Bewertung: 6
Lifehouse

Smoke & Mirrors

Zehn Jahre sind seit dem Erstling "No Name Face" vergangen. Eine lange Zeit, doch Lifehouse hat sich kaum verändert. Zwar ist die Besetzung bis auf Frontmann Jason Wade bereits komplett ausgetauscht worden, doch der Sound ist immer noch der Gleiche und die Jungs aus Kalifornien bieten auf dem mittlerweile fünften Studioalbum mit dem mysteriösen Titel "Smoke & Mirrors" ihr altbekanntes Repertoire.

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Bereits der Opener "All In" bietet die altbekannten, eingängigen Melodien. Der Song geht bereits nach dem Refrains so ins Ohr, das man problemlos mitsummen kann. Getreu dem Motto, nichts zu ändern, wenn es sich einmal als erfolgreich bewährt hat, reitet Lifehouse also stets weiter auf ihrer selbst aufgebauten Welle, die spätestens seit Album Nummer drei jedoch stetig an Kraft verliert.

Der mit "All In" eingeschlagene Kurs wird dann auch das ganze Album hinweg strikt beibehalten. Es gibt viele nette Melodien und einige Songs können sogar mit überraschenden Elementen aufwarten, die wie im Falle von "Here Tomorrow Gone Today" sogar richtig gut funktionierten. Doch letztendlich sind sich viele Songs einfach zu ähnlich, so dass das Album am Ende vor allem eines bleibt: durchschnittlich.

"Had Enough" bietet zwischendurch durchaus gute Unterhaltung, doch beim Blick ins Booklet wird klar, dass dies vor allem Chris Daughtry zu verdanken ist, der nicht nur an den Lyrics mitgebastelt hat, sondern auch am Arrangement und den Background Vocals beteiligt war. Dies führt dazu, dass der Song am Ende mehr nach Daughtry als nach Lifehouse klingt, auch wenn Wade stets bemüht ist, mit seinem Gesang dem Song eine typische Lifehouse-Note aufzudrücken.

Mit "By Your Side" liefern die Jungs in der zweiten Hälfte der Platte dann wieder eine tolle Ballade ab, die kraftvoll und stark ist und klar an "You And Me" erinnert und zum Mitsingen einlädt. Doch wieder verliert "Smoke & Mirrors" im direkten Vergleich zu "No Name Face", das auch noch ein Jahrzehnt nach seinem Erscheinungsdatum das Album von Lifehouse ist, an dem sich die folgenden Alben messen müssen.

Die erste Singleauskopplung "Halfway Gone" hingegen erinnert stark an frühere Klassiker wie "Hanging By A Moment", das damals noch überrasched locker daherkam. Nun hat sich der Sound jedoch längst überlebt. "Halfway Gone" versprüht keine Spritzigkeit mehr und auch die Lyrics entbehren jeglicher Innovation. Und dennoch ist der Song hörbar und bei weitem nicht der schlechteste Song auf "Smoke & Mirrors".

Diesen Part übernimmt "Falling In". Beim Durchhören fällt er kaum auf. Er ist simpel gestrickt, ohne Höhen und Tiefen. Er plätschert einfach so vor sich hin. Und genau dies ist das Problem des Albums. Es ist radiotauglich, schnörkellos und geradlinig. Den breiten Musikgeschmack treffen zu wollen, muss nichts Schlechtes sein, doch Lifehouse selbst zählt sich selbst zum Rock-Genre, so dass ich mich Fragen muss, was die Jungs unter Rockmusik eigentlich verstehen. Einzig "Nerve Damage" lässt ein bisschen Aggressivität durchscheinen und hebt sich vom Einheitsbrei der anderen übrigen Songs ab. Schade, dass dies eigentlich auch der einzige Ausrutscher nach oben ist.

Dies klingt jetzt alles ein bisschen negativ, doch eigentlich ist "Smoke & Mirrors" ein tolles Pop-Album geworden, das sicherlich bei vielen Fans ganz gut ankommen wird. Letztendlich fehlt jedoch das letzte Quäntchen, was den Zuhörer fesselt und ihn dazu zwingt, die Platte immer und immer wieder anhören zu wollen. Da helfen auch die guten Momente zwischendurch nicht. Das Album ist eine Enttäuschung, zwar keine große, aber ich hatte mich bereits auf ein zweites "No Name Face" gefreut. Diese Erwartungen konnten nicht erfüllt werden.

Fazit

Was bleibt nun am Ende des Albums zu sagen? Lifehouse ist zurück, doch an den Erfolg von vor zehn Jahren werden die Jungs nicht mehr anknüpfen können. Ob daran die ständig wechselnde Bandbesetzung schuld ist oder dass Jason Wade - dessen Stimme ich noch immer göttlich finde - einfach die Ideen ausgegangen sind, vermag ich nicht zu beantworten. Leider bietet "Smoke & Mirrors" bis auf ein oder zwei kleine Highlights nichts neues und rotiert munter belanglos im CD-Player, ohne beachtet zu werden. Ich hatte angesichts toller Songs wie "Breathing" und "Everything" deutlich mehr erwartet.

Anspieltipps
Nerve Damage
Had Enough
By Your Side

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Tracks

1.All In
2.Nerve Damage
3.Had Enoughfeaturing Chris Daughtry
4.Halfway Gone
5.It Is What It Is
6.From Where You Are
7.Smoke & Mirrors
8.Falling In
9.Wrecking Ball
10.Here Tomorrow Gone Today
11.By Your Side
12.In Your Skin
13.All that I'm Asking For
14.Crash And Burn
15.Everything (live in-Studio Version)
16.Near Life Experience
17.Halfway Gone (demolition crew remix)

Melanie Wolff - myFanbase
08.05.2010

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