Jewel

Jewel im Schauspielhaus, Hamburg

Schon den ganzen Tag war ich wahnsinnig aufgeregt, verständlicherweise, denn schließlich sollte ich am Abend mein erstes Jewel Konzert erleben, wo ich doch schon seit nunmehr 3 Jahren diese Frau bewundere...

Um Plätze musste ich mir keine Sorgen machen, denn ich hatte eine Platzkarte in der 2. Reihe, Platz 6! Als ich gegen 18.30 vor dem Schauspielhaus in Hamburg stand, war noch kaum jemand da, aber mit der Zeit füllte sich der Vorraum, bis es gegen 20.00 Uhr brechend voll war. Meine Nervosität ließ sich kaum noch bändigen, besonders, weil es sehr lange gedauert hat, bis wir endlich rein gelassen wurden. um 20.30. war es endlich soweit:

Einlass. Bin sofort zu meinem Platz gerannt und konnte es nicht fassen. Ich saß vielleicht 4 m von der Bühne entfernt und dachte ich könnte meine Hand zu Jewel ausstrecken. So nah war ich dran!

Fast pünktlich um 21.10 Uhr, das Schauspielhaus war fast komplett voll, ging es los. Erst kam die Band, dann Jewel auf die Bühne und es wurden die ersten Takte zu "I won`t walk away" gespielt. Dem folgte weitere Songs des neuen Albums "This way", welche das erste Band Set ausmachte. Jewel war sehr gut bei Stimme und perfekt auf die Band eingespielt, so dass es sich fast angehört hat wie auf CD.

Zwischen den einzelnen Songs hat sie immer ein bisschen erzählt und so erfuhren wir, dass sie "Til we run out of road" mit ihrem Freund Ty Murray zusammen geschrieben hat (Ja ach*g*), "Jesus loves you" bei den verklemmten Amerikanern nicht gut ankommt und dass sie überrascht sei wie gut wir die Songs alle kennen würden (die Aussage bezog sich darauf, dass alle bei den ersten Takten zu "Hands" gejubelt haben...).

Nach "Break me" setzte sich die Band hin und Jewel hing sich die Akustik Gitarre um. Ein Raunen ging durch die Menge, schließlich ist diese Art von Performance das, was Jewel ausmacht und was wir alle so an ihr lieben. Erst einmal "unterhielt" sich Jewel ein bisschen mit dem Publikum und damit sie uns besser verstehen konnte, nahm sie den Ohrstecker heraus. Und nun war "Wunschzeit" angesagt. Jewel hat uns gefragt, was wir denn
gerne hören wollten......alles schrie durcheinander und es fielen Songnamen wie "Satellite", "Boy needs a bike", "Little Sister" und eben auch "Stephenville".

Jewel war beeindruckt, dass wir als Fans in Europa, da sie hier ja nicht so bekannt ist, so viele Songs kennen würden, die auf keinem Album zu finden sind. "Boy needs a bike", einem wunderschönen Song der MTV Unplugged Session", konnte sie nicht spielen, da sie ihrer Aussage nach weder den Text noch die Akkorde beherrsche. Und so spielte sie Stephenville, mit der Vorwarnung, dass sie auch hier den Text nicht ganz beherrsche. Aber sie hat es gemeistert, auch wenn ein paar kleine textliche Patzer drin waren *g*.

Das Wunschkonzert ging weiter und so spielte sie noch auf Zuruf "Deep Water", "YWMFM" und "Everything breaks". Bei "Deep Water" und "Everything breaks" hatte sie auch einige Probleme und so musste sie sich bei einigen Versen etwas ausdenken, was aber nicht weiter auffiel. Außerdem hat Jewel schon so viele Songs geschrieben, dass man es ihr nicht verübeln kann, wenn sie den genauen Text mal nicht kennt. Dieses Solo Set war wirklich etwas besonderes. Man hat gemerkt, wie sehr Jewel das Publikum in ihren Bann
ziehen kann, auch wenn sie nur mit ihrer Gitarre auf der Bühne steht. Ich wollte, dass das einfach nie nie nie zu Ende geht. Es war Wahnsinn.

Nach "Everything breaks" stellte sich die Band wieder auf und es folgte der "rockige" Teil, wo uns Jewel auch aufforderte nun aufzustehen (was leider nicht alle gemacht haben. Hatten sie Angst? Keine Ahnung *g*). Bei diesem Teil hat Jewel bewiesen, dass sie auch das Zeug zu einem Rockstar hat und so hängte sie sich das ein um andere Mal auch selber die E - Gitarre um. Wie meistens, endete das Konzert (vorläufig) mit einer außergewöhnlichen extrovertierten Version ihres Hits "Who will save your soul?". Dann ging unser Engel von der Bühne. Das Schauspielhaus hat getobt, geschrieen und geklatscht bis Jewel erneut herauskam.

