Bewertung: 7
Andrew Currie

Fido

Gute Tote sind schwer zu finden.

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Inhalt

Ein Weltraumphänomen bewirkt, dass alle Menschen nach ihrem Tod zu mordlustigen Zombies werden. Nach mehreren Jahren des Krieges zwischen Toten und Lebendigen, ist es der Firma ZomCon gelungen, ein Halsband zu entwickeln, dass die Zombies gefügig macht und ihnen den Mordtrieb nimmt. Nun halten sich die Menschen Zombies als Haussklaven und Statussymbole, denn je mehr Zombies eine Familie sich leisten kann, desto angesehener ist sie.

Auch Helen Robinson (Carrie-Anne Moss) schafft sich deshalb hinter dem Rücken ihres lieblosen Ehemanns Bill (Dylan Baker) einen Zombie an, der von Sohnemann Timmy (K'Sun Ray) den Namen Fido erhält. Der hünenhafte Zombie wird für den vernachlässigten Timmy zu einem Vaterersatz und weckt auch in Helen ungeahnte Gefühle. Als Fidos Halsband jedoch für einen kurzen Moment ausfällt, knabbert er eine Nachbarin an und setzt damit eine Kettenreaktion in Gang.

Kritik

Die Filmbeschreibung sollte bereits deutlich gemacht haben, dass es sich bei "Fido" um keinen klassischen Zombiefilm handelt, sondern um eine handfeste Satire. Die Story spielt in einer amerikanischen Vorstadt irgendwann in den 1950er oder 1960er Jahren. Es gibt keine Handys, keine Computer, keine iPods, dafür jedoch schneeweiße Gartenzäune, saubere Parks und dressierte Zombies.

Der Film "Fido" nimmt viele Elemente unserer Gesellschaft, besonders aber der amerikanischen Gesellschaft, aufs Korn. Von der berüchtigten Waffenliebe in den USA bis hin zu dem Drang, keinesfalls weniger als die Nachbarn zu besitzen, werden viele gesellschaftliche Erscheinungen persifliert. Obwohl "Fido" nicht unbedingt zu den besten Satiren auf den American Way of Life gehört, ist der Film gut gelungen und sehr unterhaltsam.

So vorhersehbar das Ende auch ist, machen die knapp 90 Minuten bis dahin durchaus Spaß, denn die tollen Kostüme, Kulissen und Requisiten führen in die saubere Waschmittelwelt einer amerikanischen Vorstadt ein, in deren Mitte sich von Natur aus blutrünstige Zombies befinden, die einem kaum furchterregender erscheinen als die Menschen, die diese Zombies ausbeuten. Es gibt im Laufe des Films immer wieder gelungene Gags in Bezug auf die Zombies und die Mensch-Zombie-Beziehung.

Die Effekte sind relativ einfach und bewusst sehr künstlich gehalten. So sieht man in einigen Szenen deutlich, dass die Schauspieler gerade vor einer Leinwand stehen, was natürlich ein Seitenhieb auf Filme aus den 1950ern und 1960ern ist. Dies trägt gut zur Atmosphäre des Films bei, vor allem, da es nicht übertrieben wird und der Film ansonsten, vor allem dank der Requisiten, nicht billig wirkt. So darf man sich über den Anblick vieler schicker Oldtimer und über jede Menge Retro-Mode freuen.

Fazit

Die simple, vorhersehbare Story wird durch eine unterhaltsame Atmosphäre und einige gute Gags versüßt. Insgesamt durchaus sehenswert.

Maret Hosemann - myFanbase
10.02.2008

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