Bewertung
Harris, Charlaine

Der Vampir, der mich liebte

Sookies viertes Abenteuer dreht sich wie auch schon in den anderen Bänden um die übernatürlichen Wesen dieser Welt und um einige Probleme in Sachen Liebe.

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Inhalt

Nach allem, was in Band 3 "Club Dead" geschehen ist, trennt sich Sookie von ihrem Vampirgeliebten Bill. Außerdem muss er sowieso für einige Zeit nach Peru, um dort Nachforschungen für die Königin von Louisiana anzustellen. Trotzdem schafft Sookie es nicht, von den Vampiren loszukommen: auf dem Weg von der Bar Merlotte's nach Hause findet sie den Vampirsheriff Eric nackt am Straßenrand. Doch der sonst so selbstsichere Eric hat durch einen Fluch einer rachsüchtigen Hexe sein Gedächtnis verloren. Da die Hexen immer noch Jagd auf Eric machen, glauben seine Assistenten Pam und Chow, dass Eric am besten bei Sookie untertauchen sollte. Und natürlich lässt es sich so nicht vermeiden, dass Sookie und Eric sich näher kommen.

Doch mitten in Sookies neues Gefühlschaos mischen sich noch ganz andere Probleme. Nachdem Jason am Silvesterabend mit einer neuen Freundin im Merlotte's aufgetaucht ist, ist er einen Tag später spurlos verschwunden. Selbstverständlich muss die neugierige Sookie herausbekommen, was mit ihrem Bruder los ist, und stürzt sich Hals über Kopf in das nächste Abenteuer.

Kritik

Das Problem mit dem vierten Band ist: ab diesem Buch veröffentlicht der Deutschen Taschenbuch Verlag die Reihe. Die ersten drei Bücher ("Vorübergehend tot", "Untot in Dallas" und "Club Dead") sind beim Feder und Schwert Verlag erschienen. Da bei beiden Verlagen die Cover extrem unterschiedlich sind – der Deutsche Taschenbuchverlag übernimmt das Amerikanische -, habe ich nicht erkannt, dass die Bücher zusammengehören und mir den vierten Band zuerst gekauft. Und ich vermute, ich war sicher nicht die erste Leserin, der das passiert ist.

Allerdings muss ich sagen, dass ich mich schwer getan habe, dieses Buch zur Kasse zu bringen, denn wenn mich die Inhaltsbeschreibung nicht überzeugt hätte, ich hätte es nicht gekauft. Der komplette Vollmond auf dem Cover glitzert. Es wirkt wie ein Buch für junge Mädchen und nicht wie für Erwachsene, obwohl letztere sicherlich die Zielgruppe sind. Frauen schreckt es wahrscheinlich nicht so extrem vom Kaufen ab, Männer schon eher. Dabei richtet sich das Buch nicht nur an Frauen sondern an beide Geschlechter. Vor allen Dingen weil Vampire noch das sind, was man von ihnen erwartet: sie verbrennen bei Sonnenlicht, lassen sich durch Pfählen töten und kennen nur selten Mitleid.

Vollkommen begeistert war ich von der Liebesgeschichte zwischen Sookie und Eric. Denn sie übertraf all meine Erwartungen. Es war nicht das übliche "starker Vampir verführt hübsche Frau, die Frau zögert, sie gibt sich dann doch irgendwann dem Vampir hin und sie leben glücklich bis in alle Ewigkeit". Nachdem Vampire jetzt wieder in Mode gekommen sind, gibt es häufig nur noch diese Art von Beziehung in Vampirbüchern. Doch bei Sookie und Eric weiß der Leser, dass die Affäre beschränkt ist. Sie hält nur solange, bis Eric sein Gedächtnis wieder erlangt. Und weil der Leser und Sookie das wissen, bekommt die Beziehung eine ganz besondere Note.

Nach dem Lesen mehrerer Bücher aus der Reihe ist dieser Eric, den der Leser in diesem Buch erlebt, die bravste Version, die er jemals sein wird. Trotzdem ist es ein pures Vergnügen ihn für eine kurze Zeit so zu erleben. Denn auch die seichte Variante von Eric hat etwas ganz besonderes. Eigentlich sind die Charaktere von Charlaine Harris alle etwas Einzigartiges. Sie haben Fehler und Macken. Sookie selbst weiß zum Beispiel haargenau, dass ihre Hüften etwas zu breit sind, Arlene war mit mehreren Männern verheiratet und Tara hatte große Probleme mit ihren Eltern. Ich glaube, diese Fehler und Erlebnisse sind es, die letztendlich die Charaktere im Vergleich zu anderen Büchern des Genres realer wirken lässen - zum Teil auch realer als Bücher, die in der Realität spielen.

Fazit

Insgesamt war dieses Buch ein ziemlich spannendes Lesevergnügen, obwohl ich das zu Anfang nicht erwartet hätte. Mir fiel es schwer den Band aus der Hand zu legen und mit dem Lesen aufzuhören und es macht süchtig auf die darauffolgenden Bücher - und in meinem Fall auch auf die ersten.

Zur Rezension von Band 1 "Vorübergehend tot"
Zur Rezension von Band 2 "Untot in Dallas"
Zur Rezension von Band 3 "Club Dead"
Zur Rezension von Band 5 "Vampire bevorzugt"
Zur Rezension von Band 6 "Ball der Vampire"
Zur Rezension von Band 7 "Vampire schlafen fest"
Zur Rezension von Band 8 "Ein Vampir für alle Fälle"
Zur Rezension von Band 9 "Vampirgeflüster"
Zur Rezension von Band 10 "Vor Vampiren wird gewarnt"

Ceren K. - myFanbase
08.05.2009

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