Sie stellte sich ans Mikro und beichtete uns wie froh sie sei, dass wir alle da seien. Denn sie hatte Angst, dass niemand kommen würde :). Falsch gedacht! Sie meinte, dass es in Europa immer ungewiss sei, ob und wenn, wie viele Leute kommen. Sie zog den Vergleich zu einer HighSchoolParty, wenn man ganz viele Leute einlädt, aber nicht weiß, ob jemand kommt *g*. Auch bräuchte sie unsere Hilfe um bekannter zu werden. Wir sollen doch die Radios bombadieren und uns ihre neue Single "Standing Still" wünschen, damit sie mehr Airplay bekommt.

Dann hat sie A Cappella das wunderschöne "Per la Gloria d`adorarvi" angestimmt und wir wurden Zeuge, wie sehr sich ihre Stimme verbesstert hat. Es war unglaublich! Anscheinend war der nächste Song für einige Fans aus dem Schauspielhaus neu, denn sie reagierten überrascht, als Jewel das Jodel-lastige "Chime Bells" anschlug. Sie selber musste zwischendrin sehr lachen, da der Text des Songs total kitschig ist, worüber sie scherzte. Dann ging sie auch schon wieder von der Bühne.

Aber keiner wollte, dass das Konzert schon zu Ende ist, daher grölten wir solange, bis sie erneut auf der Bühne erschien. Sie war sichtlich glücklich darüber, so ein starkes Feedback zu bekommen und sagte "Hey..you seem to like me" :). Von ihrem hart arbeitenden Bühnen"boy" bekam sie die Akustik Gitarre umgehängt und sie probierte ein paar Akkorde aus. Das schien aber nicht zu ihrer Zufriedenheit zu klappen, weshalb sie den Keyboarder noch einmal auf die Bühne bat, der dann mit ihr zusammen "Foolish Games" spielte. Es war unglaublich schön und es herrschte eine richtige "Gänsehautstimmung". Schließlich entließ sie uns glücklich, aber erschöpft mit "Angel standing by", wobei sie meinte die ganze Nacht weitermachen zu können.......

Das Konzert war einfach unglaublich. Es war ein kleiner überschaubarer Rahmen und Jewel war einfach gut gelaunt, toll bei Stimme und das Publikum war auch begeistert. Kaum Securitys haben das Ambiente gestört und so konnte ein paar Fans Jewel Valentinstaggeschenke auf die Bühne legen, worüber sie sich sehr gefreut hat. Das Beste kam aber eigentlich später in der Nacht. Nach dem Konzert war eine kleine "After Show Party", in der Bar neben dem Schauspielhaus . Es stand "Geschlossene Gesellschaft" dran, aber durch die Glastüren konnte man Jewel dort sich unterhaltend stehend sehen. Gegen 24h ist sie dann durch einen Hinterausgang zum Auto gegangen.....und wer stand da natürlich??? ICH!!!!!! *g*. Wieder war da keine wirkliche Security, wir wurden halt nur angewiesen rechts neben der Tür zu stehen und nur ein Autogramm zu fordern. Und so kam Jewel raus, hat Autogramme gegeben und Fotos machen lassen bis sie dann ins Auto gestiegen ist. Sie
wurde leider von ihren Leuten aufgefordert weiterzugehen und ins Auto zu steigen, so hatte ich nicht die Möglichkeit mit ihr zu reden, aber ich war eh sprachlos. Hier die Fotos von meinem Treffen:

Ich hoffe, dass ich die Stimmung des Konzertes ein wenig übermitteln konnte und dass ihr es nun bereut nicht dabei gewesen zu sein *ggg*

SETLIST
Band Set 1: I Won't Walk Away / Standing Still / Do You Wanna Play / Till We Run Out Of Road / Jesus Loves You / Hands / Break Me

Solo Set: Stephenville / Deep Water / You Were Meant For Me / Everything Breaks

Band Set 2: Life Uncommon / Cleveland / Serve The Ego / Love Me Just Leave Me Alone / Everybody Needs Someone Sometime / The New Wild West / Who Will Save Your Soul

Zugaben: Per la gloria d'adorarvi / Chime Bells / Foolish Games / Angel Standing By

Hannah D. - myFanbase
10.07.2004