The Royals - Review Staffel 1

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Jede*r von uns hat sicher schon einmal die Klatschblätter gelesen und ist vor allem auf die Schönen und Reichen aufmerksam geworden, besonders, wenn es um die Königshäuser geht, ist das Interesse bei den meisten sicherlich nicht klein. Vor allem stellt man sich doch irgendwie immer dieselbe Frage: Wie sind denn Könige, Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen so drauf, wenn sie unter sich sind? Der kleine US-Sender E! hat sich diese Frage wohl auch gestellt und sich wohl gedacht, da sie sowieso schön von den Schönen und Reichen berichten, kann man doch auch gleich eine Serie bestellen, die sich um die royale Gesellschaft dreht. 2015 startete dann die erste Staffel von Mark Schwahns ("One Tree Hill") produzierter Serie "The Royals" und dadurch, dass hierzulande Netflix die Serie ins Angebot genommen hat, dachte ich mir, vergnüge ich mich doch mal mit der ersten Staffel. Wie mir diese gefallen hat? Lest es selbst nach.

Kleine Mädchen wünschen sich ja immer, einmal Prinzessin sein zu können und ehrlich gesagt, war das bei mir nicht anders. Allerdings hat sich das mit den Jahren dann doch geändert, denn sich immer benehmen, immer seine Gefühle verstecken zu müssen, weil es ja sein könnte, dass man gefilmt oder fotografiert wird und schon landet man in der Klatschpresse und schädigt auch noch den Ruf der Familie und so weiter, danke, aber nein danke. Aber wie gesagt, die Frage, die man sich immer wieder stellt: Wie sind diese Menschen aus den höheren Kreisen so drauf und ich denke, die erste Staffel von "The Royals" kann es ganz gut beantworten: Wie 'Normalos' auch, nur eben, dass sie es nicht öffentlich zeigen dürfen.

Mir hat an der ersten Staffel bzw. an der ersten Episode gut gefallen, dass wir Prinz Liam (William Mosley) und Prinzessin Eleanor (Alexandra Park) als Privatpersonen erlebt haben, die zwar beide Party gemacht, Alkohol/Drogen zu sich genommen haben und Sex hatten, aber immerhin sind die Zwillinge noch jung und die harte Realität kam ja kurz danach, denn ihr Bruder Robert ist gestorben, weswegen Liam nun den Posten von Robert übernehmen muss und absolut überhaupt nicht darauf vorbereitet ist. Genau hier erkennt man eben auch, dass wir uns in einem völlig anderem (fiktionalem) Universum befinden, denn zum Trauern ist keine Zeit, da die Königsfamilie für das britische Volk stark sein muss. Wie unterschiedlich mit Trauer und Verantwortungsgefühl umgegangen wird, wird uns besonders an König Simon (Vincent Regan) und Queen Helena (Liz Hurley) gezeigt. Denn obwohl Simon das Oberhaupt ist, lässt er seine Trauer um seinen Sohn deutlich mehr zu, als dass es seine Frau tut. Generell zieht sich die Trauerverarbeitung durch die ganze Staffel, was ich gut fand, denn dadurch könnte man die Persönlichkeiten der Zwillinge, sowie der Eltern, Simons Bruder Cyrus (Jake Maskall) und der Angestellten gut begreifen. Besonders zu betonen sind dabei der Sicherheitschef Ted Pryce (Oliver Milburn) und seine Tochter Ophelia Pryce (Merritt Patterson), denn die beiden haben eine besondere, aber auch zum Teil traurige Verbindung zur Königsfamilie und man hat die ganze Staffel über bemerkt, dass der Verlust seiner Frau sehr schwer an Ted nagt, der deshalb ein strenges, aber besorgtes Auge auf seine Tochter hat und es dadurch manchmal zur Überfürsorge kommt.

