Bewertung: 8

Review: #2.12 Quarantäne

Das zweiteilige Finale der zweiten Staffel wartet mit schockierenden Enthüllungen auf und verschärft die Kluft zwischen den 4400 und der Regierung maßgeblich, während Diana und Tom mehr denn je zwischen die Fronten geraten.

Alles beginnt mit einer mysteriösen Krankheit, die fast alle 4400 befällt, darunter auch drei der uns bekannten 4400, nämlich Shawn, Maia und Alana. Die Regierung steckt daraufhin alle 4400 in Quarantäne, notfalls auch mit Gewalt. Zu den nicht erkrankten 4400 gehören Richard und Lily, die zu den Anführern einer Widerstandsbewegung werden, sich dadurch jedoch voneinander entfremden. Derweil machen Diana und Tom die schockierende Entdeckung, dass die Krankheit durch ein Medikament ausgelöst wurde, dass die Regierung den 4400 seit deren Rückkehr regelmäßig verabreicht hat.

Diese Episode schlägt einige Brücken zurück zum Beginn der Serie. Damals wurden die 4400, obwohl allesamt kerngesund, von der Regierung in Quarantäne gesteckt, da man nicht wusste, was hinter ihrem plötzlichen Auftauchen steckte und ob sie nicht Träger irgendwelcher Viren waren. Nun kehren sie tatsächlich krank in die Quarantäne zurück – erkrankt infolge eines Experiments der Regierung.

Zudem kommt Dennis Ryland, der erste NTAC-Chef, der mit dem 4400-Problem beschäftigt war, zurück, um die Quarantäneverordnung durchzusetzen. Wenn er davon spricht, die 4400 "zusammenzutreiben", drängen sich Assoziationen mit geschichtlichen Ereignissen wie der Judenverfolgung geradezu auf. Natürlich gibt es maßgebliche Unterschiede, doch wenn eine Bevölkerungsgruppe konsequent zusammengetrieben und eingesperrt wird, dann empfindet man dies als beunruhigend und beängstigend.

Die Szenen, in denen man Shawn, Maia und Alana in der Quarantäne sieht, sind farblich in einem tristen grau gehalten, das die Verzweiflung symbolisiert. Diese Szenen gehören zu den eindringlichsten und deprimierensten der gesamten Serie. Besonders bemerkenswert ist die gemeinsame Szene von Shawn und Maia. Beide haben in der Serie von Beginn an die 4400 mit außergewöhnlichen Kräften repräsentiert, hatten aber bislang noch keinen direkten Kontakt miteinander. Nun begegnen sie sich sterbenskrank in der Quarantäne und erkennen, dass sie ihre Fähigkeiten mittlerweile schätzen gelernt haben. Während Shawn jedoch mit Jordan seinen Hoffnungsträger verloren hat, glaubt Maia fest daran, dass Diana sie retten wird.

Nicht körperlich erkrankt aber seelisch angeschlagen sind Richard und Lily. Da Richard durch Shawns Erkrankung in die Anführerrolle gedrängt wurde, muss er sich um eine Gruppe flüchtiger 4400 kümmern, während es Lily in erster Linie um die Sicherheit ihrer kleinen Tochter geht. Lily wendet sich daraufhin an ihren Ex-Mann Brian. Man kann es Lily sicher nicht vorwerfen, dass sie zu allererst an die Sicherheit ihres Babys denkt, doch auch Richard handelt alles andere als falsch, wenn er Verantwortung übernimmt und sich um die verfolgten 4400 kümmert. Man weiß daher zunächst nicht, auf wessen Seite man sich als Zuschauer schlagen soll, doch dass Lily ihren Ex-Mann ins Spiel bringt, verschafft Richard einige Sympathiepunkte, da er damit auf einer emotionalen Ebene von Lily verletzt und verraten wird.

Eine weitere und zugleich die schwächste Storyline dieser Folge gehört Kyle, der Kontakt zu der Freundin und dem Bruder des Mannes sucht, der an seiner Stelle im Gefängnis sitzt. Diese Geschichte dient zweifellos dazu, uns noch einmal vor Augen zu führen, dass es unmoralisch ist, einen Mann für ein Verbrechen, das dieser nicht begangen hat, im Gefängnis schmoren zu lassen und wie sehr dies Kyles Gewissen belastet. In meinen Augen hätte es dieser kleinen Lektion jedoch nicht bedurft, da wir eigentlich recht gut wissen, was derzeit in Kyle vorgeht und weder die Freundin noch der Bruder besonders sympathisch wirken.

Maret Hosemann – myFanbase

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