Bewertung: 7
Sergió Mendes

Timeless

Kennt ein normaler Jugendlicher von heute eigentlich noch Jazz? Ist er sich an der Fülle des sich stetig ausbreitenden Mülls alá Schnappi, Chipz, Banaroo, Tokio Hotel und Co. eigentlich noch bewusst das es da viel weitergehende musikalische Universen gibt? Vielleicht schafft es ja Sergio Mendes zusammen mit Will.I.Am und weiteren hocherfolgreichen Künstlern dieses Genre auch dem jüngeren Publikum näher zu bringen.

Foto: Copyright: Concord Records
© Concord Records

Auf der einen Seite also Sergio Mendes, ein seit Jahrzehnten erfolgreicher Jazz/Bossa Nova-Künstler, der mit "Timeless" eine Art drittes Comeback bestreitet, und auf der anderen Seite Will.I.Am, der in den letzten Jahren sehr erfolgreich mit der Formation Black Eyed Peas über den Äther gondelte und Millionen Platten verkaufte. Eine Verschmelzung von lateinamerikanisch jazzigem und afroamerikanischen Musikstilen dieser Epoche wie der HipHop, Rap oder Rythm´n´Blues ohne dabei den Hauptkonzentrationspunkt Jazz aus den Augen zu verlieren.

Sanfte Melodien wechseln sich ab mit fetten Beats bzw. finden sie einen gemeinsamen Weg den sie dann in Songlänge bestreiten. Und Unterstützung bekamen die Initiatoren dabei prompt von hochkarätigen Interpreten unseren Jahrzehnts. So steht gleich beim Opener "Mas Que Nada" die versammelte Mannschaft der Black Eyed Peas auf dem Plan um die Hörer fröhlich zu stimmen. Eyrkah Badu schließt sich mit will.i.am zusammen um den Sergio-Hit "Slow Hot Wind" als "That Heat" neu zu interpretieren um hier das Piano mit Beats und Schlagzeug zu vereinen. Will rapt, Erykah wird der sanftmütige Refrain voll und ganz überlassen.

Stevie Wonder höchstpersönlich gibt sich in "Berimbau" die Ehre und spielt dort allerdings nur auf seinen Instrumentchen. "Please Baby Don´t" heißt es bei John Legend und dem Stück neben dem eindeutig nach Jazz klingenden Soundkostüm durch seine Stimme unglaublich Soul verleiht. Atemberaubend schön. Auch "Loose Ends" ist mit dem Justin Timberlake-Refrain durch die Bank weg gelungen, genauso wie das finale "Yes, Yes, Y´all" mit Black Thought von den Roots, Chali 2na von Jurassic 5, Debi Nova und natürlich will.i.am.

Zeitlos ist es, dass neueste Studioalbum des Sergio Mendes. Jedoch fehlt zum grandios zeitlos noch ein Hauch Frische. Stellenweise hätte man auch dem netten Will von den BEP mal das Mikro wegnehmen dürfen, denn er dominiert das Geschehen schon sehr. Aber wollen wir uns einfach erfreuen an dieser schönen, erfrischenden, vielseitigen und für wohl alle Jahreszeiten geeigneten Platte. Und hoffen wir das es durch die Mitwirkung einiger für die Jugend bekannter Interpreten mal klappt, mit dem "etwas anderem", dem Jazz.

Tracks

1.Mad Que Nadafeat. The Black Eyed Peas
2.That Heatfeat. Erykah Badu & will.i.am
3.Berimbau/Consolacaofeat. Stevie Wonder & gracinha Leporace
4.The Frogfeat. Q-tip
5.Let Mefeat. Jill Scott & will.i.am
6.Bananeirafeat. Mr. Vegas
7.Surfboardfeat. will.i.am
8.Please Baby Don´tfeat. John Legend
9.Samba Da Benacofeat. Marcelo D2
10.Timelessfeat. india.arie
11.Loose Endsfeat. Justin Timberlake, Pharoahe Monch & will.i.am
12.Fo´-Hopfeat. Guinga & Marcelo D2
13.Lamentofeat. Maogani Quartett
14.E Menina
15.Yes, Yes, Y´allfeat. Black Thought of the Roots, Chali 2na of Jurassic 5, Debi Nova & will.i.am

René Krieger - myFanbase
13.04.2006

Diskussion zu dieser CD