Bewertung: 2
George A. Romero

Bruiser

Rache hat kein Gesicht.

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Inhalt

Henry Creedlow (Jason Flemyng) ist ein Verlierer, der nach Strich und Faden ausgenutzt wird. Seine Frau (Nina Garbiras), sein bester Kumpel (Andrew Tarbet), sein Chef (Peter Stormare), sie alle hintergehen und bestehlen ihn. Als Henry eines Morgens aufwacht, hat er anstelle seines Gesichts nur noch eine weiße, ausdruckslose Maske. Seiner Identität beraubt, beginnt Henry einen blutigen Rachefeldzug.

Kritik

Ein Film von George A. Romero lässt natürlich aufhorchen. Immerhin verdanken wir dem Mann den Siegeszug der Zombies durch die Kinos dieser Welt, angefangen 1968 mit "Die Nacht der lebenden Toten", fortgesetzt mit "Dawn of the Dead" samt Remake, "Day of the Dead" plus Neuverfilmung und "Land of the Dead". Es scheint allerdings, als hätte sich Mr. Romero ein wenig zu sehr mit den langsam umherschwankenden Untoten beschäftigt, denn auch sein Film "Bruiser" kommt, ohne dass es darin um Zombies geht, ziemlich langsam und ohne Schwung daher.

Die Charaktere an sich und die Charakterkonstellationen überzeugen von Beginn an überhaupt nicht. Die Hauptfigur Henry wird seit Jahren mehr als offensichtlich von der Ehefrau und dem besten Kumpel verarscht, ohne es richtig zu kapieren, geschweige denn sich zu wehren, um dann innerhalb weniger Minuten aus heiterem Himmel alle Betrügereien aufzudecken, ohne Gesicht aufzuwachen und Rache zu nehmen. Henrys Chef Milo, gespielt von dem ehemaligen "Prison Break"-Darsteller Peter Stormare, verhält sich seinen Angestellten gegenüber so diskriminierend und sexistisch, dass man meinen könnte, Political Correctness wäre nur ein Mythos. Nichtsdestotrotz ist Milo mit einer lieben, unschuldigen Frau verheiratet, die er beinahe täglich betrügt. Die Polizei offenbart derweil einen bemerkenswerten Mangel an Kompetenz. Die uniformierten Polizisten schmeißen Beweisstücke in einem Mordfall einfach aus dem Fenster und die beiden Hauptermittler besprechen die Einzelheiten des Falls ganz vergnügt direkt vor der Haustür des Hauptverdächtigen, der dann natürlich alles mitbekommt und sein weiteres Vorgehen planen kann. Sherlock Holmes würde sich im Grabe umdrehen, wenn er denn tatsächlich existiert hätte.

Die Story ist absolut vorhersehbar, da man genau weiß, wer sterben und wer überleben wird. Man wartet also darauf, dass die Morde geschehen, doch dabei nimmt sich der Film noch unnötig viel Zeit. Henrys Rachefeldzug besteht mehr aus Gerede als aus Action. Das Beste an dem ganzen Film ist letztlich die total schräge Kostümparty, auf der es zum Showdown kommt.

Fazit

Besser, man sieht sich George A. Romeros Zombiefilme an, die bieten mehr Spannung und Unterhaltung als "Bruiser".

Maret Hosemann - myFanbase
26.03.2009

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