Bewertung: 8
Adrienne Shelly

Jennas Kuchen - Für Liebe gibt es kein Rezept

If only life were as easy as pie.

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Die Kellnerin Jenna (Keri Russell) wird von ihrem Ehemann Earl (Jeremy Sisto) ständig tyrannisiert. Glücklich scheint sie nur auf der Arbeit beim Kuchen backen mit ihren besten Freundinnen Becky (Cheryl Hines) und Dawn (Adrienne Shelly) zu sein, bis sie durch eine ungewollte Schwangerschaft den Frauenarzt Dr. Jim Pomatter (Nathan Fillion) kennenlernt, in den sie sich verliebt. Beide fangen eine Affäre an. Bei Jim findet Jenna das, was Earl ihr nie gab: Liebe, Respekt und Glück. Doch hat ihre Liebe eine Zukunft? Jim ist verheiratet.

Kritik

"Jennas Kuchen" ist von Grund auf ein ehrlich erzählter Film, der seine komischen und romantischen Momente, dann jedoch wieder diese bedrückenden Augenblicke hat. Vor allem die Variation Drama/Komödie ist Adrienne Shelly sehr gelungen und als Drehbuchautorin, Regisseurin und Nebendarstellerin hat sie alles tadellos umgesetzt. Durch die Tatsache, dass Shelly im November 2006 Opfer eines brutalen Verbrechens wurde, fiel es mir schwer, meine Objektivität ganz dem Film zu widmen, ohne immer wieder an diese lebenslustige Frau zu denken.

Der Film erzählt nicht nur Jennas unglückliches Leben, sondern ebenfalls das ihrer Kollegen und das von Old Joe, gespielt von Andy Griffith, den ich bisher nur aus der beliebten Serie "Matlock" kannte. Jennas und Old Joes Geschichten waren für mich persönlich die unterhaltsamsten, weil sie so interessant und abwechslungsreich im Ablauf waren und wirklich zu Herzen gingen. Was das für ein Gefühl sein muss, nicht einfach aus seiner unglücklichen Ehe weglaufen zu können, weil man vom Ehemann psychisch so tyrannisiert wird, können mit Sicherheit nur die Personen nachempfinden, die so etwas erdulden müssen. Keri Russell spielte den Part der Jenna mit so einer Perfektion, als ob sie ihr ganzes Leben auf diese Rolle gewartet hätte.

Wie bereits erwähnt, wurde das Thema Tyrannei mit all seinen Handlungen wie das ständige Gefühl der Ablehnung und Demütigung und Drohungen, die in diesem Film sehr oft vorkamen, aufgegriffen, sogar in Bezug auf das noch ungeborene Baby, was einem den kalten Schauer über den Rücken laufen ließ. Zu diesen gravierenden Problemen musste sich Jenna außerdem die Sorgen von ihren Arbeitskollegen anhören und denen helfen. Im Prinzip halfen ihr nur Old Joe, den ich sofort ins Herz schloss, auch wenn er anfangs ein mürrischer, nie zufriedenzustellender alter Mann war, und Jim. Hinter Old Joes Fassade steckte ein liebenswerter und anständiger Mensch, der immer ein offenes Ohr für Jennas Probleme hatte und merkte, wenn es ihr schlecht ging. Er ermöglichte ihr schließlich den Neuanfang.

Aufgrund des seelischen Missbrauchs durch ihren Ehemann Earl gelang es Jenna während der ganzen Schwangerschaft kein einziges Mal, eine richtige Beziehung zu ihrem Baby aufzubauen, was einem als Zuschauer doch schon erschrecken konnte, wenn man Sätze wie "Scheiß Baby..." hört. Das wiederum wurde durch ihre Monologe mit ihrem Baby oder den Kuchen alles etwas wettgemacht, sodass es nicht allzu tragisch herüberkam und sogar lustig wirkte. Erst nach der Geburt platzte bei Jenna der Knoten und sie schloss mit allem ab und begann ihr Leben neu. Die Dialoge dazu waren einmalig, vor allem als sie, ohne mit der Wimper zu zucken, Earl zum Teufel schickte.

Adrienne Shelly hinterlässt mit "Jennas Kuchen" einen wundervollen Film, der sowohl Leid und Glück verbindet, die seelische Misshandlung einer Frau, Freundschaft, Abschied und einen Neuanfang zeigt. Das alles verbunden mit einer sehr gelungen Art von Komik, bei dem der Ernst der Lage aber nie in den Hintergrund fällt und der Film somit von Anfang an überzeugen konnte und glaubwürdig ist. Vor allem war nie etwas vorhersehbar in diesem Streifen. Über vieles, was sich entwickelte, war ich eher überrascht, weil man bei den meisten Filmen doch meint, man ahnt, was passieren und wie es enden würde.

Fazit

Eine wunderbare Drama-Komödie, die aufgrund des frühen Todes von Adrienne Shelly einen bitteren Beigeschmack hinterlässt. Trotzdem muss man ihn gesehen haben. Danke für diesen Film, Adrienne!

Dana Greve - myFanbase
06.04.2008

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