Bewertung: 8
Miley Cyrus

Breakout

Mit 15 Jahren hat Miley Cyrus es schon nach ganz oben in den amerikanischen Hitlisten geschafft. Nach ihrer Single "7 Things" kommt nun auch ihr Album "Breakout" in Deutschland in die Läden und greift die hiesigen Charts an. Die Aussichten auf Erfolg sind gar nicht mal so schlecht.

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Wenn man dieses Album in seinen CD-Player packt und die Songs anhört, ist es nur schwer, wirklich zu glauben, dass diese Stimme zu einem 15jährigen Mädchen gehört. Zu kraftvoll und energiegeladen ist diese Stimme, zu rockig sind die Songs. Ich habe eine kleine Britney Spears erwartet, aber man bekommt fast schon eine mittelgroße Avril Lavigne präsentiert. Das Album wirkt unerwartet reif. Die Songs variieren und sind gut durchdacht, bei vielen hat Miley Cyrus sogar mitgeschrieben. In den Texten sind sie daher manchmal noch pubertär, sprechen inhaltlich somit die Zielgruppe an, wirken musikalisch aber schon sehr reif. Der Einstiegssong "Breakout" widmet sich den Problemen des Erwachsenwerdens, bei dem Schule und Eltern nerven. Musikalisch ist es voller Tempo. Die Party kann starten und das Album auch. Es folgt die Hitsingle "7 Things", die sich schon längst zu einem Ohrwurm entwickelt hat. Mit "The Driveway" folgt danach eine etwas rockigere, gelungene Ballade, an die eine sehr rockige, temporeiche Version von "Girls Just Wanna Have Fun" folgt, über die man diskutieren kann. Im Prinzip singt Miley das Lied nur nach, ein simples Cover also, die Begleitung macht daraus aber wieder was, das zumindest den Versuch auf dem Album rechtfertigt und vielleicht steckt da auch was Persönliches für Miley Cyrus dahinter.

Die nächsten Songs widmen sich wieder dem Zwischenmenschlichen, allerdings auf unterschiedliche Weise. "Full Circle" beschreibt, wie wichtig eine Person im Leben sein kann und schlägt dabei ein mittleres Tempo an, ohne besonders hervorzustechen. Trotzdem ist es gefällig. "Fly On The Wall" ist dann schon wieder deutlich kräftiger, handelt aber davon, wie gerne man bei anderen Menschen Mäuschen spielen würde. Die pubertären Probleme sind inhaltlich also immer noch gegenwärtig. "Bottom Of The Ocean" ist dann eine traurige Liebesballade, die sich nicht mehr auf ein Alter einschränken lässt. Mit "Wake Up America" folgt eine kleine Überraschung. Das Lied handelt von den Umweltproblemen der Welt, bei deren Lösung auch die USA helfen soll. Ein solches politisches Statement hätte ich nicht erwartet. Ich finde es aber toll, dass ihr offenbar schon bewusst ist (bzw. bewusst gemacht wurde), dass sie Einfluss auf junge Leute hat und hier vielleicht sogar einen sehr sinnvollen Beitrag leisten kann, der über die Musik hinaus geht. Interessant ist dabei auch, dass sie zugibt, sich nicht genau damit auszukennen, aber versteht, dass man etwas tun müsse. Das ist sehr ehrlich und macht einen guten Eindruck.

Es folgt mit "These Four Walls" eine weitere Ballade, die nicht sonderlich hervorsticht, aber wieder zeigt, wie käftig die Stimme von Miley Cyrus ist. "Simple Song" ist dann ein eher witziger Beitrag, der zum Mitträllern einlädt. Wenn das Leben nur so einfach wäre. "Goodbye" ist dann erneut ein ruhiger Beitrag, der ebenfalls schön anzuhören ist, bevor dann "See You Again" einen durchwachsenen Abschluss gibt, das dem Album fast unwürdig ist. Dieses Lied wurde gemixt, als wenn man es nur auf einer Kinderdisco hören würde. Eigentlich schade, weil die anderen elf Lieder allesamt wirklich zu gefallen wissen und in einer guten Abwechslung angeordnet wurden.

Ein Blick ins Booklet macht dann nochmal sofort deutlich, was mit diesem Album bezweckt wird. Es ist übersät mit kleinen Sternchen und ein paar großen Sternen. Soll dieses Album also einen Weg vom Sternchen zum Star weisen? Die Vermarktung scheint jedenfalls darauf abzuzielen und Miley Cyrus wirkt schon auf diesem Album, als wenn sie diesen Weg ohne große Mühen gehen könne. Nun ist Miley Cyrus keine Unbekannte im Showgeschäft. Als Schauspielerin hat sie in der Rolle der Hannah Montana bereits die Herzen vieler Jugendlicher erobert und diesen Bekanntheitsbonus weiß sie für ihre musikalische Karriere zu nutzen. Zwar ist ihr Album insgesamt immer noch als das einer jungen Künstlerin im Musikgeschäft zu erkennen, doch es bedient nicht nur den Markt, sondern zeichnet sich auch schon durch eine Selbstständigkeit aus, die zeigt, dass Miley Cyrus weiß, dass sie sich als Persönlichkeit durchsetzen will. Diese ist zwar immer noch in erster Linie Teil einer geschickten Vermarktungsmaschine, aber dieses erste Album wirkt schon viel reifer als beispielsweise das Debüt einer Britney Spears. Man kann von Miley Cyrus also noch Einiges erwarten.

Fazit

Ein Album, das in erster Linie gute Laune bringt und genau weiß, welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Trotzdem wagt es auch schon einen Blick über den Tellerrand hinaus und könnte der Beginn einer erfolgreichen Musikkarriere sein.

Anspieltipps
7 Things
Bottom Of The Ocean
Wake Up America
Simple Song

Artistpage
MileyCyrus.com
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Tracks

1.Breakout
2.7 Things
3.The Driveway
4.Girls Just Wanna Have Fun
5.Full Circle
6.Fly On The Wall
7.Bottom Of The Ocean
8.Wake Up America
9.These Four Walls
10.Simple Song
11.Goodbye
12.See You Again

Emil Groth - myFanbase
24.09.2008

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