Bewertung: 5
US5

Boygroup at its best: US5 in Dortmund

Bereits früh morgens standen sich die Mädels die Beine in die Bäuche, um auch ganz vorne zu stehen und ihre Idole aus nächster Nähe sehen zu können. Anscheinend hatte es sich gelohnt, denn nach dem Konzert gingen knapp 2500 Mädchen mit strahlenden Gesichtern und gereizten Stimmbändern aus der Halle 2 der Westfalenhalle Dortmund.

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19:30h. Fulminanter Auftakt des Konzertes in der Dortmunder Westfalenhalle im Rahmen der US5 "Here We Go"-Tournee 2006. Ein Donnern und Dröhnen, gepaart mit einer unglaublichen Kreischkulisse. Es ging los. US5 starteten mit "Last To Know" in eine explosive, bis ins kleinste Detail durchchoreographierte Bühnenschow, die ansonsten eher einfach gehalten war. Keine Kulissenwechsel, keine übermäßigen Kostümwechsel nach jedem Lied, einfach nur die Boys. Boygroup-Concert at its best. Auf mehr war die Show auch nicht ausgelegt. War ich doch am Anfang nach dem zweifelhaften Genuss ihres Debütalbums davon überzeugt gewesen, dass ich besser Ohrstöpsel hätte mitnehmen sollen, wurde ich eines besseren belehrt. Natürlich war der Großteil der Show Vollplayback, allerdings zeigten die Jungs auch live, dass sie etwas drauf haben. So sangen sie "Here We Go" am Ende a capella weiter. Und ich hatte schon an Louis Perlman, dem Boygroupmogul, gezweifelt…

Sonst wurden aber alle Erwartungen erfüllt. Chris und Richie wurden mit Kuscheltieren geradezu bombardiert, alle Jungs ließen sexy ihre Hüften kreisen (Izzy allerdings nur in einem gewissen Rahmen, da er sich in Berlin unglücklicherweise einen Kreuzbandriss zugezogen hatte), die Kleidung wurde immer knapper, um auch die gestählten Körper zu zeigen, die Mädchen kreischten, was das Zeug hielt, und zeigten mit selbstgestalteten Plakaten ihre Zuneigung. Mikel, Richie, Jay, Izzy und Chris nahmen das als Ansporn, zu winken, Handküsschen zu verteilen, zu springen und weiter Stimmung zu machen –und wurden natürlich mit noch größerem Geschrei belohnt…

Es folgten "Let It Go", "Spell On Me” und "One Of Us”. Und auch wenn sie Abba lieber Abba hätten sein lassen sollen, machen sie auch hier deutlich, dass sie wirklich dazu in der Lage sind, die Massen mitzureißen. Bei "Señorita" überzeugten sie wieder durch eine sexy Choreographie und ich musste mich wirklich zusammenreißen, um meinen ohnehin bereits getrübten Blick nicht vollends zu verlieren. Ich bin eben auch nur eine Frau… "I Can’t Sleep" ging unter dem Gekreische fast vollends unter, aber als es zu neuen Singleauskopplung "Come Back To Me Baby" kam, waren die Massen in der Halle nicht mehr zu bändigen. Eine Gänsehaut war unumgänglich.

"Your Love" wurde dann in alter Boygroup-Manier dem Mädchen gewidmet, das -natürlich blind ausgesucht- auf die Bühne geholt wird. 2499 Herzen wurden gebrochen und eines noch mehr zum Schlagen gebracht. Allerdings waren die gebrochenen Herzen vergessen, als US5 mit "Maria" zum Rundumschlag ausholten. Die Halle kochte. Und nach "Jesus" kam es zu einem weiteren Höhepunkt des Abends. Roger, der "Big in America" freiwillig verließ, sang mit US5 zusammen seine erste Single "Thank You". Ein weiterer Leckerbissen: Das Video dazu wurde an diesem Abend gedreht.

Sollte die Show nach einem A capella-Song der Jungs eigentlich zu Ende sein, ließen sie sich nicht lange bitten und gaben noch Zugaben. Natürlich gehörten dazu "Just Because Of You" und "Maria". Am Ende bedankten sich US5 noch ganz artig für die tolle Stimmung in der Halle und für das zahlreiche Erscheinen und verwiesen auf zusätzliche Konzertdaten im April. Ich bin mir sicher, dass auch diese Termine schnell ausverkauft sein werden. Chris, Richie, Izzy, Jay und Mikel konnten durch ihre Show jedenfalls davon überzeugen, dass sie singen können und auf dem besten Wege zu einer erfolgreichen Boyband sind. "Here We Go". Viele Fans werden sie begleiten…

Nicole Graf - myFanbase
26.01.2006