Bewertung: 5
Leander Haußmann

Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken

Eine Frau spricht rund 20.000 Wörter am Tag. Ein Mann reagiert darauf in aller Regel mit einem aussagekräftigen "Hmhm" und konzentriert sich auf die Fußball-Übertragung. Auf hinterhältigste Weise hat die Evolution seit der Steinzeit dafür gesorgt, dass die Differenzen zwischen den Geschlechtern faktisch unüberbrückbar sind. Was ist geschehen?

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Inhalt

Schauen wir uns das ganze doch mal an einem Beispiel an: Jan (Benno Fürmann) ist ein Paradebeispiel von Mann; er ist gutaussehend, erfolgreich und denkt immer nur an das Eine. Katrin (Jessica Schwarz) ist ein Paradebeispiel von Frau; ebenso gutaussehend, erfolgreich und eine Romantikerin. Als Katrin bei einem missglückten Einparkmanöver das Auto von Jan streift, lernen sich die beiden kennen und verlieben sich.

Doch Beziehungen sind nie einfach. Nachdem die beiden zusammengezogen und die ersten Phasen der Verliebtheit vorbei sind, fangen die Probleme an. Jan hat nicht viel mehr im Kopf als Fußball und das Dekolleté seiner neuen Sekretärin Angie Luschmund (Nadja Becker). Katrin hingegen will beruflich weiterkommen und wird die Assistentin des Abenteurers Jonathan Armbruster (Uwe Ochsenknecht), was Jan natürlich gar nicht gefällt... und die Missverständnisse nehmen ihren Lauf.

Kritik

Warum hören Männer nicht zu? Und warum parken Frauen schlecht ein? Gibt dieser Film eine Antwort darauf? Nicht wirklich, aber er versucht es auch nicht unbedingt... denn dieser Film soll, wie immer wieder betont wird, ein "Lehrfilm" sein und so machen wir am Anfang einen Sprung zurück in die Zeit der Uraffen und Neandertaler. Dort hat ja bekanntlich alles seinen Ursprung: Während Mann sich mit dem Jagen beschäftigte, kümmerte sich Frau um die Kinder und irgendwie entwickelte sich das letztendlich so, dass Mann unbedingt das Hertha-Spiel sehen will, während Frau es gerne mal hätte, dass Mann ihr zuhört.

Klingt klischeehaft? Ist es auch! Aber die bewusste Überzogenheit des Films führt bei vielen der Szenen durchaus zu Komik – bei anderen jedoch auch zur Lächerlichkeit. Wenn Frauenheld Jan seine neue Sekretärin Angie Lutsch... äh Luschmund nach einem Kampf zwischen seinen beiden Ichs letztlich wegen ihres Ausschnitts doch einstellt, obwohl er genau weiß, dass das ein Fehler ist, kann das durchaus lustig sein. Wenn sein modernes Ich und sein Neandertaler-Ich sich jedoch am Ende wegen eines fast begangenen Seitensprungs prügeln, ist es lächerlich. So ist das den ganzen Film über: Es ist eine Gratwanderung zwischen lustig und lächerlich, denn mit Klischees zu arbeiten, ohne in die Absurdität zu rutschen, ist nicht einfach. Zum Glück aber schafft es der Streifen dann doch, mehr für Lacher als für Augenrollen zu sorgen.

Nett gemacht ist allerdings die Art des "Lehrfilms", denn der Zuschauer ist quasi ein Beobachter der Beziehung zwischen Jan und Katrin und denen der anderen Charaktere. Ein Erzähler, der auch immer mal wieder Ausflüge ins Neandertal macht oder Szenen anhält, um sie mit Zeichnungen zu beschriften, führt den Zuschauer durch den Film und macht ihn so ein wenig peppiger – die Neandertalerszenen hätte man sich aber dann doch sparen können, denn die gehörten eher in die Sparte der lächerlichen Szenen.

Nun, wie man sieht, ist die Story nicht außergewöhnlich. Man kommt nicht aus dem Kino und denkt sich "Wow, was für ein Film!". Aber "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" hat dennoch einen gewissen Unterhaltungsfaktor: Er ist stellenweise wirklich amüsant und bietet zudem einen ordentlichen Cast. Fürmann und Schwarz agieren gut, ebenso Uwe Ochsenknecht. Hinzu kommt eine Reihe an nennenswerten Gaststars wie Thomas Kretschmann, Tom Schilling oder Sasha, die alle kleine, nette Stories in den Film einbringen.

Fazit

"Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" ist eine durchschnittliche Komödie – pardon, Lehrfilm –, der durchaus sehenswert ist, aber kein Muss.

Maria Gruber - myFanbase
28.11.2007

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