Mos Def

Wenn man sich näher mit dem Underground Hip Hop der 90er Jahre beschäftigt, so wird man unweigerlich auf den Namen Mos Def stoßen. Der in Brooklyn groß gewordene Künstler ist ein wichtiger Bestandteil des alternativen Hip Hops und sorgte mit Talib Kweli als Hip-Hop-Duo Black Star für Furore. Doch obwohl Mos Def sich vor allem als Musiker einen Namen gemacht hat, so ist der überzeugte Muslime vielseitiger, als man zunächst vielleicht annehmen mag: Er ist auch erfolgreicher Schauspieler und politischer Aktivist.

Als Ältester von insgesamt 12 Geschwistern und Halbgeschwistern wuchs Mos Def in Sozialwohnungen in Brooklyn unter schwierigen finanziellen Umständen auf. In einem Interview mit SPIN beschrieb Def, wie er sich jetzt noch an die Tristesse der Bauten erinnert: "Ich glaube, die Sozialwohnungen waren ein soziales Experiment; wir waren wie Laborratten, die aufeinandersaßen und die Leute wussten einfach, dass etwas falsch war. Alles um dich herum treibt dich förmlich dazu, dass du als Erwachsener in eine Anstalt eingewiesen werden musst - die Wandfarbe, die Akustik. Mein Fenster ließ sich nicht einmal öffnen."

Nichtsdestotrotz wurde aus Mos Defs Musik bald ein Erfolg: Nach zahlreichen Musikprojekten schlug seine Single "Universal Magnetic" im Jahr 1996 ein wie eine Bombe und machte ihn in der Undergroud-Hip-Hop-Szene bekannt. Daraufhin begann er mit Talib Kweli zu kooperieren und ihr Debutalbum "Mos Def & Talib Kweli are Black Star" (1998) gilt heute schon als Kultalbum, nicht zuletzt dank des Songs "Definition", in dem die beiden über die Morde an Tupac Shakur und The Notorious B.I.G. rappen. Ein Jahr später veröffentlichte Def sein erstes Soloalbum "Black on Both Sides" (1999), das von Kritikern äußerst positiv aufgenommen wurde und im Jahr 2000 Goldstatus (über 500000 verkaufte Exemplare) erreichte. Während seine folgenden Alben "The New Danger" (2004) und "True Magic" (2006) die Kritiker spalteten, heimste "The Ecstatic" (2009) viel Lob ein und wurde zudem für einen Grammy für das Beste Rap-Album nominiert. "The Ecstatic" wurde ein großer Erfolg für Mos Def.

Zu dieser Zeit hatte sich Mos Def bereits auch als Schauspieler etabliert. Gerade sein Auftritt in dem HBO-Fernsehfilm "Something the Lord Made" (2004) neben Alan Rickman zeugte von einer beeindruckenden Leistung, die ihm gleich eine Emmy- und eine Golden-Globe-Nominierung verschaffte. Zudem konnte er Nebenrollen in großen Hollywoodproduktionen wie "The Italian Job" (2003), "Per Anhalter durch die Galaxis" (2005) und "Cadillac Records" (2008) ergattern; letztere führte wiederum zu einigen Awardnominierungen, darunter bei den Black Reel Awards und den Image Awards. 2011 übernahm Mos Def erstmals eine wiederkehrende Serienrolle in dem renommierten Showtime-Drama "Dexter".

In seinem Herzen wird Mos Def aber trotz der Schauspielerei immer vor allem ein Rapper bleiben. "Ich habe es schon immer geliebt, zu reimen. Ich liebe Sprache. Ich liebe Ideen und Worte und Klänge [...] Ich schreibe immer, ich schreibe die ganze Zeit," so Mos Def im Interview mit XXL. Seinen bekannten Künstlernamen, der übrigens die Kurzform für den im Englischen gängigen Ausdruck "most definitely" ist, legte er zum Jahr 2012 schließlich offiziell ab, da er den neuen Künstlernamen Yasiin Bey annehmen wollte.

Privat war Mos Def von 1996 bis 2006 mit Maria Yepes verheiratet, mit der er zwei Kinder hat. 2005 heiratete er Alana Wyatt, deren Ehe 2008 skandalträchtig zu Ende ging.

Maria Gruber - myFanbase

Ausgewählte Filmographie (Schauspieler)

2011Dexter (TV) als Samuel Wright
Originaltitel: Dexter (TV)
2008Cadillac Records als Chuck Berry
Originaltitel: Cadillac Records
2008Dr. House (#5.19 Locked In) (TV) als Lee
Originaltitel: House (TV)
2005Per Anhalter durch die Galaxis als Ford Prefect
Originaltitel: The Hitchhiker's Guide to the Galaxy
2004Der Dämon in mir als Sgt. Lucas
Originaltitel: The Woodsman
2004Ein Werk Gottes als Vivien Thomas
Originaltitel: Something the Lord Made
2003The Italian Job - Jagd auf Millionen als Left Ear
Originaltitel: The Italian Job
2002Brown Sugar als Chris 'Cav' Anton Vichon
Originaltitel: Brown Sugar
2001Monster's Ball als Ryrus Cooper
Originaltitel: Monster's Ball

Discographie

2009The Ecstatic
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2006True Magic
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2004The New Danger
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1999Black on Both Sides
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1998Mos Def & Talib Kweli are Black Star
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