noch etwas überrascht vom Ende. Wenn man es sich genau überlegt, hätte man es sich wahrscheinlich denken können, aber irgendwie hat es mich doch aus der Fassung gebracht und gerade das muss ich dem Film wirklich zu Gute halten. Der Regisseur hat es geschafft, den Spannungsbogen so zu inszenieren, dass man ganz unterbewusst immer etwas unruhig ist, weil einem diese Ungewissheit, was jetzt eigentlich in diesem Haus los ist, die ganze Zeit auf Trapp hält.

Fazit

Der Film ist absolut empfehlenswert. Großartiger Cast, eine herzerwärmende Story in diesem gruseligen Genre und von Anfang bis Ende eine runde Sache.

Emil Groth - myFanbase
18.08.2005

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