Bewertung: 9
Iain Softley

K-Pax - Alles ist möglich

Genie? Verrückter? Nicht von dieser Welt?

Foto: Copyright: 2003 Universum Film GmbH
© 2003 Universum Film GmbH

Inhalt

Ein Mann namens Prot (Kevin Spacey) wird eines Tages verhaftet und wegen seiner Aussage in die psychiatrische Anstalt gesteckt. Er behauptet felsenfest, von einem anderen Planeten zu kommen und in nur wenigen Wochen wieder zurückreisen zu wollen.

Während die anderen Ärzte Prot wirklich für verrückt halten, versucht sein Psychiater, Dr. Mark Powell (Jeff Bridges), Prots Geschichte aufzudecken. Denn obwohl es zunächst den Anschein hat, dass Prot wirklich ein Alien sein könnte, beginnt sich bald herauszukristallisieren, dass er doch viel Menschliches an sich hat. Wird es Powell noch schaffen, das Rätsel um Prot zu lösen?

Kritik

Glaubt ihr an Leben auf anderen Planeten? Oder sind die, die daran glauben oder sogar behaupten, sie seien Aliens, für euch nur Spinner? Genau diese Frage stellt sich auch Dr. Powell. Natürlich glaubt ein Psychologe nicht daran, dass einer seiner Patienten tatsächlich von einem anderen Planeten kommen könnte, doch trotzdem ist er von Prots Geschichte so fasziniert, dass sie ihn bis ins Privatleben hinein verfolgt.

Schon zu Beginn, als Prot meint, er würde in einigen Wochen wieder mit einem Sonnenstrahl zu seinem Planeten K-Pax zurückkehren und einen der anderen Patienten mitnehmen, fragen sich der Arzt als auch der Zuschauer, was dann wohl geschehen wird. Ein eigenartiges Verhalten legt Prot ja schon an den Tag, aber nie kann man sich nun wirklich für eine Seite entscheiden. Ist er nun jemand von einem anderen Planeten, der zu uns auf die Erde gekommen ist und seinen "Bericht" schreibt? Oder ist er nur ein normaler Mensch, der sich das alles ausdenkt? Aber wie kommt es dann, dass in Tests festgestellt wird, dass er UV-Licht wahrnehmen kann (das ist genau der Grund, warum Kevin Spacey in den meisten Szenen des Films eine Sonnenbrille trägt) und wie kommt es, dass er gleich mal einen "neuen" Planeten entdeckt hat? Prot gibt vor, von K-Pax zu sein und kann den Astrologen sogar zeigen, wo sich dieser Planet befinden soll. Und genau diesen Planeten haben die Wissenschaftler vorher nie entdeckt.

Auch Prots Verhalten lässt keine Schlüsse auf seine "Herkunft" hervorgehen. Einerseits isst er eine Banane komplett mit Schale (es war tatsächlich eine echte Banane, die Kevin da gegessen hat!), andererseits scheint er aber ein Trauma in Verbindung mit Wasser gehabt zu haben. Nach und nach entdeckt Powell zwar anscheinend die Wahrheit, aber doch hat Prot solch einen großen Einfluss auf seine Mitpatienten gehabt, dass man diese Geschichte nicht so richtig glauben will.

Prot hat den Patienten versprochen, einen von ihnen mit zurück nach K-Pax zu nehmen und sie lösen sogar seine Aufgaben. Und genau dort kommt wieder das Übersinnliche zum Vorschein, denn auf einmal kommt die Frau, die nie aus dem Zimmer gegangen ist, zu den anderen Patienten und eine Frau, die nie geredet hat, beginnt plötzlich, zu sprechen. Was ist es also, das Prot so außergewöhnlich macht?

Das Besondere des Films ist nicht nur, dass er die Wirklichkeit und Grausamkeit der Welt verbindet mit dem Surrealen und trotzdem glaubt man beiden Seiten. Wenn Prot aufzählt, was in unserer Welt seiner Meinung nach schief läuft, dann fragt man sich: Hat er Recht? Sehe ich das genauso? Der Akt der Geburt auf K-Pax zum Beispiel hört sich mehr als eklig an. Kein Wunder also, dass es wenige gibt und sie keine Familien gründen. Prot beschreibt die Familie und unsere Art des Zusammenlebens als negativ, was man als eine Kritik an der Gesellschaft sehen kann.

