Bewertung: 9
Asher, Jay

Tote Mädchen lügen nicht

Die Stimme der Toten, ein Ruf nach Leben.

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Inhalt

Clay ist der typische Junge von Nebenan. Alle mögen ihn, niemand will ihm etwas Böses – und das weiß er auch. Doch als er eines Tages ein braunes Päckchen, das 7 Kassetten enthält, findet, wird er auf eine harte Probe gestellt. Auf den Kassetten hört er die Stimme des Mädchens, das er insgeheim immer geliebt hatte, das Mädchen, das Selbstmord begangen hat und das Mädchen, das diese Kassetten an Menschen schickte, die an ihrem Tod schuld sind. Clay beschließt alles zu tun, was Hanna von ihm auf den Kassetten verlangt, und lebt so die grausame Geschichte nach, die sich Hannas Leben nannte.

Kritik

Jay Asher weiß genau, was eine spannende Story ausmacht. Die Mischung aus Hannas Geschichte und Clays Gedanken machen das Buch einzigartig. Ashers Schreibstil zieht einen von der ersten Seite an in den Bann und sorgt dafür, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Die Geschichte ist geschickt geschrieben und spricht nicht nur die Jugend an. Die Hauptperson Clay ist einem von Anfang an sympathisch. Man leidet mit ihm mit und kann eigentlich nicht glauben, dass er etwas mit Hannas Tod zu tun hat. Das ist auch der Anreiz zum Weiterlesen, denn man möchte den wahren Grund für Hannas Selbstmord und Clays Anteil daran herausfinden.

Auch Hannas Charakter ist clever geschrieben. Im Laufe des Buches findet eine Veränderung in ihr statt. Auf den ersten Kassetten ist sie noch ironisch und macht Witze. Doch im Laufe des Buches, wenn sie alle Geschehnisse Revue passieren lässt, verbittert und verzweifelt sie mehr und mehr. Sie verliert die Hoffnung und man bemerkt, wie ihr der Lebensgeist schwindet.

Außerdem ist die Aneinanderreihung der Ereignisse spannend ausgewählt. Anfangs sucht man noch die Gründe und kann Hannas Entscheidung nicht nachvollziehen, doch mit der Zeit verdichten sich die Erkenntnisse und man beginnt zu begreifen, das es sich um eine Art Schneeballeffekt handelt, dem Hanna eines Tages einfach nicht mehr standhalten konnte.

Fazit

Jay Asher versteht sein Handwerk und kann mit seinen Worten den Leser in seinen Bann ziehen. Er hat diesen Schneeballeffekt geschickt demonstriert und vielschichtige und interessante Charaktere entworfen, die sich gegenseitig ergänzen und eine tolle Story ergeben. Schlussendlich ist "Tote Mädchen lügen nicht" ein ergreifendes Buch, bei dem es kein Wunder ist, dass es zum Bestseller wurde.

Serienkolumne: Tote Mädchen lügen nicht

Anja G. - myFanbase
11.01.2011

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