Bewertung: 1
Laymon, Richard

Die Insel

Tagebuch eines Schiffbrüchigen.

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Inhalt

Der 19-Jährige Rupert wollte sich zwar eigentlich von seiner Freundin Connie trennen, da sie ihm viel zu prüde ist, sagt jedoch nicht Nein, als sie ihn zu einem Trip mit ihrer Familie auf die Bahamas einlädt. Während eines Picknicks auf einer abgelegenen Insel explodiert plötzlich die Yacht der Gruppe und Rupert sitzt mit Connie und ihrer Familie auf dem scheinbar unbewohnten Eiland fest. In seinem Tagebuch notiert Rupert die folgenden Ereignisse, die schnell zu einer Dezimierung der Gruppe führen.

Kritik

Die Romane von Richard Laymon werden stets mit einem Zitat von Stephen King angepriesen, das auch bei "Die Insel" groß auf dem Buchrücken abgedruckt ist: "Es wäre ein Fehler, Richard Laymon nicht zu lesen". Bei allem Respekt für Mr. King bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich sagen würde, dass es vielmehr ein Fehler wäre, jemals wieder Geld für einen Roman von Laymon auszugeben.

Schon bei "Das Treffen" und "Die Show", den ersten beiden Romanen, die ich von Laymon gelesen habe, fiel mir der ernorme Trash-Faktor und die Begeisterung des Autors für erotische Details auf, doch wurde dies noch einigermaßen unterhaltsam verpackt. "Die Insel" jedoch ist nur noch schmieriger Pornoschund, der die Grenze des Erträglichen überschreitet. Der Ich-Erzähler Rupert, ein neunzehnjähriger Schmachthacken, der die Ereignisse auf der Insel in seinem Tagebuch festhält, widmet sich in aller Ausführlichkeit den Körpern seiner weiblichen Mit-Gestrandeten und beschreibt permanent seine Erektionen. Er reduziert die Frauen auf ihre körperlichen Attribute, was diese eifrig unterstützen, indem sie halbnackt durch den Dschungel laufen. Die Wörter "Brüste" und "Hintern" tauchen im gesamten Roman so oft auf, als ginge es um einen Rekordversuch.

Vielleicht wurde das Zitat von Stephen King einfach nicht vollständig wiedergegeben und es müsste eigentlich lauten: "Es wäre ein Fehler, Richard Laymon nicht zu lesen, es sei denn, Sie sind eine Frau". Es ist nach einigen Seiten nur noch frustrierend und abartig, Ruperts ausschweifende Gedanken über die Körper der Damen in seiner Umgebung zu lesen. Es spricht auch nicht gerade für den Einfallsreichtum eines Autors, wenn er immer wieder auf lüsterne Beschreibungen zurückfällt, statt eine spannende Handlung zu entwickeln.

Sich mit Rupert zu identifizieren, ist fast unmöglich, doch auch die Frauen verhalten sich abnormal. Nicht nur, dass sie offenbar vergessen, wie man sich anzieht, können sie es auch kaum erwarten, dem pubertierenden Lüstling Rupert näher zu kommen, selbst wenn sie fünf Minuten zuvor noch brutal von dem Bösewicht des Romans (ja, einen solchen gibt es auch noch) missbraucht wurden. Das ist echt zuviel.

Am Ende des Romans zieht Laymon die Trash-Schraube dann noch einmal gewaltig an und gibt dem Leser mit sadistischen Exzessen den Rest. Frau ist allerdings selbst Schuld, wenn sie den Roman bis zum Schluss liest.

Fazit

Sorry Mr. King, aber das war definitiv der letzte Roman, den ich von Ihrem Kumpel Richard Laymon gelesen habe.

Maret Hosemann - myFanbase
25.05.2009

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