Bewertung: 5
Various Artists

Everwood - Original Television Soundtrack

Der Soundtrack zur beliebten Serie "Everwood" mit Treat Williams, der in dieser Serie Dr. Andrew Brown spielte, dessen Leben sich von einem Tag auf den anderen schlagartig änderte, als seine Frau bei einem Autounfall ums Leben kam.

Soundtracks sind schon ein schwieriges und kontroverses Genre. Entweder die Zusammenstellung gelingt, enttäuscht oder es entsteht so eine Sache dazwischen, wie in diesem Fall. Von diesem Album bin ich doch ziemlich überrascht und kann behaupten, dass es doch nicht so schlecht ist, wie ich anfangs dachte. Vier Staffeln umfasste "Everwood" und stets unterlagen den Episoden wunderschöne und passende Titel. Wenn man sich diese Zusammenstellung anhört, könnte es passieren, dass man wieder in alte "Everwood"-Erinnerungen schwelgt.

Schade finde ich allerdings, dass man nicht die Originalversionen von America, Cat Stevens, von dem einige Stücke gecovert wurden, Jackson Browne, Simon & Garfunkel, Seals & Crofts, Jimmy Cliff, Jim Croce und Roberta Flack auf diese Scheibe presste. Die Künstler, die ihre Titel wiedergeben, sind zwar talentiert, aber mir völlig unbekannt. Hätte man die Songs nicht gecovert, hätte der Soundtrack noch einen besseren Eindruck bei mir hinterlassen. Original bleibt eben Original. Einen musikalischen Bezug findet man, wenn man sich die Songtitel ansieht und die Stücke anhört, denn die Titel erzählen im Großen und Ganzen die Geschichte von "Everwood" und vor allem die der Familie Brown.

Die Hälfte der Coversongs funktionieren fast wie von allein, doch nimmt man beispielshalber "Only Living Boy in New York" von David Mead, der im Original von Simon & Garfunkel stammt, wird man enttäuscht. Dasselbe gilt für "Father and Son". Leigh Nash, die diese Ballade singt, schafft es nicht, der Originalversion von Cat Stevens gerecht zu werden. Beide Stücke erzählen eine traurige Geschichte, doch sowohl Mead als auch Nash bringen sie in keiner Weise authentisch genug herüber, sodass der Zuhörer sich nicht all zu sehr daran erfreuen kann. Dagegen sind Titel wie "Lonely People", "Trouble" oder "Summer Breez" ein wahrer Hörgenuss. Und nicht zu vergessen "The First Time Ever I Saw Your Face" von Stereophonics (im Original von Roberta Flack), ein ausgezeichnetes Liebeslied, bei dem man wirklich anfängt, zu träumen.

Die Höhepunkte des Albums kamen zum Schluss. Da war die Titelmusik von "Everwood", komponiert von Blake Neely. Sie klang leider etwas verändert und sie hörte sich auch erst beim zweiten Anhören wieder vertraut an. Und abschließend ein fantastisches, herzerwärmendes Liebeslied im Countrystil, "Love Song", gesungen von Treat Williams höchstpersönlich. Williams ist nicht nur ein toller Schauspieler, er weiß auch mit einem simplen Song zu überzeugen.

Ehrlich gesagt bin ich bei diesem Soundtrack hin- und hergerissen. Einerseits hätte ich gerne die Originale auf diesem Album gehabt, andererseits hatten diese Aufnahmen auch etwas an sich. Es war von allem etwas dabei. Countrymusik, aber auch moderne Musik. Traurige Stücke als auch Liebeslieder, aber ebenso temporeichere Songs. Die Zusammenstellung ist gut gelungen.

Fazit

Wer Sehnsucht nach "Everwood" hat, sollte sich diesen Soundtrack zulegen. Im Großen und Ganzen gibt es aber bessere.

Anspieltipps
Lonely People - Jars of Clay
Trouble - Kristin Hersh
The First Time Ever I Saw Your Face - Stereophonics
Jump Little Children - Cathedrals
Love Song - Treat Williams

Tracks

1.Lonely PeopleJars of Clay
2.TroubleKristin Hersh
3.These DaysGriffin House
4.Only Living Boy in New YorkDavid Mead
5.Summer BreezeJason Mraz
6.Father and SonLeigh Nash
7.The Harder They ComeGuster
8.Don't Be ShyTravis
9.Operator (That's Not The Way It Feels)Toby Lightman
10.The First Time Ever I Saw Your FaceStereophonics
11.Jump Little ChildrenCathedrals
12.Main Title Theme for EverwoodBlake Neely
13.Love Song (Bonus Track)Treat Williams

Dana Greve - myFanbase
18.03.2009

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