Bewertung: 9
Dashner, James

Die Auserwählten - Im Labyrinth

"'Schön, dass du da bist, Strunk', sagte der Junge. 'Willkommen auf der Lichtung.'"

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Inhalt

Als Thomas auf der Lichtung landet, weiß er nichts mehr von seinem vorherigen Leben, bis auf seinen Namen. Umgeben von fünfzig Jungs stellt er schnell fest, dass das Leben auf der Lichtung ihren eigenen Regeln folgt. Jeden Morgen versuchen Läufer einen Weg aus dem Labyrinth zu finden, welches die Lichtung mit ihren meterhohen Mauern umgibt. Im Labyrinth selbst hausen gefährliche Kreaturen, deren einzige Aufgabe es scheint, einen Jungen nach dem anderen umzubringen. Einen Tag nach Thomas Ankunft bei den Jungs erhalten die "Lichter", wie sie sich selbst nennen, eine Lieferung, die ihr bisheriges Leben auf der Lichtung komplett verändern wird.

Kritik

Ohne große Vorreden steigt der Leser, sowie der Hauptcharakter Thomas selbst, direkt in die Geschichte ein. Genau so wie er, können die Leser erst mal wenig mit der eigenen Sprache der Jugendlichen anfangen und identifiziere sich so direkt mit dem Hauptcharakter. Schritt für Schritt lernt er durch Thomas Augen das Leben auf der Lichtung und die Bewohner derer kennen und stellt sich die gleichen Fragen wie er. Da die Geschichte aus der Sicht von Thomas erzählt wird, erhält der Leser auch nur Informationen zu den Charakteren, mit den Thomas Kontakt hat. Man erfährt nur soviel, wie auch er erfährt. So bleiben die Figuren zwar blass, doch das stört nicht. Im Gegenteil, es wirkt realistisch. Denn selbst in einer Schulklasse mit weitaus weniger Schülern, als Jungs auf der Lichtung sind, ist man nur mit einer Handvoll befreundet. Die anderen Schüler sind einem zwar bekannt, doch weiß man teilweise recht wenig von ihnen. Zudem haben die anderen Jungs ebenfalls keine Erinnerung mehr an ihr bisheriges Leben und können daher nur das von sich preisgeben, was sie im Labyrinth und auf der Lichtung erleben.

Das Labyrinth übt sogleich eine Faszination auf Thomas aus, die sich auf den Leser überträgt. Unbedingt möchte man wissen, wer die Jungs auf die Lichtung geschickt hat und aus welchem Grund, was sich hinter diesen Mauern befindet, was die Läufer dort den ganzen Tag machen, wo sich der Ausgang befindet und was diese Griewer sind, von den alle sprechen. Als dann das erste Mädchen mit der Nachricht, dass sie die Letzte für immer sein wird, die Lichtung erreicht, wird es noch einmal spannender. Die Jugendlichen beschuldigen zunächst Thomas, mit all dem etwas zu tun zu haben, doch kann er sich nach wie vor nicht an sein bisheriges Leben erinnern. Zu den Beschuldigungen trägt bei, dass einige der Jungs, die von einem Griewer gestochen und dann durch ein Serum gerettet werden konnten, Thomas in ihren Erinnerungen gesehen haben. Für ihn, wie für den Leser, ist all das nach wie vor sehr rätselhaft. Er spürt zu dem Mädchen eine Verbindung und glaubt, sie von früher zu kennen. Da sie in eine Art Koma fällt, kann Thomas sie leider nicht dazu befragen.

Um das Leben seines Freundes zu retten, widersetzt er sich der obersten Regel, nicht in das Labyrinth zu gehen, und erlebt so am eigenen Leib die Gefahren, die von den Griewern ausgehen. Obwohl man weiß, dass Thomas an dieser Stelle nichts passieren wird, ist es fesselnd mitzuerleben, wie er mit der scheinbar auswegslosen Situation zurecht kommt. Durch diese Aktion wird Thomas endlich Läufer, was er sich von seinem ersten Tag an auf der Lichtung gewünscht hatte. Zusammen mit dem Hüter Minho erkundet er von nun an täglich das Labyrinth, um endlich einen Ausweg zu finden.

Als das Mädchen aus dem Koma erwacht, erhält man zum ersten Mal Fragmente von Antworten und einen Berg voll neuer Fragen. Wie kommt es, dass sie und Thomas sich telepathisch unterhalten können? Was meint sie damit, dass sie und er Schuld sind, dass die Jungs auf die Lichtung geschickt wurden? Woher kennen sich die beiden?

Als das von Teresa angekündigte Ende immer näher kommt, entschließt sich Thomas dazu sich freiwillig von einem Griewer stechen zu lassen, damit er seine Erinnerungen zurückerhält, um so endlich Antworten auf seine Fragen zu erhalten und einen Weg aus dem Labyrinth zu finden. Die wenigen Antworten, die er schließlich durch seine Verwandlung erhält, sind sehr interessant und man möchte unbedingt die ganze Vorgeschichte erfahren.

Das Buch endet schließlich mit einem sehr cleveren Cliffhanger, sodass man direkt in den nächsten Buchladen laufen möchte, um sich Teil zwei der Triologie "Die Auserwählten 2 – In der Brandwüste" zu kaufen.

Fazit

Schon lange hat mich ein Buch nicht mehr so gefesselt wie "Die Auserwählten – Im Labyrinth". Man steigt direkt in die Geschichte ein und stellt sich die gleichen Fragen wie Thomas. Es ist sehr erfrischend, eine Dystopie zu lesen, die von einem männlichen Protagonisten handelt. Die Antworten, die man erhält, sind nicht weniger spannend und setzen das Puzzle nach und nach zusammen.

Zur Rezension von "Die Auserwählten - Kill Order"
Zur Rezension von Band 2 "Die Auserwählten 2 – In der Brandwüste"
Zur Rezension von Band 3 "Die Auserwählten 3 - In der Todeszone"
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Anika W. - myFanbase
16.07.2014

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