Bewertung: 5
Rapsoul

Unbeschreiblich

Für das Trio aus Frankfurt ist in diesen Tagen alles nur Erdenkliche unbeschreiblich. Ob die Tour mit den Backstreet Boys, wo sie vor über 100.000 Menschen spielten, oder die Charterfolge mit ihren beiden Singles. Newcomer auf'm Höheflug, einem unbeschreiblichen natürlich. Nun folgt auch das Debütalbum der drei Jungs aus Frankfurt, die sich Rapsoul nannten. Und wie heißt es? Jawohl, "Unbeschreiblich".

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Was soll uns der Truppenname wohl sagen? Eine Zusammenführung von Raps mit Soulelementen, oder doch eher souliger Rap? Wohl letzteres. Mit einem völlig überflüssigen Intro, indem man einem kurzen Telefongespräch im Ghetto-Slang lauscht, startet man mit "Verzweifelt" in eine Reise ohne wirkliches Ziel.

Während sie in "Verzweifelt" authentisch über ausgangslose Augenblicke erzählen, vermitteln sie in "Wo ist Dein Lächeln hin" bei dem ein oder anderen Hörer ein durchaus bekanntes Gefühl, geht es, allem Anschein zum trotz, um eine gebrochene Freundschaft zu einem Mädchen: "Sag mir wo ist dein Lächeln hin? / Wo sind all die Tage? / Wo ist die Schwester hin, die ich all die Jahre hatte? / Wo ist die Zeit geblieben, in der wir zusammen waren`? / Wo ist die Freundin hin, die mir soviel Hoffnung gab?". Realitätsnah und auf dem Boden geblieben sind auch die Rapeinlagen, wohl der größte Song auf dem Album.

Nach einem Piano-Inro geht "Du und ich" in seichten Bässe auf und ist eine leicht übertriebene Liebeserklärung, vom Schlag nichts Besonderes. Mit "Links & Rechts" liefern die drei eine nahezu unverzeihliche Dudelei über ihre Geilheit ab, niveaulos und primitiv. Doch es soll der einzige Ausrutscher dieser Art sein. "Gott schenk ihr Flügel" dürfte als zweite Singleauskopplung bekannt sein und etabliert sich als anständige Nummer über drei Mädels die unter sozialen Brennpunkten leiden. Der Rest spielt so dahin. "Zeig Deine Gefühle nicht" erinnert von der Aufmachung ein wenig an offensiv harte Naidoo-Songs und in "Du kannst gehen" macht man prompt mit der Geliebten Schluss. "Blaulichtgefahr" schildert die Gefahr vor Sex mit minderjährigen Mädchen und wurde in ziemlich schwache Beats verpackt. "Versuch´s Nochmal" und "Mama" erweisen sich als recht gut zu bezeichnende Nummern und "Ihr wärt gern" ist als selbstironische Verkündung des Erfolgs zu sehen, geht aber durchaus gut ins Ohr. Durchaus positiv zu erwähnen sei auch der Gesang CJs, wirklich herzerwärmend. Im Refrain verpasst er den Songs nicht selten den Feinschliff.

Wenn nach fünfzehn Songs kein Mucks mehr aus den Boxen ertönt, steht man dort, wo man zuvor auch schon stand. Das Album tut nicht weh und verursacht auch keine Glücksgefühle. Man schwimmt auf der Welle durchschnittlicher, nicht schlechter, Musik. Alle, die an den Singleauskopplungen gefallen gefunden haben, werden auch mit "Unbeschreiblich" zufrieden sein. Ansonsten sei gesagt, macht mal weiter und ich bin gespannt was da so noch kommen mag.

Tracks

1.Intro
2.Verzweifelt
3.Wo ist dein Lächeln hin?
4.Du und Ich
5.Links Rechts
6.Gott schenk ihr Flügel
7.Zeig Deine Gefühle nicht
8.Für mich
9.Sonnenschein
10.Dramatourgie
11.Du kannst gehen
12.Blaulichtgefahr
13.Versuch´s nochmal
14.Mama
15.Ihr wärt gern

René Krieger - myFanbase
10.04.2006

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