Bewertung: 7
Lee Ryan

Lee Ryan

Im Februar, früher als geplant, war es soweit, die englische Boygroup Blue verabschiedeten sich voneinander in eine, wie es hieß, "Bandpause". Als erster seiner drei Kollegen macht sich nun Lee Ryan auf den Weg zur Solokarriere, ohne Pause...

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Noch vor der Trennung stand der smarte 22jährige in den Vorbereitungen zu seinem Solo-Versuch, kehrte seiner alten Plattenfirma im Januar den Rücken und unterschrieb bei Hugh Goldsmith. Der Mann, der einst Blue entdeckte und sich mit der Plattenfirma "Brightside Records" nun selbständig machte. Dort wurde er selbstverständlich mit offenen Armen empfangen und die Jungs haben mit dem schreiben und produzieren seines Solo-Debüts begonnen. Nun steht es in den Läden, "Lee Ryan", sein selbstbetiteltes Debüt-Album.

Den Beginn macht "Army of Lovers", der ersten Singleauskopplung, eine Ballade mit schöner Gitarre, einsteigendem Schlagzeug und einer sanftig, rauen Stimme von Lee. Sehr gelungen. Es folgt die Mid-Tempo-Nummer "Turn Your Car Around", mit Sicherheit ein Höhepunkt des Albums. "Turn You Car Around" gibt dem Hörer auf den Weg, dass es nie zu spät ist umzukehren und allem eine zweite Chance zu geben, recht soll er haben!

Es folgt die soullastige Nummer "When I Think of You" und "Real Love”, wo man glatt denken könnte, Lee hätte seine Blue-Kollegen wieder mit ins Boot geholt, na ja, ganz nett. Bei "Parking" wird es etwas ruhiger und keineswegs schlechter. Mädels, holt die Feuerzeuge raus und schwingt im Takt zu dem sehr gefühlvollen Song.

Damit dann auch die Beinchen in Schwung kommen, geht es bei "Wish The Whole World Knew" etwas schwungvoller zur Sache. Sicherlich schlägt er dabei bekannte, dennoch richtig gute, Töne an, poppig, nicht zu abgedreht. Lässig wird´s dann bei "Close To You”, wirklich lässig. Die lockeren Gitarren, ein unüberhörbarer Beat und die gewisse Portion Stimme verleihen dem Song eine unglaubliche coolness. Das Sprichwort auch für den nächsten Song. Anstatt der "lockeren Gitarren" kommen allerdings Soul- und R&B-Elemente zum Einsatz, der Beat ist auch da, dann noch ein Chor und es fängt leicht an zu "grooven".

Es geht weiter mit dem, etwas zu verträumten, "Daydreamer" und dann zu "Jump". Mensch, da kommt der Lee ganz schön aus sich raus und zeigt, wie rau er doch werden kann. Eine tolle Pop-Nummer. Wieder Zeit für eine Ballade? Ja! Die wird uns auch prompt mit "How Do I?" serviert. Etwas zu dick aufgetragen, aber durchaus gut hörbar. Zum Finale gibt´s dann den ruhigsten und gefühlvollsten Song. Bei "In The Morning" entsteht nahezu Unplugged-Feeling. Lediglich von einer zupfenden Gitarre begleitet, dazu ein schallenden Effekt. Augen zu, zuhören, genießen.

Ich muss zugeben, mit seinem Debüt überrascht Lee Ryan auf ganzer Linie. Der Sound klingt reif und erwachsen, den typischen "Boyband-Pop" hat er abgelegt und in einen Popmix ganz großer klasse verwandelt, mit Einflüssen von allen Seiten, sei es Soul, Rock, R&B oder auch ganz leichte Country-Elemente. Doch hätte er bei dem einen oder anderen Song näher in die zu erreichen versuchte Richtung gehen können. Auch stimmlich zeigt sich der Brite erwachsen. Mal sanft, mal schön kehlig, rau und auch mal schön "soulig". Im Booklet sind dazu natürlich die Songtexte sowie Fotos zu finden, darüber hinaus noch viele dankende Wörter, u.a. an sein Vorbild und Inspiration, Elton John. Der 12-teilige Longplayer ist zwar noch weit von einem Meisterwerk entfernt, doch überzeugt und erweist sich als absolut hörenswert!

Tracks

1.Army Of Lovers
2.Turn Your Car Around
3.When I Think Of You
4.Real Love
5.Parking
6.Wish The Whole World Knew
7.Close To You
8.Miss My Everything
9.Daydreamer
10.Jump
11.How Do I?
12.In The Morning

René Krieger - myFanbase
17.10.2005

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