Bewertung: 8
Anand Tucker

Hilary und Jackie

Musik war ihr Leben

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Inhalt

England in den 50er Jahren: Die beiden Schwestern Hilary (Rachel Griffiths) und Jackie (Emily Watson) scheinen beide die Musik in die Wiege gelegt bekommen zu haben. Denn sie sind erstaunlich talentiert mit ihren Instrumenten. Aber Jackie kann mit dem Cello längst nicht so überzeugen wie ihre Schwester Hilary, die mit der Flöte schon im jungen Alter Konzerte gibt.

Doch dank ihres Ehrgeizes und einer Menge Übung ist es bald nicht mehr Hilary, sondern Jackie, die alle Kritiker von sich überzeugt. Und so spielt sie vor ausverkauften Häusern, macht Welttourneen und überzeugt schnell die ganze Welt von ihrem außergewöhnlichen Talent. Und obwohl die beiden Schwestern immer ein relativ gutes Verhältnis zueinander hatten, schaffen sie es nicht, dieses zu behalten. Schon bald haben sie keinen Kontakt mehr zueinander.

Während Jackie eine Tournee nach der anderen erfolgreich absolviert, baut sich Hilary auf dem Land mit ihrem Mann und ihren Kindern ein neues Leben auf. Doch dann ändert ein Schicksalsschlag alles im Leben der 39-jährigen Jackie und auch in dem ihrer Schwester.

Kritik

Jacqueline du Pré war in den 60ern und Anfang der 70er eine der größten Cellistinnen der Welt. Sie spielte überall auf der Welt vor ausverkauften Häusern. Regisseur Anand Tucker, der zuvor eher Dokumenarfilme gemacht hatte, verfilmte mit "Hilary und Jackie" das Leben dieser einzigartigen Musikerin und erzählt es besonders im Hinblick auf das Schwesternverhältnis. Auf Basis des von der Schwester und des Bruders nach dem Tod Jackies geschriebenen Buches erzählt er auch die Schattenseiten ihres Lebens. Der Film stieß auf extreme Kritik, weil er auch die ständig wechselnden Beziehungen und Affären der Musikerin mit aufnahm.

Gespielt wurde Jackie vom Emily Watson, die mit all ihrem Können überzeugt und der man jede Träne und jedes Lachen ohne Weiteres abkauft. Emily wurde, genauso wie ihre Kollegin Rachel Griffiths, für diesen Film für den Oscar nominiert und obwohl beide leer ausgingen, mindert dies die Leistungen kein Stück. Denn auch Rachel Griffths überzeugt und zeigt einen Einblick in ihr facettenreiches Schauspiel.

Bei diesem Film passt fast alles zusammen. Die Kamera spielt sich teilweise durch eigensinnige Aufnahmen und Fahrten etwas in den Vordergrund, was jedoch das positive Gesamtbild dieses Films nicht schmälern kann. Aber es ist vor allem der Soundtrack, der diesen Film von anderen Filmen abhebt. Er enthält auch einige Stücke der echten Jackie und bietet ansonsten einen schön anzuhörenden Blick in die klassische Musik der 60er und 70er in Europa.

Fazit

Trotz der knappen zwei Stunden Länge kommt keine Langeweile auf und der Film bietet eine bittersüße Unterhaltung, die einen nicht ohne Nachdenken zurücklässt.

Eva Klose - myFanbase
04.10.2007

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