Bewertung

Review: #2.02 Der Weckruf (2)

Diese Episode schließt nahtlos an die vorherige an, was bei einem Zweiteiler auch recht logisch ist. Somit erfahren wir in dieser Folge, was es mit dem mysteriösen Turm auf sich hat, den die Patienten und Ärzte der psychiatrischen Anstalt, sowie auch mehrere NTAC-Agenten, nach Tess’ Vorstellung errichten.

Aufwachen, wenn die Zukunft ruft

Es stellt sich heraus, dass der Turm eine Art gigantischer Wecker ist, der eine Druckwelle erzeugt und Kevin Burkhoff aus dem jahrelangen Zustand des Dahinvegetierens reißt. Das erweist sich als sehr bedeutsam, denn Kevin ist Wissenschaftler und beschäftigt sich mit der Aktivierung jener Gehirnzonen, die der Mensch nicht nutzt und die Fähigkeiten wie Telekinese und Telepathie ermöglichen können. Da Kevin diese Forschungen nun fortsetzen kann, scheint er der Vater der 4400-Technologie zu sein.

Man kann hier schon von einem großen Überraschungseffekt sprechen, denn diese Entwicklung war sicher nicht vorherzusehen. Man hat Kevin nur für Tess’ besten Freund in der Anstalt gehalten und nicht damit gerechnet, dass die ganze Aktion ihm gilt und er ein bedeutsamer Wissenschaftler ist.

Dennoch hat mich diese Storyline nicht wirklich überzeugt, denn die ganze Geschichte wirkt einfach viel zu konstruiert. Die Menschen aus der Zukunft verfügen ja offensichtlich über bedeutsame Fähigkeiten, fällt ihnen da tatsächlich kein besserer Weg ein, um Kevin aufzuwecken? Müssen sie wirklich erst eine schizophrene Frau aus den 1950er Jahren entführen und sie über 50 Jahren später mit einer Kontrollfähigkeit wieder zurückschicken, mit der sie einen gigantischen Turm bauen lässt, wobei mindestens ein Mensch ums Leben kommt? Wäre es nicht ein bisschen einfacher gewesen, Kevin selbst in die Zukunft zu holen und zu heilen? Oder Tess eine Fähigkeit zu geben, mit der sie Kevin direkt heilen kann, ohne diesen komischen Turm? Immerhin hatten die Menschen aus der Zukunft ja auch keine Probleme damit, Shawn erstaunliche Heilkräfte zu geben, die bequem per Handauflegen funktionieren.

In sich sollte eine Mysteryserie schon schlüssig und nachvollziehbar sein und das ist bei dieser Storyline nicht der Fall.

Auf der Flucht

Lily und Richard befinden sich mit ihrem Baby Isabelle auf der Flucht vor den religiösen Fanatikern und es zeigt sich, dass Isabelle ein wahrer Terrorkrümel ist. Mit ihren Kräften bringt sie die drei Verfolger dazu, sich gegenseitig zu töten. Für ein sechs Monate altes Kind ist das schon bemerkenswert grausam und zynisch. In diesem Fall kann man nicht mal den Medien die Schuld geben, denn Isabelle ist noch viel zu klein, um sich Filme anzusehen oder Videospiele zu spielen.

Spuren der Vergangenheit

Maia kommt nachts weinend nach Hause, da sie auf einer Übernachtungsparty von den anderen kleinen Mädchen wegen ihres altmodischen Musikgeschmacks (Frank Sinatra) gehänselt wurde. Wenn man ehrlich ist, wurde es mal Zeit für eine solche Begebenheit, denn schließlich stammt Maia aus dem Jahr 1946.

Im Vergleich zu den 1940er Jahren hat sich mittlerweile doch einiges verändert und auch wenn sich Kinder im Notfall meistens gut anpassen können, ist es schon wichtig noch mal zu verdeutlichen, dass Maia einen enormen Zeitsprung in ihrem Leben verkraften muss. Das kann nicht ganz ohne Komplikationen ablaufen.

Maret Hosemann - myFanbase

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