Nachricht von Gillian (Teil 1)

Quasi die Fragen der letzten Monate:

Okay, ich habe endlich Zeit um einige Eurer Fragen zu beantworten.

Ich denke, es ist sinnvoll zu überlegen, was meine Theatererfahrung mir hinterlassen hat. Ich konnte ehrlich gestern erst, beim Yoga, mich zum ersten Mal auf den Hintern setzen und darüber nachdenken. Das erste, was mir durch den Kopf ging, war: "Wie ist es dazu gekommen?" und "Was auf der Welt hat mich glauben lassen, dass ich etwas so Gruseliges machen könne?" Es scheint jetzt so, als ob es für immer vorbei sei und ich kann mich kaum erinnern, wie es anfing. Was war der springende Punkt und wie kam alles zusammen?

Ich glaube, wenn ich jetzt gefragt werde, dies nochmal zu tun, in der Verfassung, in der ich gerade bin, ich würde sagen: "Nein, ich könnte mir niemals vorstellen so etwas zu machen." Aber dann würde ich die Realität, dass ich so was schon mal gemacht habe, erkennen und 'wovor habe ich angst?', was einen zur Wahrnehmung von Angst bringt. Wie etwas in einem Moment so gruselig sein kann und im nächsten Moment erscheint es machbar.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich enorm viel Spaß hatte. Ich liebte den Prozess bei den Proben, sogar obwohl wir bis zu der letzten Kostümprobe einen Tag vor der Premiere die letzte Szene nur EINMAL komplett durchgespielt haben!

Ich liebte es von Anfang an mit Roger zu arbeiten und das Arbeiten mit John Caird war fast wie das Arbeiten mit einem Poeten. Ich sollte durch mein Skript gehen und kleine Zettel mit seinen Gedanken dazu zusammentragen und diese auf meinen Kühlschrank kleben. Was mich an "Adaptation" erinnert. Es hat einige wahre Gedanken darüber, aufzuhören, das Leben zu verschönern und uns verrückte Menschen und wie wir die Welt und uns selbst sehen sollten.

Ich liebte es, in London zu sein, aber was ich am meisten geliebt habe und was ich von den meisten gelernt habe, war das Konzentrieren von Moment zu Moment, das es im Live-Theater gibt. Als erstes dachte ich, das wird ein tägliches Ringen um sich an den Text zu erinnern. Und die Angst, was passiert, when Du etwas vergisst und der langsame Tod, der Dich dann auf der Bühne ereilt. Aber das war überhaupt nicht der Fall und ich fand, dass, innerhalb von Sekunden, wenn du relaxst und nicht nach den Worten "jagst" und deinem Herz erlaubst, zu rasen ohne in Panik auszubrechen und sagt: "oh mein Gott, ich werde sterben!"...im Grunde musss man es gehen und kommen lassen, dann kommt es auch.

Weiterhin waren die "Verhandlungen" mit den Zuschauern jede Nacht einfach faszinierend; mitzubekommen, dass man so viele Dinge machen kann, damit die Show in aller Munde bleibt. Man fühlt früh, was die Zuschauer brauchen um ihre Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. Brauchen sie gute Unterhaltung um sie interessiert zu halten oder sind sie fähig zwischen den Zeilen zu lesen? Lasse ich meinen Co-Star die Show diesen Nachmittag schmeißen, weil es so aussieht, als könnte ich, egal wie sehr ich es versuche, nichts machen? Oder muss ich sein Vortragen von bestimmten Zeilen abwägen, um zu helfen, dass der Punkt oder Moment das Aroma erhält, den er benötigt, damit das alles im gesamten Kontext Sinn ergibt? Nichts davon geht einem wirklich bewusst durch den Kopf. Man realisiert, was in einem vorging, wenn man zurückblickt. Natürlich kann man nicht soviel davon machen, weil dann der eine pushed und spielt und versucht seine Antwort zu untermalen und dann geht es daneben. So denke ich, was ich sage, ist, dass ich inspiriert und herausgefordert und in Ehrfurcht vor dem komplizierten Tanz war und ich hatte Spaß von Abend zu Abend vor wechselnden Gesichtern zu spielen. Original von: gaws



Emil - myFanbase
16.03.2003 00:00

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