Bewertung: 4
Simon Brand

Unknown

Traue niemandem, fürchte jeden.

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Inhalt

Fünf Männer wachen in einem verriegelten, abseits gelegenen Gebäude auf. Keiner von ihnen kann sich an seine eigene Identität erinnern oder weiß, was passiert ist. Zwei von ihnen sind gefesselt, einer davon hat zudem eine schwere Schussverletzung. Ein Dritter hat Gesichtsverletzungen. Anhand einiger Hinweise und eines Zeitungsartikels wird den Männern klar, dass sie sich am Schauplatz eines Verbrechens befinden, doch wer von ihnen sind die Opfer und wer die Täter?

Kritik

Menschen, die sich plötzlich gefangen an einem abgeriegelten Ort wieder finden und ums Überleben kämpfen müssen, kennt der erfahrene Filmseher bereits sehr gut, sei es nun aus den "Saw"-Filmen oder "House of 9". In "Unknown" ist die Ausgangsposition freilich eine andere, denn die fünf gefangenen Männer haben ihr Gedächtnis verloren und wissen nicht mehr, wer von ihnen für die Situation verantwortlich ist und wie sie aus dieser Lage wieder herauskommen.

Erst einmal stellt sich die Frage, warum keiner der Männer eine Brieftasche bei sich hat oder überhaupt danach sucht. Die Amnesie an sich wird recht logisch erklärt, der Mangel an persönlichen Gegenständen jedoch nicht. Hier hat sich der Film gleich zu Beginn einen dicken Klops erlaubt, denn die Männer akzeptieren sofort, dass sie nicht wissen, wer sie sind, ohne auf die Idee zu kommen, ihre Jacken– und Hosentaschen nach Ausweisen, Kreditkarten oder dergleichen abzusuchen. Zigaretten und Feuerzeuge haben sie allerdings. Na ja, so wissen sie zwar nicht, wie sie heißen und ob sie Täter oder Opfer sind, aber zumindest erfahren sie, dass sie rauchen und eine realistische Chance haben, an Lungenkrebs zu sterben. Das ist ja auch schon mal was.

Uninteressant ist die Story nicht, aber sie hat es nicht wirklich geschafft, mich zu fesseln. Aus dem Misstrauen unter den Männern hätte man deutlich mehr machen können, auch die Selbstzweifel der Protagonisten, ob sie nun zu den Guten oder den Bösen gehören, werden zu wenig vertieft. Keiner der Charaktere hat eine wirklich intensive Szene, dabei wären die Darsteller sicher zu solchen fähig gewesen.

Gegen Ende des Films gibt es dann noch eine Reihe von Wendungen, die durchaus gelungen sind, jedoch vielleicht etwas zu sehr in die letzten Minuten gedrängt werden.

Fazit

Trotz einiger guter Ansätze und der fähigen Darsteller gelingt es dem Film nicht, wirklich zu fesseln und eine durchgängig logische Story aufzubauen.

Maret Hosemann - myFanbase
18.01.2008

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