Bewertung: 3
Henry Miller

Anamorph

Die Kunst zu töten.

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Inhalt

Vor fünf Jahren schloss der Ermittler Stan (Willem Dafoe) erfolgreich den Fall eines Serienkillers ab, der seine Opfer wie Kunstwerke präsentierte und "Onkel Eddie" genannt wurde. Noch immer leidet Stan an den Nachwirkungen der damaligen Ereignisse. Als plötzlich wieder ein Opfer auftaucht, das wie ein Kunstwerk ausgestellt wurde, scheint es sich um einen Nachahmungstäter zu handeln. Doch Stan kommt bald der Verdacht, dass er den Fall nie wirklich abgeschlossen hat und "Onkel Eddie" noch auf freiem Fuss ist.

Kritik

Dieser Psychothriller basiert auf dem Prinzip der Anamorphosen, auf Kunstwerke, die nur aus einem bestimmten Blickwinkel oder mit Hilfe eines Spiegels erkennbar sind. Das ist ein interessanter Ansatz, nur leider ist der Film in sich nicht wirklich stimmig und lässt den Zuschauer am Ende enttäuscht zurück.

Der mysteriöse Serienkiller wird zunächst als grausamer Künstler präsentiert, der seine Opfer auf genial-morbide Weise zu spektakulären Kunstwerken verarbeitet. Als die Ermittler ihm jedoch immer näher kommen, wird man als Zuschauer regelrecht enttäuscht, wie blass und nichts sagend der Serienkiller daherkommt und wie simpel ihm sein Widersacher Stan letztlich auf die Spur kommt. Auch der Showdown am Ende ist schwach und entspricht nicht den Eindrücken, die man zu Beginn des Films von dem künstlerischen Killer bekommt.

Weiterhin krankt der Film daran, dass auch die Guten nicht wirklich hohe Sympathiewerte haben. Der Hauptcharakter Stan ist ein unglücklicher Mensch, der den ganzen Film über wirkt, als trüge er das gesamte Leid der Welt auf seinen Schultern, und sein Kollege Carl (Scott Speedman) geht mit seinen ständigen Fragen und Vorwürfen auf die Nerven.

Der Film ist tatsächlich dann am Besten, wenn die Tatorte besichtigt werden, die der Killer hinterlassen hat. Makaber, aber wahr.

Fazit

Der Psychothriller "Anamorph" schafft es nicht, die Erwartungen der Zuschauer zu erfüllen. Das Ende ist schwach und die Charaktere sind unsympathisch.

Maret Hosemann - myFanbase
28.09.2008

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