Bewertung: 5
Dennis Dugan

Leg dich nicht mit Zohan an

... denn er machen deine Haare seidig und glänzend!

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Inhalt

Zohan Dvir (Adam Sandler) ist ein israelischer Antiterrorkämpfer und macht den Palästinensern das Leben richtig schwer. Er ist ein Top-Agent, von seinen Leuten gefeiert, von den Palästinensern gefürchtet, aber er ist nicht glücklich. Seine Eltern wollen, dass er in der Armee bleibt und die Menschen zählen auf ihn, doch er hat den Krieg und das Töten satt. Nach dem Motto "I have a Dream" täuscht er seinen Tod vor und geht nach Amerika, um "Haare seidig und glänzend" zu machen.

In den Staaten angekommen, verläuft aber nicht alles nach Zohans Vorstellung, denn ohne Referenzen in einem Top-Friseursalon einen Job zu bekommen, ist eine "Mission Impossible". Durch Zufall und einen Freund, der ihn erkennt und ihm helfen will, kommt er zu Dalia (Emmanuelle Chriqui), einer palestinensischen Schönheit, die einen eigenen Friseursalon aufgemacht hat. Obwohl Zohan zunächst Skrupel hat für eine Palestinenserin auf der Straße gegenüber zu arbeiten, bittet er doch um eine Chance und sie wird ihm gewährt. Da beginnt das Chaos und plötzlich wird Zohan ein Star und endet mit einem jüdisch-islamischen Song, der nicht nur bei den Zusehern wie eine Bombe einschlägt...

Kritik

Der Film ist eine Art Lehrfilm über den Israel-Palästina-Konflikt für Dummies. Die Botschaft ist einfach und klar: keinen sinnlosen Krieg, kein Töten, keinen Streit mehr. Diese Botschaft ist aber zu sehr versteckt in "Sex Sells"-Szenen und übertriebener Zurschaustellung kultureller Differenzen. Die Kommentare und Anspielungen auf die Weltpolitik sind spitz, treffend und regen zum Nachdenken an. Die Einteilung der Welt in Gut und Böse kommt zum Schluss ins Wanken und wird neu geordnet. Gut und Böse kämpfen Seite an Seite gegen das böse Amerika. Die Absurdität eines Krieges, den niemand versteht und eigentlich niemand will, wird in diesem Film sehr deutlich. Jedoch überrollt das übertriebene Rundherum den Zuseher förmlich und ist ein Tick zu viel. Roger Egert schrieb in der Chicago Sun Times, der Film sei eine "Hymne der Vulgarität" und diese Worte beschreiben perfekt jene Elemente des Filmes, welche beim Zuschauer Lacher erzwingen wollen. Das muss man mögen oder aber auch nicht.

Die Kameraführung jedoch ist außergewöhnlich, ermöglicht ganz neue Einblicke und Perspektiven und macht den Film noch verrückter als er eigentlich schon ist. Genauso passend und einzigartig wie die Kameraführung ist auch die musikalische Umrandung des Filmes: eine Mischung aus westlichem Beat und israelischer Discomusik, die für gute Laune sorgt und zu manchen Lachern geführt hat. Daneben hat auch Mariah Carey eine kleine Gastrolle, in der sie sich selbst als "perfekte Zicke" darstellt und bei einem Hacknsack-Turnier zwischen Israel und Palästina die amerikanische Hymne singt.

Adam Sandler ist hier wohl in seiner unkonventionellsten Komödie zu sehen. Wie auch in "50 Erste Dates" oder "Klick" beweist er, dass er zu den Top-Komödianten Hollywoods gehört, aber Zohan Dvir ist keine Rolle, welche wirklich schauspielerische Leistung abverlangt. Da hat sich Adam Sandler wohl am Drehbuch ausgetobt, denn er gehört neben Judd Apatow ("Beim ersten Mal", "Jungfrau 40, männlich, sucht") und Robert Smigel zu den Autoren.

Fazit

Eine ungewöhnliche Komödie, deren Humor einem liegt, oder aber auch nicht.

Maja Zaric - myFanbase
05.09.2008

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