Bewertung: 4
Carlos Saura

Tango

"Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann." - Enrique Santos Discépolo

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Inhalt

Mario Suarez (Miguel Ángel Sola) ist ein berühmter Filmregisseur und ehemaliger Tangotänzer. Nachdem ihn seine große Liebe verlassen hat, beginnt er ein Verhältnis mit der jungen, attraktiven Tänzerin Elena Flores (Mía Maestro), der Geliebten des Investors seines neuesten Projektes. Während der Generalprobe geraten die Emotionen außer Kontrolle und es kommt schließlich zu einer Eskalation...

Kritik

Der Film thematisiert den lateinamerikanischen Tanz Tango, der aus Elementen des kubanischen Habaneras gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Südamerika entstand, 1910 nach Europa gelangte und heute einer der beliebtesten Standardtänze ist.

Wie heißt es so schön: Wer suchet, der findet? Doch bei diesem Streifen, der mich vielmehr an einen Kunstfilm erinnert hat, habe ich erfolglos nach einer beständigen, geradelinigen, verständlichen und insbesondere ansprechenden Geschichte gesucht. Um es kurz auszudrücken: Es gab keine. Einzelne Storyansätze werden von Anfang an schon zunichte gemacht, da sie wie aus der Luft gegriffen wirken und nicht wie Teil eines Ganzen, sodass der Zuschauer nicht viel damit anfangen kann. So wirkten diese auch nur wie Ergänzungen, um den Film abgesehen von den Tango-Inszenierungen zu füllen, was ich jedoch für unnötig hielt, da er eh schon in die Länge gezogen wurde. Sobald Szenen mit Tangos gezeigt wurden, war ich sehr fasziniert und beeindruckt, da ich diesen Tanz und diese Musik sehr liebe, doch sobald ein Dialog zwischen einzelnen oder mehreren Schauspielern begann, fiel der Film sofort in eine Niveaulosigkeit und er wurde ermüdend.

Dem Tango, aber auch der Kreativität, den Tango mit anderen Tänzen zu vereinen, und der wundervollen, leidenschaftlichen Musik von der Legende Lalo Schifrin sei dank, dass mir als Zuschauer wenigstens noch etwas geboten wurde. Optisch, musikalisch und choreografisch bewegt sich "Tango" auf einem ganz hohen Niveau, doch den Rest, wie die angebliche "Story", kann man wirklich getrost vergessen, da sie einen unrealistischen Eindruck hinterlässt. Der Film schafft es nur, die Elemente des Tangos, Liebe und Leidenschaft, sehr gut zu präsentieren.

Zu den Darstellern kann ich im Prinzip nicht viel und Großartiges sagen, nur dass sie präsent waren. Man vergisst sie, sobald sie wieder von der Bildfläche verschwinden und das spricht nicht gerade für "Tango". Im Gedächtnis sind mir Miguel Ángel Sola und die bezaubernde Mía Maestro geblieben. Dieser tragische Musikfilm ist dennoch hauptsächlich sehr anstrengend. Ich halte diesen Streifen als Film eher ungeeignet. Als Musical hätte mir die Umsetzung mit Sicherheit besser gefallen und insgesamt wäre er wohl reizvoller gewesen.

Fazit

Auch wenn dieser Film 1999 für den besten fremdsprachigen Film nominiert wurde, kann ich mit ihm nicht viel anfangen. Die einzigen Highlights waren die Musik und die Tänze.

Dana Greve - myFanbase
26.02.2009

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