Eric Darnell, Tom McGrath

Madagascar

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Im New Yorker Central Park Zoo leben der Löwe Alex, das Zebra Marty, Melman die Giraffe und Gloria die Nilpferddame. Im Zoo werden sie gepflegt, bekommen alles perfekt hergerichtet, serviert und baden in dem Beifall der Zoobesucher. Alex, der Star des Zoos, ist immer perfekt gestylt und liebt es sich bejubeln zu lassen. Marty hingegen, der Probleme hat seine Klappe zu halten und öfters Dinge sagt, die er hinterher bereut, träumt von einem Leben in der Wildnis, weshalb ihm der Fluchtplan von vier Pinguinen, die in die Antarktis wollen, sehr gelegen kommt und sich ihnen anschließen möchte. Melman, überängstlich und hypochondrisch, Gloria und Alex wollen ihn jedoch von dieser Idee abbringen.

Als Marty jedoch plötzlich verschwunden ist, folgen sie ihm in den Großstadtdschungel, ihre Flucht wird allerdings bemerkt und sie werden wieder eingefangen. Dank einiger engagierter Tierschützer sollen sie nach Afrika verschifft werden, was allerdings von den Pinguinen vereitelt wird, die ebenfalls auf dem Schiff transportiert werden und es kapern. Bei ihrem Wendemanöver, um in die Antarktis zu kommen, stürzen die Transportkisten von Alex, Marty, Melman und Gloria ins Meer und sie werden auf Madagaskar angespült.

Hier treffen sie auf immer feierfreudige Lemuren, aber vermissen sehr schnell die Wärter, die ihnen im Zoo immer ihr Essen servieren, so dass Alex bald beginnt alle Lebewesen als Steak zu sehen und auch seinem Freund Marty die Zähne in das Hinterteil haut. Dieser ist aber glücklicherweise nicht nachtragend und begibt sich auf die Suche nach seinem Freund Alex, als die Pinguine, denen es in der Antarktis nicht gefiel, mit dem Frachter auf Madagaskar ankommen.

Kritik

Was erwartet man, wenn vier verwöhnte Zootiere aus dem New Yorker Zoo ausbrechen? Das große Chaos natürlich! Und genau das tritt auch ein und wird in Madagascar genauestens geschildert. Man stelle sich einfach mal einen Löwen vor, der Angst vor einer Spinne hat!

Bei den Machern von Shrek und Große Haie – Kleine Fische sind die Erwartungen natürlich recht hoch und sie werden auch zu Beginn des Filmes erfüllt. Allerdings hätten sie vielleicht darauf achten sollen ihr Pulver nicht gleich zu Anfang völlig zu verschießen, denn so werden die Lachmuskeln nur sehr gehäuft beansprucht und liegen danach brach. Ausnahme sind lediglich einige wenige gute Szenen, die meistens auf die Kappe der Pinguine gehen. Schade dass sie sich dagegen entschieden haben nur die Abenteuer der Pinguine zu erzählen, da sie eindeutig das Beste an dem gesamten Film sind und viel zu kurz kommen!

Die Story ist auch für kleine Kinder leicht verständlich, das Fressen und Gefressen werden wird aber sehr realitätsgetreu dargestellt, was für jüngere Kinobesucher etwas grausam sein könnte. Gleichzeitig regt die Handlung aber auch zum Nachdenken an, da gezeigt wird, dass es den Tieren im Zoo nicht unbedingt schlechter geht als in freier Wildbahn, weil sie sich hier gar nicht zurechtfinden würden und nicht lebensfähig wären. Unsere vier Freunde sind es jedenfalls nicht!

Im Gesamten gesehen ist die Story in sich schlüssig, wird jedoch nicht wirklich zu einem Ende gebracht, wodurch noch genügend Stoff für Madagascar – Teil 2 bleibt.

Für lustige Momente sorgen vor allem die vier Pinguine, die in der deutschen Fassung von den Fantastischen Vier gesprochen werden, von ihnen kommen die genialsten Sprüche und sie werden, wenn überhaupt, lediglich von den Aktionen des tollpatschigen und hypochondrischen Melman übertroffen. Melman kann mit seinen langen Beinen und dem langen Hals nicht sonderlich gut umgehen und sorgt vor allem in den Gängen der New Yorker U-Bahn für komisch anmutende Szenen und mit seinen ewigen Wehwehchen sorgt er auch regelmäßig für Lacher, was wohl auch an der sehr guten Wahl von Bastian Pastewka als Synchronsprecher liegt.
Die Synchronsprecher sind alle sehr gut gewählt und machen ihren Job sehr gut, auch wenn sie nicht unbedingt an die Originalbesetzung rankommen, ist auch die deutsche Fassung nicht zu verachten!

Aber auch die rockenden Lemuren sorgen für Lacher und man kann leicht mit dem wunderschönen Ohrwurm „I like to move it“ wieder das Kino verlassen.

Wenn sie den kleinen Lemuren Mort vorschicken, der äußerlich sehr stark an einen Furby erinnert, um herauszufinden, ob unsere vier Ausreißer gefährlich sind, kommen einem leicht Szenen aus Ice Age in den Sinn: „Böser“ Alex aus der Froschperspektive über einem kleinen schreienden Lemuren. („Wo ist das Baby?“ – „Da ist das Baby!“)

Sehr schön ist auch, dass sowohl die älteren Zuschauer, als auch die kleinen auf ihre Kosten kommen und ordentlich was zu lachen haben, da viele Anspielungen auf die heutige Popkultur und andere Filme gemacht werden. So wurde z.B. auf American Beauty, Planet der Affen und auf Cast Away angespielt.

Die Figuren sind besonders detailgetreu dargestellt und die Optik erinnert mehr an alte Zeichentrickfilme, als an gepixelte Bilder. Als Vorlage dienten Klassiker aus den 30er und 40er Jahren in denen die Komik zum Großteil aus den slapstickhaften Bewegungen der Figuren entsteht, was auch hier seine Wirkung nicht verfehlt. Man hat bei Madagascar versucht dreidimensionalen Computermodellen einen zweidimensionalen Charakter zu verleihen, weshalb die Figuren ab und zu leicht überdreht aussehen, aber immer noch bzw. gerade deshalb einfach nur zum knuddeln sind.

Mit Hans Zimmer haben sie für die Filmmusik auch keinen Unbekannten Komponisten gewählt, die Soundtracks zu Gladiator und König der Löwen stammen ebenfalls aus seiner Feder. Dies ist auch deutlich zu hören, da die Musik teilweise sehr stark an den König der Löwen Soundtrack erinnert. Der Film hat zwar nicht den Musical-Charakter von (früheren) Disney-Produktionen, aber die Lemuren zeigen schon ihr Können, was Singen und Tanzen anbelangt!

Mit 87 Minuten ist Madagascar ein recht kurzes Kinovergnügen, aber da der Film im Laufe der Zeit immer mehr abnimmt ist es wohl auch besser so. An seine Vorgänger kommt er zwar nicht ran, aber ein Film, den man sich gut angucken kann, wenn man vor dem Einschlafen noch mal seine Lachmuskeln betätigen möchte!

Inka - myFanbase
10.08.2005

Diskussion zu diesem Film