DVD-Rezension: Blutsbande, Staffel 1

Foto:

Staffel 1 von "Blutsbande" bei Amazon bestellen

Nach einer Idee von Henrik Jansson-Schweizer und unter dem Originaltitel "Tjockare än vatten" konnte die schwedische Produktion "Blutsbande" bei ihrer Erstausstrahlung im Heimatland die Zuschauer so begeistern, dass es nicht nur zahlreiche Auszeichnungen hagelte, sondern auch direkt eine zweite Staffel bestellt wurde. Bereits vom 9. April 2015 bis zum 18. Juni 2015 konnten auch die deutschen Zuschauer auf Arte in den Genuss der schwedischen Dramaserie kommen. Und für alle, die die Serie verpasst haben oder einfach nicht genug von dem schwedischen Drama bekommen können, ist jetzt die erste Staffel seit dem 5. Juni 2015 im deutschen Handel erhältlich.

Inhalt

Foto: Copyright: Edel:Motion
© Edel:Motion

Zusammen mit ihrem Sohn Oskar (Joel Spira), dessen Frau Liv (Jessica Grabowsky) und seiner Tochter Cecilia (Saga Sarkola) betreibt Anna-Lisa Waldemar (Stina Ekblad) auf einer Insel in den schwedischen Schären ein alteingesessenes Gästehaus. Doch außer Oskar, hat Anna-Lisa mit Lasse (Björn Bengtsson) und Jonna (Aliette Opheim) noch zwei weitere Kinder, die sie zur Saisoneröffnung mit einer einfachen Ansichtskarte und dem Hinweis, dass es dringend sei, auf die Insel einlädt. Als Lasse und Jonna auf der Insel ankommen wird schnell klar, dass die Familie tiefsitzende Probleme hat und nach all den Jahren, in denen sie sich nicht gesehen haben, nicht mehr wirklich einen Draht zueinander findet. Doch Anna-Lisa hat einen Plan, um ihre Kinder wieder zusammen zu bringen. Und schon am nächsten Tag wird ihre Leiche aufgefunden und Anna-Lisas Testament besagt, dass ihre Kinder nur erben, wenn sie das Gästehaus gemeinsam eine Saison lang betreiben. Das stellt eine ziemliche Herausforderung für die Geschwister dar und sowohl tiefsitzende Geheimnisse als auch verdrängte Konflikte kommen ans Licht, die das Leben jedes Einzelnen für immer verändert werden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle ist Inhalt von einer anderen Website (z. B. YouTube, Twitter...) eingebunden. Beim Anzeigen werden deine Daten zu der entsprechenden Website übertragen.

Externe Inhalte immer anzeigen | Weitere Informationen

Rezension

Foto: Joel Spira, Blutsbande - Copyright: Edel:Motion
Joel Spira, Blutsbande
© Edel:Motion

Rein theoretisch wurde bei der schwedischen Dramaserie "Blutsbande" wirklich so gut wie alles richtig gemacht. Die Serie zeigt dem Zuschauer wirklich großartige Bilder, die nebenbei bemerkt hauptsächlich aus Finnland und nicht aus Schweden stammen, mit atemberaubenden Schauplätzen, die einzelnen Darsteller sind nicht nur nett anzusehen, sondern überzeugen auch durch echte Leistung, doch leider kann die Serie einen schlicht und einfach nicht fesseln. Denn das alles reicht leider nun mal nicht aus, wenn das Drehbuch einfach fade ist und teilweise unglaubliche Längen aufweist. Die einzelnen Folgen plätschern so vor sich hin und hier und da passiert natürlich auch mal was, aber eben nichts, was einen wirklich umhaut oder gebannt vor den Fernseher fesseln würde. Im Großen und Ganzen dreht sich "Blutsbande" um das Verhältnis der drei Geschwister Oskar, Lasse und Jonna und dabei kommen natürlich die ein oder anderen dunklen Geheimnisse und jahrelang vergrabenen Konflikte ans Tagelicht. Allerdings fand ich hier auch, dass Jonna viel zu wenig in die verzwickte Familienfehde eingebunden wurde und quasi die meiste Zeit ihr eigenes Ding durchgezogen hat. Somit blieb es also eigentlich bei Lasse und Oskar, die, oh welch Überraschung, seit Teenagerzeiten die gleiche Frau lieben. Im Laufe der Geschichte dreht sich der Spieß dabei etwas um und man erkennt, dass Oskar nicht unbedingt nur der liebe, nette Junge ist und Lasse eben auch nicht unbedingt das schwarze Schaf der Familie. Und so ist es auch hauptsächlich Oskars Schuld, da er schon als Teenager Lasse hintergangen hat, dass nun nicht Lasse mit Liv, sondern Oskar mit Liv zusammen ist. Ja, kann man so machen, ist aber eben auch nichts, was man nicht schon 136 Mal in anderen Serien so gesehen hat. Und dann wäre da noch der gewalttätige Vater der Familie Waldemar, der vor vielen Jahren auf ziemlich mysteriöse Weise verschwunden ist. Hier möchte ich natürlich nicht zuviel verraten, um potentiellen Zuschauern nicht die Spannung zu nehmen, aber für mich persönlich war auch diese Geschichte recht durchschaubar und leider wenig einfallsreich. Und auch wenn ich gerne zugebe, dass die letzte Episode noch ein paar unvorhersehbare Wendungen bereit hielt, kann man damit leider nicht die vorhergegangenen neun Episoden aufholen.

