Bewertung: 4
Patrick Stettner

Night Listener, The

Du weißt nie, wer dir zuhört.

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Inhalt

Der Radiomoderator Gabriel Noone (Robin Williams) liest den biographischen Roman des vierzehnjährigen Pete (Rory Culkin), der von seinen Eltern jahrelang sexuell missbraucht wurde. Übers Telefon baut Gabriel eine enge Freundschaft zu Pete auf, der mittlerweile von der fürsorglichen Donna (Toni Collette) adoptiert wurde.

Doch nach einer Weile kommen Gabriel mehr und mehr Zweifel, ob Pete und Donna wirklich die sind, die sie vorgeben zu sein. Als er sich auf den Weg macht, die beiden zu besuchen, gerät er in zahlreiche prekäre Situationen und setzt sogar sein Leben aufs Spiel.

Kritik

Dieser Film wird gemeinhin als Mysterythriller angegeben, was eher falsche Erwartungen weckt. "The Night Listener" ist weniger ein Thriller, als vielmehr ein Drama. Robin Williams spielt mit Gabriel Noone einen melancholischen Hauptcharakter, der sich gerne in Traumwelten flüchtet und sein wahres Leben verleugnet. Wir sehen, wie Gabriels Beziehung zu seinem viele Jahre jüngeren Lebenspartner in die Brüche geht und er nicht damit fertig wird, dass dieser sich ein neues Leben aufbaut. Schließlich folgen wir Gabriel auf seiner Suche nach den zwei Menschen, die für ihn übers Telefon zu einer Familie geworden sind, und erleben, wie er sich selbst in riskante und peinliche Situationen bringt, unfähig, seine Wunschvorstellungen aufzugeben.

Das Erzähltempo des Films ist langsam und wenngleich eine gewisse Grundspannung gegeben ist, handelt der Film doch in erster Linie von einzelnen Situationen, in die Gabriel gerät. Dabei werden viele Aspekte angedeutet, jedoch nicht vertieft. So lernen wir nebenbei Gabriels Vater kennen, der ein alter Schwerenöter zu sein scheint, was aber nur beiläufig zu Tage tritt, und sehen Gabriel einige Male mit seiner Haushälterin Anna, gespielt von "Grey's Anatomy"-Star Sandra Oh, wobei diese Freundschaft auch wieder nur ein einzelner Randaspekt ist, der dem Film keinen Stempel aufdrückt.

Insgesamt ist "The Night Listener" ein Drama über die besonders problematische Lebensphase eines zerrissenen Charakters, ohne dass in große Tiefen vorgedrungen oder der Zuschauer emotional mitgerissen wird.

Fazit

Trotz der namhaften Besetzung ist nicht mehr als ein solides Drama entstanden, das man recht schnell wieder vergisst.

Maret Hosemann - myFanbase
17.06.2008

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