Bewertung: 9
Kevin Smith

Dogma

In diesen Engeln steckt der Teufel.

Foto: Copyright: Kinowelt GmbH
© Kinowelt GmbH

Inhalt

Vor Jahrhunderten hat Gott die beiden abtrünnigen Engel Bartleby (Ben Affleck) und Loki (Matt Damon) auf die Erde verbannt. Nun haben die Beiden einen Weg gefunden, in den Himmel zurückzukehren, doch damit würden sie die Unfehlbarkeit Gottes widerlegen und die Welt zerstören. Bethany (Linda Fiorentino), die letzte Nachfahrin von Jesus Christus, soll die abtrünnigen Engel aufhalten. Unterstützt wird sie dabei von den exzentrischen Chaoten Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Kevin Smith), sowie dem Apostel Rufus (Chris Rock) und der Muse Serendipity (Salma Hayek).

Kritik

Es gab so einige katholische Gruppen, die zum Boykott gegen diesen Film aufgerufen haben. Ist "Dogma" also gotteslästerlich? Oder jugendgefährdend? Ist der Film schlimmer als Bill Clintons Affären und Janet Jacksons nackte Brustwarze beim Superbowl zusammen? Nein, das sicher nicht. "Dogma" ist natürlich provokativ, doch auf eine positive Weise. Der Film ist offenherzig, originell und unterhaltsam.

Das Christentum wird nicht beleidigt, aber durchaus kritisch durchleuchtet und ein wenig auf die Schippe genommen. So war Jesus in diesem Film schwarz, genau wie der 13. Apostel Rufus, der nach eigener Aussage wegen seiner Hautfarbe nicht in der Bibel erwähnt wird. Diese Drehbuchidee steckt, wie viele andere Elemente in "Dogma", voller Humor und Gesellschaftskritik, aber durchaus auch voller Wahrheit, denn man darf sich schon fragen, warum Jesus Christus auf kirchlichen Kunstwerken immer sehr hellhäutig dargestellt wird, obwohl er aus Israel stammte. Die Menschen aus diesem Teil der Erde haben bekanntlich einen dunkleren Teint.

Die Darsteller, allen voran Alan Rickman als Metatron, können überzeugen und setzen die zum Teil ungewöhnliche Handlung hervorragend um. Sogar Ben Affleck, von dessen Schauspielleistungen ich in den meisten seiner Filme eher wenig halte, macht als böser Engel eine gute Figur.

Die Botschaft dieses Films ist letztlich recht simpel: Der Glaube soll Hoffnung geben und nicht hinter dogmatischen Verboten und steifen Zeremonien verschwinden. Man muss jedoch auch offen für diese Botschaft sein und darf sich als Katholik nicht gleich angegriffen fühlen.

Fazit

"Dogma" ist ein überzeugender Film mit einer Top-Besetzung. Prädikat sehenswert.

Maret Hosemann - myFanbase
27.05.2007

Diskussion zu diesem Film