Bewertung: 9
Lee Ryan

Volle Power: Lee Ryan in München

Zusammen mit der Boyband Blue schaffte es der damals noch sehr junge Lee Ryan an die Spitze der Charts in ganz Europa, in die größten Konzerthallen und vor allem den großen Sprung ins Musikbusiness. Anfang dieses Jahres trennten sich die vier Jungs aus England, als erster startete der ehrgeizige Lee seine Solokarriere. Und es war ein eisiger, kalter Herbsttag in München, als Lee Ryan das einzige Konzert seiner European Tour in der Georg-Elser-Halle zum Besten gab.

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Nachdem sich die kleine Elserhalle nach und nach füllte, allerdings war das Konzert nur zur Hälfte voll, betrat die sechsköpfige Band mit 20 Minuten Verspätung die Bühne. Alle, außer Lee. Und auch als sich die Musiker hinter ihren Instrumenten positionierten, war Lee noch nicht auf der Bühne. Doch pünktlich zu den ersten Klängen von "Jump" kam Lee passend zum Song auf die Bühne gestürmt, um den Startschuss zu seinem ersten Solokonzert in Deutschland zu geben. Die überwiegend weiblichen Zuschauer brachen regelrecht in Begeisterung aus und feierten den 22jährigen Sänger.

Und der fühlte sich sichtlich wohl auf der Bühne, seiner Bühne, denn den Platz nutzte er. Er führte keine einstudierte Choreografie auf und vollbrachte auch keine Kunststücke, doch als hervorragender Tänzer verstand er es auch in dieser Linie das Publikum zu begeistern, und dabei noch jeden Ton dort zu treffen, wo er zu treffen war. Mit genau dieser unglaublichen Power ging es auch weiter, ob bei dem auf "Jump" folgenden "Turn Your Car Around" oder den anderen Songs seiner Soloplatte, die er zusammen mit seiner Band präsentierte. Es waren alle, bis auf "Close To You".

Zwischen der musikalischen Seite durften Erklärungen zu den Songs und kleine Anekdoten natürlich nicht fehlen. Und so erklärte er, dass er bei "In The Morning" zum ersten Mal vor Publikum selbst Hand anlegte und auf der Gitarre spielte, so gut wie Fehlerfrei. Doch das war auch schon der einzigste Song an diesem Abend, wo es sich Ryan auf dem Barhocker gemütlich machte. Nach einer kurzen Pause für den Herrn, ging es in neuem, etwas leichteren Outfit weiter.

Es ging auch mit Blue-Songs weiter, so meldete er sich mit "Too Close" aus der Pause wieder, benutzte dabei auch gleich die Reling, die in der Halle vorhanden war, und gab "Sorry Seems To Be The Hardest Word", bei dem ihm kurzerhand der Text verloren ging und ihm das Publikum auf die Beine half, und das fantastische "Breathe Easy" zum Besten. Natürlich immer dabei: Seine Band. Die zwei Gittaristen, ein Drummer, ein Keyboarder und eine multifunktionale Backgroundsängerin waren perfekt aufeinander abgespielt und begleiteten Lee mindestens genauso gut, wie er seine Stimme zum Einsatz brachte. Die Stimme, glasklar, rau, mal leise, mal laut, fantastisch!

Nach ca. 75 Minuten endete dann ein Konzert, welches besser hätte nicht sein können und Lee sogar den Eagles-Song "Hotel California" ansang. Trotz der nicht ausverkauften Halle genoss er es, lobte sogar die "intime Atmosphäre" und lieferte eine geniale Performance. Man merkt es, die Musik, seine Musik ist Lees Droge und wir wollen nicht mal daran denken ihm diese zu nehmen. Hoffen wir auf ein baldiges Wiedersehen in Deutschland, dann aber mit vollen Hallen und noch mehr Musik, denn alle die den Auftritt gestern verpasst haben, sollten sich den nächsten in keinem Fall entgehen lassen. Nun bleibt mir nur noch übrig, mich den letzten Worten von Lee Ryan anzuschließen: "Happy Christmas"!

Setlist
Jump / Turn Your Car Aroun / When I Think Of You / Real Love / Parking / Wish The Whole World Knew / Miss My Everything / Army Of Lovers / Daydreamer / Jump / How Do I? / In The Morning / Too Close (Blue) / Breathe Easy (Blue) / Sorry Seems To Be The Hardest Word (Blue) / Hotel California (Eagles)

Fotos: René Krieger für myFanbase - Veröffentlichung nur mit vorheriger Genehmigung!

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René Krieger - myFanbase
02.12.2005