Die Story an sich klingt vielleicht für den ein oder anderen langweilig, ist aber absolut genial umgesetzt mit tollen Schauspielern, die sich auch hinter den Kulissen prächtig verstanden haben. Obwohl sie sich schon während des Films mächtig ins Zeug gelegt haben, wird spätestens am Ende des Streifens klar, was da für geniale Leute am Werk waren. Kevin Spacey hat in "K-Pax" die beste Arbeit geleistet, da er alle seine Szenen super gespielt hat und auch mal an seine Grenzen gegangen ist (Stichwort: Banane mit Schale essen). Jeff Bridges ist seine Rolle ebenfalls wie auf den Leib geschneidert. Obwohl die Familiengeschichte um Mark und Rachel (Mary McCormack) interessant war, wurde darüber trotzdem recht wenig erzählt. Trotzdem schadet das dem Film insgesamt überhaupt nicht.

DVD

Was einem sofort nach dem Öffnen des Pappschubers der außen schlicht gehaltenen Special Edition ins Auge fällt: Die drei Fotografien von Jeff Bridges, die allesamt Kevin Spacey bei irgendwelchen Tätigkeiten zeigen. 1.) Kevin waiting, 2.) Kevin and his sunglasses und 3.) Kevin Spacey Comoedia / Tragoedia. Fantastische Bilder, kann man dazu nur sagen.

Wenn man den Pappschuber komplett öffnet, befindet sich links die Kapitelübersicht und rechts die beiden DVDs - eine zeigt Kevin Spacey als Prot, die andere Jeff Bridges als Dr. Mark Powell. Das gesamte Design ist in schwarz-blau gehalten und die Schrift ist in weiß.

Die Menüführung ist sehr gut und mit Musik hinterlegt. Die Bildqualität ist lässt ebenfalls keine Wünsche offen und die Musik im Film allgemein ist hervorragend und passt genau da hin.

Die Dokumentationen sind überaus aufschlussreich und man erhält einen sehr guten Einblick hinter die Kulissen - allerdings unterscheiden sich die Extras in Englisch und Deutsch nicht wirklich voneinander, nur, dass die deutsche Doku ein Zusammenschnitt aus den amerikanischen Dokumentationen ist.

Wir erfahren zum Beispiel, dass das schon oben genannte "Banane mit Schale"-Essen bei Kevin Spacey einen viel zu hohen Kalziumgehalt hervorgerufen hat, da er nicht nur eine, sondern gleich ungefähr zehn Bananen so essen musste. Was außerdem offensichtlich ist: Die Chemie der Hauptdarsteller passt vor und hinter der Kamera perfekt. Jeff bekennt sich als langjähriger Fan von Kevin und beide respektieren sich, wie man es wohl nur noch sehr selten im Filmbusiness sieht.

In den Trailern und TV-Spots merkt man wieder mal sofort den Unterschied zwischen den Promos der Deutschen und denen der Amerikaner: Während die Deutschen sehr auf die Namen der Darsteller achten, ist es die Hundeszene, die es den Amerikanern angetan zu haben scheint. Prot kann in dieser Szene "hören", was der Hund zu sagen hat und als er es der Familie "übersetzt", ist das kleine Mädchen erstaunt und sagt nur: "Nooo waaay".

Fazit

Ein Film über Wunder und Glauben mit brillanten Schauspielern und einem Ende, welches man so wohl nicht erahnt hätte. Den Film sollte man sich
schnellstmöglich kaufen oder ausleihen.

Die auf der Special Edition enthaltenen Dokumentationen runden das Filmerlebnis super ab. Man erhält einen Einblick in die schwierige Entstehungsgeschichte des Films (es dauerte mehrere Jahre, ihn zu realisieren) und erkennt, dass der Cast sich wunderbar versteht.

Technische Details

Laufzeit: 115 Minuten

Tonformat: Deutsch: DTS 5.1, Deutsch und Englisch: Dolby Digital 5.1

Sprachen und Untertitel: Deutsch und Englisch

Bonusmaterial

  • Making Of: Exklusive amerikanische und deutsche Sequenzen hinter den Kulissen
  • Alternatives Ende
  • Entfallene Szenen
  • Bildergalerie: Jeff Bridges fotografiert die Dreharbeiten
  • US-amerikanische und deutsche TV-Kampagnen
  • US-amerikanische und deutsche Kinotrailer
  • Cast and Crew Infos und Interviews


Elsa Claus - myFanbase
19.11.2007

Diskussion zu diesem Film