Bewertung: 8
Garth Jennings

Son of Rambow

Make Believe. Not War.

Foto: Copyright: 2009 Universum Film GmbH
© 2009 Universum Film GmbH

Inhalt

Im Jahre 1982 verändert ein Film namens "Rambo - First Blood" das Leben zweier elfjähriger Außenseiter. Da wäre zum einen der streng religiös erzogene Will Proudfoot (Bill Milner), dessen Vater vor Jahren überraschend versorben ist und an dessen Tod der Junge noch immer zu knabbern hat, und zum anderen der Schulrüpel Lee Carter (Will Poulter), dessen einziges Familienmitglied, das immer zu Hause ist, sein fieser Bruder (Ed Westwick) ist. Seine Eltern sind immer unterwegs und melden sich kaum.

Zusammengeführt werden sie durch einen Zufall in der Schule. Lee zeigt Will daraufhin eine Raubkopie des ersten "Rambo"-Filmes, von dem der so streng erzogene Will fasziniert und begeistert zugleich ist. Lee bindet ihn daraufhin in sein geplantes Filmprojekt ein, mit dem er einen Nachwuchsfilmpreis gewinnen will.

Die beiden so unterschiedlichen Jungen freunden sich schnell an und werden zu Blutsbrüdern, bis ein eingebildeter französischer Austauschschüler in das Projekt einsteigt und die noch junge Freundschaft auf eine harte Probe stellt.

Kritik

Die Grundidee, dass zwei Kinder den überaus brutalen Film "Rambo" nachspielen wollen, hört sich schon mal interessant an. Versieht man diese Grundidee dann noch mit einer Fülle von aberwitzigen und fantasievollen Szenen und hat dazu noch zwei völlig unverbrauchte Jungdarsteller, die ihre Rollen absolut überzeugend verkörpern, dann hört sich das Ganze sogar noch besser an. Zu einem echten Geheimtipp wird dieser Film aber erst durch die Tatsache, dass hier eine echt schöne Geschichte erzählt wird, die von Themen wie wahrer Freundschaft, Vernachlässigung durch das Elternhaus oder das Stehlen von Kindheit handelt.

Garth Jennings, der das Drehbuch schrieb und auch Regie führte, gibt sich nicht mit einer Fülle von amüsanten Szenen zufrieden, sondern er will auch eine Botschaft vermitteln. Er erzählt von Dingen, die man vielleicht selbst in seiner Kindheit erlebt hat oder die man zumindest nachvollziehen kann. Es wird davon berichtet, wie wichtig die unbekümmerte Kindheit in jungen Jahren doch ist und dass man diese durch übertrieben streng-christliche Erziehung nicht streichen sollte. Auf der anderen Seite wird aber auch aufgezeigt, dass Kinder Eltern brauchen, die für sie da sind, sie unterstützen und sie nicht einfach völlig alleine am Anfang ihres Lebens stehen lassen sollten.

Wie schon erwähnt, ist das zentrale Thema dieses Filmes aber die Freundschaft und auch die Liebe zum Film. Gerade durch die gemeinsame Arbeit an einem Film entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft und dass diese gerade durch den Actionbrutalo-Streifen "Rambo" ausgelöst wird, ist eine weitere amüsante Randnotiz.

Durch den allseits beliebten französischen Austauschschüler Didier kommt noch eine weitere Komponente zu diesem Film dazu: Wie stark ist eine Freundschaft, wenn sich ein vielleicht beliebterer, besser angesehener Mensch in den Vordergrund spielt? Hält man zu seinem wahren Freund oder lässt man sich von dem Glanz der Beliebtheit blenden? Auch die Beziehung von Lee zu seinem Bruder ist ein weiterer interessanter Nebenschauplatz, der einen zum Schluss wahrlich rührt.

Das Highlight dieses Filmes ist dann aber das Ende, bei dem der Streifen der beiden Nachwuchsfilmmacher in ganzer Länge gezeigt wird. Schlichtweg wunderbar komisch!

Insgesamt funktioniert der Film auf zwei Ebenen: Als Coming of Age-Drama und als Komödie. Beide Genres werden hier wunderbar miteinander kombiniert und mit nachdenklich stimmenden Nebenschauplätzen zusammengeführt. Man wird berührt, es können Tränen fließen, aber man wird sich auch vor Lachen krümmen können. Kino, wie es schöner eigentlich nicht sein kann!

Fazit

Ein Film, der allen Altersklassen gefallen dürfte. Witzig, fantasievoll gestaltet und nachdenklich stimmend. Dieser Film hat sein Herz am rechten Fleck!

Moritz Stock - myFanbase
02.09.2008

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