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Hingegen zeichnet sich bei Helena und ihren Kindern ein ganz anderes Bild ab und hier möchte ich schon mal eine Lobeshymne auf das Schauspiel von Liz Hurley und Alexandra Park anstimmen, denn sowohl zusammen, wie auch einzeln oder mit anderen Spielpartner*innen liefern sie eine Top-Performance ab, die tatsächlich ein unglaublicher Genuss ist und vor allem vorwiegend durch die Mimik absolut genial ist. Denn Helena ist nicht unbedingt die Mutter, die ihre Kinder mit Liebe, Komplimenten oder Wertschätzung überschüttet, vielmehr macht sie ihren Kindern das Leben schwer, weil sie eben immer nur an den guten Ruf im Sinn hat und auch mit ihren sonstigen Aktionen keinesfalls den Preis als 'Mutter des Jahres' bekommen würde. Wobei man es Helena bei so einer Mutter wie Alexandra of Oxford (Joan Collins) nicht verdenken kann. Hier hat man sich auch eine wunderbare Darstellerin gesichert. Ich meine, Joan Collins in so einer Rolle wie dieser zu sehen, lässt einen sofort ihre ikonische Rolle als Alexis Carrington in der Originalserie "Der Denver-Clan" in den Sinn kommen, denn diese hat definitiv Parallelen aufzuweisen. Ich denke, gerade deswegen hat man Collins für diese Rolle verpflichtet – weil man einfach wusste, dass sie diesen Part wundervoll ausführen wird und das hat sie ohne Zweifel. Dennoch entschuldigt das eben nicht, was Helena mit Cyrus ausgeheckt hat, damit er König wird. Manchmal habe ich mich echt gefragt, wie Helena das mit ihrem Gewissen vereinbaren konnte, denn ihr Handeln wird definitiv noch Konsequenzen haben. Dennoch möchte ich sie nicht ganz verteufeln, denn ihre Backstory hat mich schon sehr berührt. Zwar gibt sie sich immer als kühl, arrogant und herzlos, doch das ist Helena nicht. Sie wurde so gesehen von ihrer Mutter in eine arrangierte Ehe gedrängt, weil es Alexandra nur ums Ansehen ging (wie überraschend. Vorsicht. Ironie.). In Wahrheit hat Helena einen anderen Mann geliebt: Alistair Lacey (Noah Huntley) und man kann es ihr ehrlich gesagt nicht verdenken, denn dadurch darf und durfte man eine Seite an Helena erleben, die einfach menschlich ist und sie sehr viel sympathischer macht, als dass es sonst der Fall ist.

Apropos sympathisch: Weder Cyrus noch seine beiden seltsamen und ziemlich gewöhnungsbedürftige Töchter (Lydia Rose Bewley und Hatty Preston) können hier punkten. So harmonisch Liam und Eleanor miteinander umgehen, desto weniger kann man glauben, dass Cyrus und Simon verwandt sein sollen. Cyrus ist ein machtbesessener und machtgeiler Prinz, der anscheinend alles dafür tun würde, um König zu werden. Ich bin gespannt, wie es mit ihm in der zweiten Staffel weitergeht, denn das ein oder andere Geheimnis gilt es noch zu entlüften. Und wo wir schon mal bei Geheimnissen sind. Jasper (Tom Austen) ist ja auch nicht ohne, doch anders als Cyrus, hat er etwas an sich, was man einfach mögen muss, auch wenn seine Beziehung – wenn man sie doch so nennen kann – mehr als gewöhnungsbedürftig ist und Eleanor mir oftmals auch einfach leid tat. Alexandra Park spielt diese Rolle unglaublich toll, vor allem, wenn sie mal wieder sturzbetrunken ist. Das Erstaunliche ist für mich, dass sie selbst im zugedröhnten Zustand noch mehr auf die Reihe bekommt, als manch andere*r. Ihre Trauer um ihren Bruder Robert und ihren Vater haben mich öfters mal sprachlos gemacht. Überhaupt wird sich wahrscheinlich die zweite Staffel wohl darum drehen, was tatsächlich mit Robert und Simon passiert ist.

Fazit

Ich bin froh, dass Netflix "The Royals" in sein Angebot aufgenommen hat, nicht nur, weil es hierzulande seitdem in den Top 10 zu finden ist, sondern weil es ein Guilty Pleasure ist, diese königliche Familie agieren zu sehen und dabei feststellen zu dürfen, dass Schöne und Reiche eben auch nur Menschen sind. Ein bisschen schade finde ich es um Ophelia, weil ich nicht genau weiß, wie es jetzt mit Liam weitergehen soll und ich die beiden als Paar wirklich mochte.

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Daniela S. - myFanbase

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