Foto: Björn Bengtsson, Blutsbande - Copyright: Edel:Motion
Björn Bengtsson, Blutsbande
© Edel:Motion

Leider zieht sich die ganze Geschichte einfach unheimlich in die Länge und würde man das positiv bewerten wollen, könnte man hier natürlich anmerken wie viel Zeit man sich gelassen hat um die einzelnen Charaktere tiefer auszuarbeiten. Prinzipiell ist das auch eine gute Sache, doch für mein persönliches Empfinden drehte sich leider alles viel zu lange im Kreis und wiederholte sich dabei immer wieder. Es fehlte einfach der Schwung, der die Geschichte und die einzelnen Charaktere vorantrieb. Auch der Spannungsbogen, der ja mit den über Jahre gehüteten Familiengeheimnissen durchaus vorhanden war, wurde leider einfach viel zu zähflüssig ausgearbeitet und dieses ersehnte "ich will das jetzt unbedingt wissen"-Gefühl kam einfach nicht auf. Der einzige wirklich undurchschaubare und geheimnisvolle Charakter war für mich die Nachbarin Mildred Pahkinen (Johanna Ringbom). Und somit fiel es mir auch leider nie schwer den Fernseher nach zwei, drei Episoden wieder abzuschalten.

Neben der schon erwähnten wirklich großartigen Bildästhetik, konnte die Serie ebenfalls durch ihren tollen Soundtrack einige Kritikpunkte wieder ausbügeln. Die ganze Serie wurde stimmig und unaufdringlich untermalt und trumpfte mit einem wirklich tollen Titelsong der Band Fläskkvartetten auf. Nebenbei bemerkt, habe ich auch selten so einen tollen Vorspann gesehen. Denn eigentlich bin ich mehr der Typ "Vorspuler", wenn es um den Vorspann geht, doch hier hab ich ihn mir wirklich jedes Mal angeschaut. Tolle Bilder, großartige Musik, einfach schön und stimmig inszeniert.

Specials

Außer ein paar Trailern für andere Serien auf DVD, gibt es leider keinerlei Specials zu "Blutsbande", was natürlich prinzipiell immer schade für Fans der Serie ist, die bestimmt gerne etwas über die Hintergründe erfahren würden. Die Ausstattung der DVD ist leider daher recht einfach gehalten, da auch keinerlei Untertitel zu den einzelnen Episoden angeboten werden.

Technische Details

Erscheinungstermin: 5. Juni 2015
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 600 Minuten (10 Episoden)
Bildformat: 16:9 - 1.77:1
Sprache (Tonformat): Schwedisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: keine

Fazit

Generell kann man sich die Serie schon anschauen und es ist jetzt definitiv nicht so, dass man komplett gelangweilt vorm Fernseher sitzt. Mich persönlich konnte die Serie aber leider überhaupt nicht fesseln, aber vielleicht bin ich auch einfach nicht der Typ für skandinavische Serien.

Nina V. - myFanbase

Staffel 1 von "Blutsbande" bei Amazon bestellen

Kommentare