Bewertung: 9

Bowling for Columbine

Sind wir verrückt nach Waffen - oder sind wir nur verrückt?

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Inhalt

Michael Moore plante schon lange, einen Film über die Gewalt in Amerika zu drehen. Am 20. April 1999 töteten die Schüler Dylan Klebold und Eric Harris an ihrer Schule, der Columbine Highschool in Littleton, 13 Menschen, nachdem sie vorher angeblich noch mit ihrem Kurs Bowlen waren. Dies war der Auslöser für Michael Moore, diesen Film zu drehen, der sich mit beiden Themen auseinander setzt: Das Massaker in Littleton, sowie die Gewaltbereitschaft in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Moore redete mit den verschiedensten Leuten über diese Themen: Verwandten der Opfer, Polizisten, normalen Bürgern, Leuten, die sich für Waffen aussprechen, Opfer von Columbine, dem angeblichen Täter Marilyn Manson und vielen weiteren.

Kritik

Michael Moore gelang mit diesem Dokumentarfilm ein Meisterwerk! Auf eine einzigartige Weise zeigt er uns mithilfe von anderen Menschen, was er über die ganze Sache denkt. Dies gelingt ihm zum einen durch sehr viele beeindruckende Fakten und Bilder. So versucht er zum Beispiel herauszufinden, wieso in Amerika jedes Jahr über 10.000 Menschen durch Schusswaffen sterben, während es in Kanada beispielsweise nur 68 jährlich sind.

Schon der Anfang dieses Films ist beeindruckend. Moore betritt eine Bank und will ein Konto eröffnen, da er in einer Anzeige las, dass man bei Eröffnung eines Kontos ein Gewehr geschenkt bekommt. Er betritt also diese Bank, entscheidet sich für ein Konto, füllt innerhalb weniger Minuten ein Formular aus und verlässt die Bank mit seinem neuen Gewehr. Anschließend betritt er mit dem Gewehr unterm Arm einen Friseursalon. Während ihm die Haare geschnitten werden, sucht er sich aus dem Schrank des Salons Munition aus, die er noch im Laden in sein neues Gewehr setzt. Und all das erscheint nicht nur jedem normal, sondern es ist anscheinend normal!

Doch der gesamte Film ist beeindruckend: viele der Aussagen der interviewten Personen sind einfach nur lächerlich und lustig, was Moore auch erreichen wollte. Jedoch gelang ihm dies, ohne irgendetwas zu tun. Er stellte nur Fragen und ließ die Menschen antworten und reden - wenn sie denn mit ihm reden wollten. Einige fuhren einfach davon oder verließen mitten im Gespräch den Raum und kamen nicht wieder. Doch Moore hatte auch einige bedeutende Erfolge, womit ich nicht nur meine, dass er mit diesem Film 2002 einen Oscar für den besten Dokumentarfilm bekam. Nach einer seiner Aktionen versprach die Supermarktkette K-Mart, keine Munition für Waffen mehr zu verkaufen (die Täter des Attentats in Columbine kauften ihre Waffen und ihre Munition legal bei K-Mart). Und ich denke, viele hat Moore dazu gebracht, mehr über das Thema Gewalt und Waffen nachzudenken und hoffentlich auch zu handeln, vor allem in den USA.

Etwas schade fand ich, dass Michael Moore hauptsächlich auf Schusswaffen in den USA einging. Er sprach mit vielen Mitgliedern der NRA (National Rifle Association), einer amerikanischen Organisation, die sich für den Besitz von Schusswaffen ausspricht, aber auch viel über die Angst der Amerikaner vor allem und jedem. Die Politiker und Medien brauchen nur "buh" sagen und ganz Amerika rennt, verriegelt seine Türen und zückt seine Waffen, die griffbereit unter dem Kopfkissen liegen. Er vergleicht besonders stark Amerika und Kanada. In Kanada haben die Menschen nicht diese Angst und sie werden nicht so schnell panisch wie Amerikaner, sondern schlafen bei offenen Türen, während in den USA jeder mindestens drei Schlösser hat. Dies ist alles etwas einseitig. Nur wenig spricht Moore mit Menschen, die wirklich etwas mit dem Massaker an der Columbine High zu tun haben und die sich vielleicht damit identifizieren könnten. Es geht nicht um die Ursachen für das Attentat, sondern um die Möglichkeiten, es begehen zu können.

Fazit

Diesen Film muss man gesehen haben! Als Amerikaner, als Schüler, als Waffenbesitzer und als Bürger dieser Welt. Er ist inhaltlich nicht nur gut, sondern auch super umgesetzt. Einfach ein toller Dokumentarfilm über ein wichtiges und aktuelles Thema.

Vivien B. - myFanbase
24.12.2007

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