Bewertung: 4
Jon Keeyes

Living & Dying

Vier Räuber, zwei Killer, ein Handy und zu viele Waffen.

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Inhalt

Nach einem missglückten Überfall befinden sich vier Räuber auf der Flucht; drei von ihnen verschanzen sich schließlich in einem Café. Unglücklicherweise befinden sich unter den Gästen zwei psychopathische Killer, die den Spieß umdrehen und die Räuber gemeinsam mit den anderen Geiseln gefangen halten. Draußen versucht Detective Rick Devlin (Arnold Vosloo) die Geiselnahme ohne großes Blutvergießen zu beenden, doch ihm werden Steine in den Weg gelegt. Im Café spitzt sich die Lage derweil immer weiter zu und die Räuber müssen plötzlich zu Helden werden.

Kritik

"Shit happens" lautet das zusammenfassende Motto dieses Films von Regisseur und Drehbuchautor Jon Keeyes. Vier Räuber, schnell auf drei dezimiert, nehmen in einem Café Geiseln, nur um nach wenigen Minuten selber zu Geiseln zu werden, da zwei der Gäste ziemlich üble Psychopathen sind. Auch die Polizisten, die das Geiseldrama unblutig beenden wollen, erwischen einen rabenschwarzen Tag und werden von Reportern, dem Besitzer des geraubten Geldes und einem Agenten mit Cowboy-Attitüde genervt. Bis hin zum bleihaltigen Finale läuft für die Protagonisten dieses Films so gar nichts nach Plan.

Welchen Plan Jon Keeyes genau mit und für diesen Film hatte, kann ich nicht sagen. Langeweile kommt bei "Living & Dying" eigentlich nicht auf, dafür sorgt die angespannte Situation in dem Café mit zwei Psychopathen, die nicht die Spur eines Gewissens besitzen und wahllos töten und vergewaltigen. Die Qualitätsmängel sind jedoch zu offensichtlich, um "Living & Dying" als guten Film zu bezeichnen. Da wären beispielsweise die unübersehbaren Logikfehler, wie die Schießereien, bei denen die Protagonisten minutenlang ohne jede Deckung fröhlich aufeinander losballern, oder die Fernsehreporterin, die in einem knallroten Kleid und geschminkt wie ein Vamp live von der Geiselnahme berichtet.

Die Charaktere sind teilweise schon schmerzlich klischeehaft. So ist der von den Räubern bestohlene Geschäftsmann ein geldgeiler Mistkerl, womit den Zuschauern aufdringlich vermittelt wird, dass er im Grunde völlig zu Recht bestohlen wurde und die Räuber, die nun ja selbst zu Geiseln geworden sind, alle Sympathien verdienen. Vielschichtig ist das nicht. Daneben spielt Michael Madsen den Part des Cowboy-Agenten so überzogen, dass es schnell an den Nerven zerrt.

Seine stärksten Momente hat der Film in der Tat immer dann, wenn es richtig heikel und brutal wird. So wurden die Vergewaltigung und die anschließenden Folgen, vor allem der Zustand des Opfers, erstaunlich realistisch in Szene gesetzt.

Fazit

"Living & Dying" reiht sich in die Liste der unzähligen B-Movies ein, die dann und wann ihre Momente haben und selten langweilen, aber deutliche Qualitätsmängel aufweisen.

Maret Hosemann - myFanbase
05.01.2009

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