Brilliant Minds - Review Staffel 1

Arztserien gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und doch schaffen es Neustarts noch immer, einen in seinen Bann zu ziehen. Die NBC-Serie "Brilliant Minds" schaffte es bei mir sogar noch vor Serienstart mein Interesse zu wecken. Das lag nicht an Hauptdarsteller Zachary Quinto, sondern am Inhalt selbst. Ich kann absolut verstehen, dass der Sender ziemlich schnell eine zweite Staffel bestellt hat. Warum? Das erfahrt ihr jetzt in dieser Review.
Mich hat die Serie bereits im Vorfeld angefixt, weil das menschliche Gehirn erforscht werden sollte. Das ist zwar nichts Unbekanntes in Serien, aber schon bei den vielversprechendsten Neustarts hatte ich "Brilliant Minds" aufgeführt und geschildert, dass ich denke, das Medizinische steht hierbei im Fokus. Was mich beim Schauen letztlich überrascht hat, war der Hauptcharakter Oliver Wolf (Quinto), der Neurologe, der mit seinem Team eben das menschliche Gehirn erforschen will. Er selbst leidet darunter, Gesichter nicht erkennen zu können. Damit ist das Rad sicherlich auch nicht neu erfunden, wenn man doch mal an "The Good Doctor" oder den FOX-Neustart "Best Medicine" denkt, die auch Ärzte ins Zentrum stell(t)en, die Besonderheiten haben und dennoch ist es bei Oliver noch einmal anders. Dass er keine Gesichter erkennen kann, wird zwar thematisiert, steht aber nicht wirklich im Fokus. Vielmehr hat man sich in der ersten Staffel darauf konzentriert, wie komplex das Gehirn ist. Fälschlicherweise nahm ich erst an, man erforscht direkt das Gehirn. Das würde aber eher zu Ryan Murphy und "American Horror Story" passieren.
"Brilliant Minds" konzentriert sich eher darauf, wie sich das Gehirn bei Schädigungen verändert. Sehr wichtig fand ich dabei auch den Satz, dass man die jeweilige Krankheit den Menschen näher bringen will und nicht andersrum. Es stimmt zwar, dass Krankheiten den Menschen verändert, aber nur allzu oft erlebt man leider, dass man letztlich nur auf die jeweilige Krankheit oder auch Einschränkung reduziert wird und das ist falsch. Vielmehr geht es bei den jeweiligen Patientenfällen darum, wie man damit umgeht und lernt, damit zu leben. Oliver ist damit wohl das beste Beispiel dafür. Gleich zum Start erlebt man ihn als einen Arzt, der den Menschen mit seiner Krankheit sieht und nicht, dass die Krankheit den Menschen in den Schatten stellt. Dass er deshalb seinen Job verliert, unterstreicht auch einmal wieder, wie Ärzte Patient*innen sehen.

© RTL; 2024 WBEI; 2024 Universal Television
Nach seiner Entlassung beginnt "Brilliant Minds" erst einmal und lässt quasi die nächste Bombe platzen. Olivers neue Stelle ist genau in dem Krankenhaus, welches von seiner Mutter Muriel (Donna Murphy) geleitet wird und es wird schnell klar, dass sie nicht das allerbeste Verhältnis haben. Damit bringt man auch den nächsten Stein ins Rollen. Stück für Stück erfährt man, dass das Geheimnis für das schlechte Verhältnis in der Vergangenheit und bei der Erkrankung von Olivers Vater (Gray Powell in Flashbacks) liegt. Hier greift die Serie zwar in meinen Augen etwas in den Klischeekasten, da Olivers Vater der Grund ist, weshalb er Medizin studiert hat bzw. Neurologe geworden ist, aber anders als bei den sonstigen Formaten, kann ich die Entscheidung hier besser verstehen. Bei Olivers Vater Noah (Mandy Patinkin) lag in früheren Jahren eine bipolare Störung vor, für die man aber in den 80er Jahren noch keine genaue Bezeichnung hatte. Das Dramatische hierbei ist jedoch nicht nur der Cliffhanger der ersten Staffel, sondern dass Oliver in gewisser Weise auch eine falsche Erinnerung hatte.
Die 80er hatte ich gerade schon angesprochen. Ende dieses Jahrzehntes wurde auch HIV und AIDS bekannt. Etwas, was damals viele Menschen reihenweise hingerafft hat und vor allem als Schwulenkrankheit bezeichnet wurde. Auch hier stellt man Olivers Mutter als Antagonistin dar, weil sie ihrem Sohn seine erste Liebe zerstört hat. Im Nachhinein und durch ihre Erklärungen, kann man sie durchaus besser verstehen, da Noahs Krankheit und die Folgen ihr auch ziemlich zugesetzt haben und sie manches heute noch als Narben in sich trägt.
Neben Oliver bekommt auch sein Team Hintergrundgeschichten. Zum einen Dana Drang (Aury Krebs), die als Teenagerin ihre jüngere Schwester verloren. Die Narbe dieses Verlusts zeigt sich als Panikattacke. Oder auch Van Markus (Alex MacNicoll), der Mirror Touch, auch als die Spiegelkrankheit bekannt, hat Interessant ist hier, dass Markus sein Hirn so 'trainiert' hat, dass er nicht auf jeden Schmerz von Patient*innen reagiert, sondern mit Ericka Kinney (Ashleigh LaThrop) einen Anker gefunden hat. Überhaupt erinnern die Assistenzärzte etwas an die von "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" der ersten Staffeln, wirken jedoch nicht wie eine Kopie. Ebenso gibt es eine enge Freundschaft zwischen Oliver und Carole Pierce (Tamberla Perry), die sich auch mal Dinge an den Kopf schmeißen können und trotzdem noch Freunde bleiben.
Kurz möchte ich noch auf einen Patientenfall eingehen, den ich spannend finde und eben unterstreicht, dass sich die Serie auf unterschiedliche Art und Weise auf die Veränderungen des Gehirns konzentriert. Am meisten hat mich dabei der Fall eines Malers begeistert, der plötzlich keine Farben mehr sehen kann, sondern lediglich nur noch in schwarz/weiß sehen kann – verschuldet durch einen Unfall und dem Verlust seiner Frau. Doch Oliver findet einen Weg, ihm zu helfen.
Fazit
"Brilliant Minds" hat die Verlängerung um eine zweite Staffel mehr als verdient. Man hat es innerhalb 13 Episoden geschafft, einen Cast aufzustellen, der wirklich toll in die Serienthematik mit unterschiedlichen Dingen eingebaut wird und die Gruppe auf unterschiedliche Weise sympathisch und nachvollziehbar macht. Dazu hat man eine Handlung um Oliver Wolf aufgebaut, die in einem spannenden und emotionalen Cliffhanger endet, die weitererzählt werden muss und noch weitere interessante Fälle beleuchten kann.
Die Serie "Brilliant Minds" ansehen:
Daniela S. - myFanbase
Zur "Brilliant Minds"-Übersicht
Meistgelesen
Aktuelle Kommentare
08.01.2026 11:43 von Lena
Kolumnen: Jahresrückblick - unsere Top-Serien 2025 - Teil 3
Ich fand "Pulse" auch keinesfalls schlecht.... mehr




08.01.2026 15:37 von Daniela
Kolumnen: Jahresrückblick - unsere Top-Serien 2025 - Teil 2
Habe im September alle drei Staffeln mit Jenny geguckt.... mehr