Bewertung: 7
Britney Spears

Britney Jean

Über Britney Spears braucht man eigentlich nicht viele Worte zu verlieren. Sie ist seit 15 Jahren im Business eine der erfolgreichsten und bekanntesten Pop-Künstlerinnen der Welt, die allein dieses Jahr in Zusammenarbeit mit will.i.am den Welthit "Scream & Shout" landete, mit "Ooh La La" den Titelsong zu "Die Schlümpfe 2" beisteuerte und mit "Work Bitch" in Clubs auf der ganzen Welt zum Tanzen animierte. Zudem kann man sie ab Ende Dezember für zwei Jahre in ihrer eigenen Show in Las Vegas erleben. Und nebenbei brachte sie nun noch ihr bereits achtes Studioalbum "Britney Jean" auf den Markt, das laut eigenen Angaben ihr persönlichstes Werk sein soll. Doch wie viel Britney steckt wirklich im neuen Album?

Foto: Britney Spears - "Britney Jean" - Copyright: RCA Int.
Britney Spears - "Britney Jean"
© RCA Int.

Als Fan der ersten Stunde ist es für mich immer schwer eine neutrale Kritik über ein Britney-Spears-Album zuschreiben. Seit "Baby One More Time" verfolge ich ihre Karriere, hab jedes Album rauf und runter gehört und selbst in ihren schweren Zeiten immer an sie geglaubt und auch an das neue Album hatte ich wieder hohe Erwartungen. Die Ankündigungen verstärkten die Vorfreude noch, denn es sollte mehr persönliche Songs, weniger Auto-Tune geben. Die erste Single "Work Bitch" bestätigte den Eindruck zwar nicht, entwickelte sich aber dennoch schnell zum Ohrwurm, blieb in den Charts aber leider hinter den Erwartungen zurück. Promotion gab es nur durch Interviews, auf eine Performance wartete man vergeblich und nach dem ersten Hören des Albums hielt sich meine Begeisterung in Grenzen - bis ich das Album dann öfter gehört habe. Trotzdem: "Britney Jean" ist nicht das beste Album der Sängerin.

Britney Spears hat schon immer musikalische Trends gesetzt, doch diesmal rennt sie den Trends eher hinterher. Ob "Baby One More Time", "Oops I Did It Again", "Toxic", "Womanizer oder viele andere - es gibt unzählige Songs die Pop-Geschichte geschrieben haben und die man in 30 Jahren noch kennen wird - das Potenzial sehe ich in den meisten Dance-Tracks auf dem aktuellen Album leider nicht. Außer vielleicht bei der ersten Single "Work Bitch", einem energiegeladenen Dance-Track, der allein durch das kultige "You better Work Bitch" noch länger in den Köpfen der Hörer sein wird. Die restlichen Dance-Tracks sind zwar keineswegs schlecht und entwickeln sich Dank sich immer wiederholender Wörter oder Sätze auch zu Ohrwürmern, wirken aber insgesamt eher belanglos. David Guetta und will.i.am scheinen einfach nur die Beats ihrer alten Hits zu recyceln und dann mit Britneys Stimme verarbeitet zuhaben.

In "It Should Be Easy" wurde so viel Auto-Tune verwendet, dass man Britneys Stimme eigentlich nicht mehr erkennen dürfte. Das tut man allerdings doch, denn auch wenn Britney nicht die stärkste Stimme hat, hat sie doch eine besondere Stimme mit hohem Wiedererkennungswert. Der Refrain von "Tik Tik Boom" kann nach mehrmaligem Hören ein wenig nervig werden, ansonsten ein recht annehmbarer Pop-Song. "Body Ache" kommt mit stampfenden Guetta-Beats daher, bietet aber nichts wirklich Aufregendes. Nur "Til It's Gone" sticht wirklich heraus – ein eingängiger Dance-Kracher in dem Britney die Trennung von Jason verarbeitet. Die wirkliche Stärke des Albums sind die ruhigeren, persönlicheren Songs. Im von William Orbit produzierten "Alien" singt Britney über einem elektronischem Beat darüber wie allein sie sich manchmal fühlt, die zweite Single "Perfume" ist eine schöne von Sia geschriebene Ballade und "Passenger" besticht vor allem mit dem mysteriösen Intro, Britneys ungewohnt starker Stimme und überraschend wenig Auto-Tune.

Das Duett "Chillin' With You" mit ihrer Schwester Jamie Lynn ist ganz süß geworden, hätte aber besser als Bonus Track gepasst. Die Standard Version des Albums endet mit den Song "Don't Cry" eines der großen Highlights und ihre beste Ballade seit "Everytime". Britney klingt hier so erwachsen wie nie zuvor, im Refrain klingt ihre Stimme sogar irgendwie rauer und emotionaler als sonst - der Beweis, dass Britney auch ohne viel Auto-Tune gut klingt. Die Bonustracks werten das Album noch mal extrem auf, angefangen mit dem Ohrwurm "Brightest Morning Star", der vor allem durch seinen starken Refrain überzeugt, genau wie "Hold On Tight" auf dem sie wieder ungewohnt erwachsen klingt. Highlight der Bonustracks ist aber definitiv das von Avicii inspirierte "Now That I Found You", ein eingängiger Gute-Laune-Song, den ich mir gut als Single vorstellen könnte. Zum Abschluss gibt es noch den Dreaming Mix von "Perfume", der Britneys Stimme noch einmal ein wenig besser zur Geltung bringt.

Fazit

Auch wenn "Britney Jean" nicht das beste Album der Pop-Sängerin ist, werden die Britney- und einige andere Pop-Fans sicher Gefallen daran finden. Vor allem die ruhigeren Tracks können überzeugen, auf denen Britney ungewohnt stark und erwachsen klingt, während der Großteil der Dance-Songs eher belanglos wirkt. "Britney Jean" wird zwar nicht in die Pop-Geschichte eingehen, Britney-Fans werden aber froh darüber sein, endlich neues Material der Pop-Queen zuhören.

Anspieltipps
Work Bitch
Til It's Gone
Don't Cry
Brightest Morning Star
Now That I Found You

Artistpage
BritneySpears.de

Tracks

1.Alien
2.Work Bitch
3.Perfume
4.It Should Be Easyfeaturing will.i.am
5.Tik Tik Boomfeaturing T.I.
6.Body Ache
7.Til It's Gone
8.Passenger
9.Chillin' with Youfeaturing Jamie Lynn
10.Don't Cry
11.Brightest Morning Star
12.Hold on Tight
13.Now That I Found You
14.Perfume (The Dreaming Mix)

Kevin Dave Surauf - myFanbase
16.12.2013

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